Folge 96: Fastnacht in Franken – Ines Procter spricht über geheime Tränen und schwere Zeiten
Shownotes
„Ich konnte nichts empfinden, außer dass ich atmen konnte“, sagt Ines Procter über den Moment, als sie erfährt, dass ihr Mann tödlich verunglückt ist. Kurz vorher hat sie sich von ihm getrennt. Dass sie plötzlich nichts mehr fühlen kann, verunsichert sie. „Eigentlich habe ich doch so viel Mitgefühl.“ Sie sucht sich einen Therapeuten und arbeitet viel auf.
Fans und Zuschauer merken jahrelang nicht, dass über die Wangen von Ines Procter auch Tränen laufen. Im Stillen. Sie befindet sich in einer toxischen Beziehung, wie sie selbst sagt. Auf der Bühne ist sie die Putzfraa und bringt bei der Live-Sendung „Fastnacht in Franken“ seit Jahren Millionen Menschen vor dem TV-Bildschirm zum Lachen.
„Ich war ganz oft nachts auf irgendwelchen Parkplätzen gesessen, auf dem Heimweg nach einem Auftritt. Einfach nur, um noch nicht heimfahren zu müssen. Das greift mich noch heute manchmal emotional an.“ Ihr Ex-Mann legt Ines Procter Steine in den Weg, nimmt ihre Leidenschaft als Kabarettistin nicht ernst. Als es zu viel wird und sie auch in der Notaufnahme landet, setzt sie alles auf eine Karte.
Ines Procter erfindet sich nach ihrem dreiwöchigen Krankenaufenthalt als Mensch neu und trifft eine wegweisende Entscheidung. Doch erst rutscht das Unternehmen ihres Mannes in die Insolvenz, dann stirbt er auf tragische Art und Weise. Die Unterfränkin boxt sich entschlossen zurück in Leben. Und erzählt davon - ganz offen. In der aktuellen Folge des „NN“-Podcasts „Mit.Menschen“ mit Moderator Patrick Schroll.
Transkript anzeigen
00:00:00: Ich bin eigentlich so ein empathischer Mensch und ich hab so sehr viel Mitgefühl.
00:00:05: Aber ich konnte nichts empfinden, außer dass ich atmen konnte.
00:00:11: Ich sag's dann immer so, ohne dass ich's meine.
00:00:12: Ich sag's dann mal mit Lebensmüde.
00:00:15: Weil ich also von meinem bisherigen Leben so müde bin, also so erschöpft bin.
00:00:21: Aber die Zeiten, die ich mir genommen hab für die Bühne und für das, was ich wirklich ... Das war für mich diese aktive Erholungsphase, aus der ich wieder Kraft geschöpft habe.
00:00:50: Ja, sie ruft Chin.
00:00:53: Tonic und das schon am frühen morgen.
00:00:55: Und das hat aber nichts damit zu tun, dass sie als Putzfrahr von Erlaborunflaschen und Gläsernachnacht durch Zechten Nacht irgendwie wegräumen würde.
00:01:03: Denn nicht als Putzfrahr, sondern im echten Leben, da hat Dines Proctor das ein oder andere in Anführungsstrichen unter den Teppich gekehrt.
00:01:12: Damit meine ich, sie hat schwierige Phasen hinter sich und nur mit sich ausgemacht.
00:01:17: Ich möchte aber endlich ehrlich sein, hat sie neunlich gesagt.
00:01:20: und zeigt jetzt eine Seite von sich, die bisher kaum jemand kennt.
00:01:24: Herzlich willkommen, fast Nacht in Franken, Kabarettistin Ines Proctor.
00:01:28: Hallo.
00:01:29: Ich freu mich sehr, dass du da bist und herzlich willkommen auch da draußen.
00:01:33: an die Zuhörer und Zuschauer von Mitmenschen, der Podcast im Verlag Nürnberger Presse.
00:01:38: Wir sind nach einer kleinen kreativen Schaffenspause zurück und am Mikrofon für euch, Patrick Schroll.
00:01:45: Ja, schön, dass du da bist, Ines.
00:01:47: Ich glaube, wir müssen das gleich mal wieder einfangen, was ich jetzt gerade anfangs erwähnt habe.
00:01:51: Das
00:01:51: war viel, ja.
00:01:51: Ich habe viel auf einmal.
00:01:52: Genau,
00:01:53: und vor allem auch mit Chin und Tonic, wie die Ihnen früh im Haus nach Chin und Tonic.
00:01:58: Was ist denn da da Hintergrund, warum du da früh nach Chin und Tonic?
00:02:00: Das ist für dieser Wunschgedanke, als ich mal wieder an der Bar lebe, vielleicht.
00:02:05: Tatsächlich habe ich aber einen Hund.
00:02:07: Der heißt Chin, also eine Hündin, die Chin heißt und eine Katze, die heißt Tonic.
00:02:14: Und die habe ich so benannt.
00:02:16: Warum kann ich die auch nicht sagen?
00:02:17: Ich trink aber auch gerne mal ein Chin Tonic irgendwie so zum Feierabend und habe gedacht, es hat ein bisschen was Schönes, wenn ich morgens schon so was rufen kann.
00:02:27: Und dann kommen aber halt nur vier Beiner.
00:02:31: Hören das die Nachbarn, wenn du nach Gin und Tonik rufst?
00:02:33: Ja, die haben die schon öfter mal gehört.
00:02:35: Aber die wissen schon, eins zu schätzen und eins auch nicht.
00:02:37: Die wissen genau, was gemeint ist.
00:02:40: Gin bin ich ja auch so ein bisschen auf den Geschmack gekommen und da gibt es ja mittlerweile, wir sind ja ein Podcast, der aus Franken kommt und Frank produziert wird.
00:02:47: Ziemlich viel Fränkische Gin ist auch.
00:02:49: Richtig.
00:02:49: Was
00:02:50: steht denn bei dir daheim so im Regal?
00:02:52: Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe, glaube ich, aktuell fünfundzwanzig.
00:02:56: Ginflaschen zu Hause, ganz unterschiedlich, auch alle schon offen, weil ich dann gerne mal so durchprobiere.
00:03:02: Und wir haben wirklich in in Franken ganz tolle Brennereien, die Gin auf den Markt gebracht haben.
00:03:11: Da gibt's auch eine, ich weiß es aber tatsächlich nicht mehr, wo der war, auch aus Franken, weiß ich auf jeden Fall, der die Farbe wechselt.
00:03:18: Den fand ich.
00:03:19: Ah, der
00:03:19: wechselt?
00:03:19: Ja.
00:03:20: Und zwar ist
00:03:20: der ...
00:03:22: Nein,
00:03:23: leider nicht.
00:03:24: Der ist an sich blau und dann, wenn du das Tonic reinschützt, dann wird der so richtig lila.
00:03:31: Und das schaut ganz klasse aus.
00:03:32: Also, hat auch noch so ein optischen Effekt und schmeckt aber auch super lecker.
00:03:38: Muss ich dir mal raushochen, schicke ich dir mal.
00:03:39: Also, dir privat.
00:03:40: Ja, ja, gerne.
00:03:42: Was fragt man mit Chin-Taste-Tasting bei dir?
00:03:44: Das wäre eine schöne Idee, oder?
00:03:46: Vor allem, es gibt auch echt gute, alkoholfreie mittlerweile.
00:03:49: Echt?
00:03:49: Wenn ich dann nochmal heimfahren müsste, dann danach.
00:03:52: Allerdings ist also alkoholfrei, das ist... Ich habe generell schon ein bisschen Problem mit diesen ganzen Geschichten, weil ich mir immer denke, also entweder ich trinke Alkohol oder ich trinke halt Wasser.
00:04:06: Also wenn jemand zu mir sagt, ob ich einen alkoholfreien Sekt oder was möchte, dann das ist die gleiche Frage, wie ob ich entkoffinieren Kaffee möchte, weil ich mir dann immer denke, das ist ja der Grund, warum ich es trinke.
00:04:18: Also,
00:04:22: ja.
00:04:22: Ja, sehr schön.
00:04:23: Vielleicht kriegen wir das noch hin.
00:04:24: So ein Podcast aus der ... aus dem Chin-Wohnzimmer von Ines.
00:04:28: Ja, überhaupt nur zum
00:04:30: Thema Chin.
00:04:31: Nur zum Thema Chin.
00:04:32: Finde ich eine ganz schöne Idee.
00:04:34: Das kriegt man dann voll, so eine Dreifeldestunde.
00:04:36: Ja, also ich ... Tatsächlich, ich würde mir auch wünschen, dass vielleicht mal irgendjemand der Chin herstellt, auf mich zukommt, weil ich hab mich öfter überlegt, ich würde auch in mein Merch gern Chin mit einbauen, weil IN meine Anfangsbuchstaben, also da würde ich dann Chinas heißen.
00:04:53: Eine Chinese Idee, würde ich sagen.
00:04:55: Da könnte man auch mal was Schönes draus machen.
00:04:57: Stimmt, vielleicht hört ihr jetzt gerade jemand zu.
00:04:59: Oder schau zu, man kann es nämlich auch zuschauen.
00:05:02: Ein bisschen Werbung auch noch gleich untergebracht für den Podcast mit Menschen.
00:05:07: Bevor wir zur Putzfrage kommen, weil unter dem Titel sage ich jetzt mal unter dem Namen ... kennen dich ja unglaublich viele Menschen.
00:05:13: Ich glaube, es wär jetzt nicht übertrieben zu sagen, Millionen Menschen durch fast Nacht in Franken.
00:05:17: Aber bevor wir zur Putzfrage kommen, lass uns doch mal so ein bisschen über die private Ines sprechen.
00:05:21: Da haben wir jetzt auch schon, ich hab's ein bisschen auch so angeteasert, gell?
00:05:25: Und über die private Ines war jetzt, bis vor kurz noch, gar nicht so viel bekannt.
00:05:32: Aber es hat sich geändert, weil du dich entschieden hast, würde ich jetzt mal sagen, so ein Stück weit die echte Ines oder die Ines zu zeigen.
00:05:40: Und du hast ... Zuletzt öffentlich über, finde ich, sehr traurige, aber auch gleichzeitig schwierige Momente in einem Leben gesprochen.
00:05:47: Und hast gesagt, ich mach das deswegen, weil ich möchte und muss endlich ehrlich sein.
00:05:54: Was hast du da genau damit gemeint?
00:05:56: Was hatte ich dazu bewogen?
00:05:58: Wie du schon selber sagst, es war wenig Persönliches über mich bekannt, über eine lange Zeit.
00:06:03: Das hatte natürlich einen Grund.
00:06:05: weil dann hätte ich lügen müssen.
00:06:07: Und ich hab immer gesagt, ich bin keine Schauspielerin.
00:06:09: Das bin ich auf der Bühne nicht und das bin ich privat auch nicht.
00:06:13: Und dann, wie macht es der Franke dann so?
00:06:16: Dann halt lieber nix gesagt.
00:06:18: Also, bevor der jetzt irgendwie die Unwahrheit sagen muss.
00:06:22: Und immer wenn eben so private Themen auch in Interviews irgendwie gefallen sind, dann hab ich einfach nix dazu gesagt.
00:06:30: Oder hab das schon vorher gesagt, ich hab gesagt ... mit wem ich verheiratet bin und wie mein Eheleben aussieht und so.
00:06:41: Ich habe versteckt, glaube ich, immer so ein bisschen was mit auf die Bühne gebracht.
00:06:48: Nicht für jeden hörbar und nicht für jeden begreifbar.
00:06:54: Aber für mich.
00:06:56: Und das war das Wichtigste.
00:06:58: Deshalb habe ich das auch gemacht und jetzt kann ich aber einfach auch ganz offen reden, weil ich mich nicht mehr so befangen fühlen muss.
00:07:10: Du hast ja auch gesagt, du hast keine Kraft mehr, um die Erlebnisse nur mit dir selbst auszumachen.
00:07:17: Hat das jetzt dann für dich im Rückblick ... Also, war das für dich im Rückblick der richtige Schritt zu sagen, ich geh jetzt offen mit diesen Themen um?
00:07:25: Hat das irgendwas in dir befreit, was ausgelöst?
00:07:29: Es hat was in mir ausgelöst, ja.
00:07:31: Das ging auch gar nicht darum, dass ich das jetzt medialechen wie weitergeben will.
00:07:40: Es war nur, es war klar, wir drehen in Lebenslinien und dann hatte sich das wehrend.
00:07:45: Dieser Dreharbeiten hat sich ja mein Leben so krass verändert.
00:07:49: Wir hatten tatsächlich, die Vorgespräche hatten schon stattgefunden und dann ist das ja erst passiert und dann haben wir das natürlich erst mal auf Seite gelegt, aber es war schon klar, wir machen in Lebenslinien.
00:07:59: Und dann habe ich gesagt, ich möchte da aber auch wirklich, da möchte ich jetzt auch mal ehrlich sein.
00:08:06: Also wenn wir das jetzt schon machen, Und Lebenslinien steht ja eigentlich dafür.
00:08:11: Ist es aber, glaube ich, tatsächlich nicht immer so hundertprozentig?
00:08:15: Ja, also muss natürlich der Protagonist auch zulassen können.
00:08:20: Und da war aber gerade diese Phase, wo ich einfach gemerkt habe, reden ist Therapie und reden ist Verarbeitung.
00:08:29: Das wissen wir alle, die diesen Job eigentlich machen.
00:08:32: Und deshalb habe ich das ein Stück weit genutzt, natürlich auch meine Kinder mit im Auge gehabt.
00:08:40: Also ich habe vieles auch nicht deutlich gesagt, möchte ich auch nicht.
00:08:46: Es kann auch jeder immer selber sich noch was dazu denken.
00:08:49: Ich lasse auch gerne ein bisschen Raum für Menschen, die das sich selber was dazu denken möchten, weil ich eben meine Kinder auch im Blick haben muss.
00:08:57: Und das ist ja auch was, was lange natürlich zu sehen ist.
00:09:03: Aber ich bin dennoch bei mir geblieben und ich habe nichts verloggen oder verheimlicht oder wie ich das sonst so gemacht habe.
00:09:15: Und es war einfach wichtig für mich.
00:09:19: Alles andere war mir in dem Moment auch egal.
00:09:24: Aber ich fand es auch sehr schön.
00:09:25: Ich muss wirklich sagen, auch sehr schön geschnitten.
00:09:27: Ich mein, wir beide wissen so was ist ja auch Arbeit.
00:09:31: Ja, also da brauchst du echt auch Künstler, die auch wissen, wie man sowas dann zusammenfügt in fünf und vierzig Minuten, wenn man vierzehnt Tage gedreht hat.
00:09:41: Genau, dass vielleicht an der Stelle kurz erklären, du hast gesagt Lebenslinien, das ist ein... Dokumentationsformat beim Bayerischen Rundfunk.
00:09:47: Genau.
00:09:47: Die Kollegen begleiten dann Menschen über mehrere Tage und versuchen, ein bisschen das Leben nachzuzeichnen.
00:09:53: Deswegen Lebenslinien auch.
00:09:55: Ja, genau.
00:09:57: Und du hast gesagt, während der Dreharbeiten ist eigentlich unglaublich viel passiert in deinem Leben.
00:10:02: Ein sehr starker schwieriger Moment, was sicherlich dass dein Mann vor zwei Jahren, das war ja dann die Drehzeit, glaube ich, auch zu dem Moment, bei einem Autorumfall ums Leben gekommen ist.
00:10:15: Was hat das für dich bedeutet zu dem Moment der Dreharbeiten?
00:10:19: Wie bist du damit umgegangen?
00:10:22: Also wir haben dann die Dreharbeiten in dem Moment ja erst einmal einfach komplett fallen lassen.
00:10:29: Also wir haben ja dann erst ein halbes Jahr später oder so angefangen oder oder ja oder.
00:10:35: vier Monate später, so echt viel was kann nicht, ein halbes Jahr was kann nicht.
00:10:42: Also ich sage es jetzt einfach mal so, ich kann ja jetzt erst zu frei reden, seit es passiert ist, was ja auch schon viele sagt.
00:10:53: Und dann habe ich tatsächlich mir am Anfang überlegt, wie gehe ich jetzt auch öffentlich damit um.
00:11:03: Das ist ja durchaus schwierig, wenn was passiert ist.
00:11:10: wo natürlich auch jeder irgendwie was reininterpretiert und sich dann auch denkt, oh Gott, und die arme Frau.
00:11:18: Und ich habe mich aber vorher schon getrennt und das war aber natürlich nicht öffentlich, das wussten Menschen nicht.
00:11:28: Und ich hatte halt echt auch eine schwierige Zeit mit meinem Mann, muss ich wirklich sagen.
00:11:36: Und deshalb war, ohne dass ich das jetzt irgendwie Es ist schwierig, wenn man das sagt, tatsächlich.
00:11:43: Aber ich war sehr befreit.
00:11:46: So traurig, wie das klingt.
00:11:50: So hart, wie das vermutlich auch klingen muss.
00:11:54: Aber ich kann ja nur von mir reden.
00:11:56: Und ich war tatsächlich sehr befreit.
00:12:00: Ich hab Lebenslinien mir auch angeguckt.
00:12:01: An dieser Stelle wirklich eine Empfehlung auch für die Arbeit der Kollegen.
00:12:05: Und auch ... ... für den Mut, den du aufgebracht hast und darüber zu sprechen.
00:12:10: Ich fand das ... ... ja, war wirklich mit ... ... Gänzehautfeeling verbunden.
00:12:17: Diese Folge eben mit dir.
00:12:19: Du hattest da erklärt in Lebenslinien, ... ... dass du ... ... und das fand ich sehr stark, weil dir so viel aussagt ... ... auch über deine Vergangenheit.
00:12:27: Du hast erklärt, als du von dem Unfall erfahren hast.
00:12:34: War das für dich ganz komisch, weil du in dem Moment nichts gefühlt hast.
00:12:38: Du warst quasi irgendwie leer, so hast du es beschrieben.
00:12:43: Ja, weil wenn Menschen sich auf lange Zeit hin verabschieden, dann können sie im Moment des tatsächlichen Abschieds das nicht mehr empfinden.
00:12:57: Und das ist tatsächlich schwierig.
00:13:00: Also ich wusste gar nicht, wie schwierig das ist.
00:13:02: Ich habe mir sofort einen Therapeuten gesucht, weil ich gedacht habe, oh Gott, ich bin eigentlich so ein empathischer Mensch und ich habe so sehr viel Mitgefühl.
00:13:10: Aber ich konnte nichts empfinden, außer dass ich atmen konnte und habe mir dann echt Sorgen gemacht um mich selbst und dann aber über die Arbeit mit meinem Therapeuten eben erfahren.
00:13:28: Das ist natürlich, wenn man in toxischen Beziehungen sich über sehr lange Zeit befindet, die ja natürlich was mit ihr machen, dass man sich tatsächlich innerlich verabschiedet, ja irgendwann, um überhaupt durchzuhalten.
00:13:46: Und dass man deshalb dann natürlich auch keinen Schmerz mehr empfinden kann, weil man ja schon so lang so viel Schmerz empfunden hatte.
00:13:55: Vielleicht, dass wir noch mal festhalten.
00:13:57: Du hast es ja auch schon erwähnt, zu dem Zeitpunkt von einem Autounfall, da wart ihr ja schon getrennt auch.
00:14:02: Und die letzten Jahre in der Beziehung waren schwierig.
00:14:06: Das hattest du ja auch angedeutet.
00:14:11: Gleichzeitig hat aber alles eigentlich auch wie eine Art Romanze ja begonnen bei euch beiden.
00:14:15: Du warst damals in der Beziehung, als du deinen späteren Ehemann, den Tony eben kennengelernt hast.
00:14:22: Wodurch glaube ich auch deine bisherige Beziehung zu dem Zeitpunkt dann in die Brüche ging, gell?
00:14:26: Ähm,
00:14:28: ja, das ist wichtig.
00:14:30: Kannst du noch mal beschreiben, wie ihr euch kennengelernt habt und wie quasi der Start war?
00:14:35: Weil das war ja
00:14:36: noch mal ganz
00:14:37: anders.
00:14:38: Es lief so ein bisschen durcheinander, sag ich mal.
00:14:42: Manchmal kommen ja Dinge zusammen.
00:14:44: Ich war in einer wirklich glücklichen Beziehung auf Augenhöhe eigentlich so.
00:14:50: Und wir haben sehr gut zusammengearbeitet und waren auch als partnerschaftlich Ein sehr gutes Team, um sie nach Hause noch befreundet.
00:15:02: Und es war aber klar, wir hatten einen sehr großen Altersunterschied.
00:15:06: Und es war klar, dass der Ferri keine Kinder möchte.
00:15:11: Und ich weiß jetzt vielleicht, kennt es die eine oder andere Frau, dass plötzlich so um die dreisichtig diese innere Uhr förmlich ... Ich hab früher, wenn ich das gehört, hab ich mir immer gedacht, echt jetzt.
00:15:23: Aber
00:15:25: das ist tatsächlich so ... oder kann so sein, ich möchte es ja gar nicht auf jeden irgendwie projizieren, das kann so sein, dass dann plötzlich dieser Wunsch so extrem wird, auch fast ein bisschen so dieses Torschlusspanik, also wenn ich das jetzt nicht in die Wege leid, dann bleibt mir das ja nie vergönnt und dass man wohl, so habe ich es mir zumindest erklären lassen, durchaus in dieser Phase, wenn man sich da nen Partner sucht, sehr, ich sag jetzt mal, zeugungsfähig, das wird sich blöd an irgendwie, aber ich kann es gar nicht anders ausdrücken, also sehr männliche, sehr maskulin, also die nach außen schon ausstrahlen, dass sie zeugungsfähig sind.
00:16:18: Das
00:16:18: machen wir wahrscheinlich die Hormone in dem Fall dann, ne?
00:16:20: Das ist tatsächlich, das ist ein chemischer Prozess, also das ist wirklich... Verrückt eigentlich.
00:16:29: Und dann trifft man praktisch auch diese Wahl so danach.
00:16:35: Und ich finde, wenn man das weiß und dann immer so gedanklich sein Freundeskreis durchgeht, stößt man da auch so auf das ein oder andere Paar, wo man sich vielleicht denkt, die passen doch eigentlich gar nicht zusammen.
00:16:47: Aber in dieser Phase, wo es um Kinder geht, werden häufig solche Beziehungen eingegangen.
00:16:53: Und er war als Gast in dem Lokal, das ich damals hatte, mit dem Pferde zusammen.
00:17:00: Und so haben wir uns kennengelernt.
00:17:02: Und dann habe ich mich relativ schnell dann vom Pferde getrennt.
00:17:08: Aber wie gesagt, im Guten müssen wir heute noch befreundet, weil er hat es auch verstanden, diesen Kinderwunsch.
00:17:17: Und ich war also rückwärdend.
00:17:20: damals nicht, damals war für mich alles super super schön und ich war wahnsinnig verlebt und so rückwirkend aber tatsächlich dieses förmlich blind rosarote Brille.
00:17:35: alles was damals schon passiert ist immer wieder entschuldigt auch ja und dann Man bringt sich selber in diese Position.
00:17:48: Es geht hier auch gar nicht um Schuld.
00:17:50: Es gibt immer einen, der was tut und der andere, der das mit sich machen lässt.
00:17:54: Und ich war halt dieser letzte Part.
00:17:58: Das passiert natürlich bei gerade so empathischen Menschen sehr häufig, wenn jemand kommt und sagt, das tut mir aber wahnsinnig, ich wollte es nicht.
00:18:09: Das ist nur passiert, weil... Dann lässt man das zu und man versteht es sogar, man hat sogar Mitleid.
00:18:17: Und es kann sich in ganz wirklich toxische Beziehungen, diese Spirale, die wird quasi immer schmaler irgendwie zum Ende.
00:18:33: Das kann so weit gehen, dass der Betroffene auch wirklich denkt.
00:18:40: Er ist derjenige, der eigentlich falsch ist.
00:18:43: Man vergibt vielleicht Dinge, wo man dann im Rückblick sagt, wie bin ich da, jeder zugekommen, sowas zu vergeben und überschreitet möglicherweise auch seine eigenen Grenzen und Wertevorstellungen.
00:18:55: Richtig, also heute noch, ich arbeite heute noch daran, dass ich mit mir sehr ins Gericht ziehe, immer noch, also dass ich mich... mich in dieser Phase, wenn ich mich rückblickend anschaue, absolut nicht verstehen kann.
00:19:12: Natürlich habe ich dann, wie dann meine Tochter schon auf der Welt war, dann kommt ja nochmal was dazu.
00:19:19: Also dann ist man ja Mutter und ich habe ja dann auch kein Geld verdient, ja bis dann irgendwie gestern aus dem Job raus und so.
00:19:29: Dann setzt man sich natürlich auch noch finanziell oder oder oder
00:19:37: Gibt dann eine Abhängigkeit letztlich
00:19:38: auch?
00:19:39: Das setzt sich selbst eigentlich in diese Abhängigkeit.
00:19:43: Und da können noch ganz viele andere Abhängigkeiten dazukommen.
00:19:49: Also dann keine Ahnung, ob das jetzt Häuser waren, die gekauft wurden, die ich mit unterschrieben habe und solche Gesichten.
00:19:57: Dann kam eine Krankheit.
00:20:00: dazu bei ihm, da musste also regelmäßig alle drei Tage, musste Verbandswechsel gemacht, war über wirklich über fünf Jahre lang und das hat er von keinem Arzt machen lassen, sondern das konnte nur ich machen und das durfte nur ich machen.
00:20:15: Das sind alles Abhängigkeiten, die man eingeht und sich dann auch verantwortlich fühlt.
00:20:23: Und ich war halt wirklich auch an dem Punkt, wo ich mir gedacht habe, okay, das bleibt jetzt mein Leben lang so.
00:20:30: Es wird sich nicht mehr ändern.
00:20:31: Ich muss mich einrichten in diesem Leben.
00:20:34: Weil der Gegenpart, also in dem Fall dein Ex-Mann ja auch ... Für ihn war das ja klar, dass das so abläuft.
00:20:42: Dass das eure stillschweigende Vereinbarung vielleicht ist.
00:20:45: Ja, richtig, genau.
00:20:47: Also, er hat es ja auch so angenommen.
00:20:50: Ich möchte es auch noch einmal sagen, da geht es gar nicht um Schuld.
00:20:54: Und es ging bei mir auch nie um irgendeine Abrechnung oder irgendwas.
00:20:58: Ähm ... Es ist einfach so, weil der eine so ist und der andere so.
00:21:05: Nur, dass ich nicht viel früher da einen Cut gemacht habe und da wirklich sehenden Auges da reingeraten bin, das kann ich mir schlecht vergeben.
00:21:20: Was hat denn das verändert für dich?
00:21:23: Für heute, gerade in dem Punkt Beziehungsleben, partnerschaftliches Leben, hat es dich... ängstlicher gemacht, vorsichtlicher gemacht, oder findest du gerade ein Weg zurück, wo du sagst, ja, ich bleib mir treu und hoffe quasi, dass ein künftiger Partner es gut mit mir meint.
00:21:47: Ja, also man wird sehr, sehr achtsam und man ist sehr auf der Hut auch.
00:21:54: Klar, aus der Erfahrung raus, weil man einfach weiß, Menschen können sich auch gut verkaufen und du weißt nicht, wie sich das dann noch verändern könnte.
00:22:04: Und vor allen Dingen bin ich mir selbst jetzt am wichtigsten.
00:22:11: Und das wird sich auch niemals mehr ändern.
00:22:15: Und das sage ich auch immer ganz klar, ich würde mir auch nie mehr von irgendjemandem mal im Beruf möchte jetzt auch ein verbieten lassen, aber vermiesen lassen, weil das hatte ich halt auch sehr lange, dass ich musste mehr quasi die Zeit stehlen, um auf die Bühne zu gehen und mich immer dafür rechtfertigen, warum ich das überhaupt mache, obwohl ich diesen Job so sehr lieb und meines Erachtens bin ich überhaupt nur auf der Welt, um das zu tun, was ich tue.
00:22:45: Das sind Dinge, die sind mir wahnsinnig wichtig und genauso wichtig ist es mir, dass dass ein Partner selbst auch ein Leben hat, Freunde hat.
00:23:00: Also nicht an mir hängt und mich erdrückt, weil es genauso anfängt.
00:23:07: Also so kann so was anfangen.
00:23:10: Ich möchte keine Verantwortung mehr übernehmen für einen erwachsenen Menschen, weil es eigentlich so sollte das nicht stattfinden, sondern... eben auf Augenhöhe und mit Respekt.
00:23:25: und ja.
00:23:29: Gehen wir nochmal gedanklichen Schritt zurück, also als ihr euch kennengelernt habt, war dann die Beziehung mit dem Pferdi.
00:23:36: dann, Pferdi hieß er gern, zu Ende der war zwanzig Jahre älter glaube ich.
00:23:39: Ja,
00:23:41: mit der Beziehung ging aber auch so ein gemeinsames Projekt.
00:23:44: Und letztlich auch ein Traum von dir zu Ende.
00:23:46: Kannst du kurz erklären, was das war?
00:23:48: Er hat ja gemeinsam ein Restaurant geführt.
00:23:49: Genau.
00:23:50: Also ich bin ja gelernt, der Restaurantfachfrau.
00:23:53: Und ich habe den Ferie damals kennengelernt und aber gelernt, der Koch.
00:23:56: Und da lag das natürlich auf der Hand, dass wir uns selbstständig machen.
00:23:59: Und es war wirklich auch eine ganz wichtige und schöne Zeit in meinem Leben.
00:24:04: Wir haben ein gemeinsames Lokal gehabt eben.
00:24:09: Und ja, und als ich mich dann getrennt habe, und das Lokal lief eigentlich auf meinen Namen, und dann hat der Feri damals gesagt, du kannst mir doch nicht alles nehmen.
00:24:19: Und dafür hatte ich natürlich auch sehr viel Verständnis.
00:24:22: Und dann habe ich gesagt, ja, okay, also wir kriegen das.
00:24:26: Also, wie gesagt, wir haben uns immer gut verstanden und uns heute noch auch finanziell konnten, wir das auseinander dividieren, problemlos, also so wie erwachsene Menschen eigentlich auch miteinander umgehen.
00:24:38: Und da hatte er das Lokal eben dann quasi behalten.
00:24:42: Dann habe ich noch eine Zeit lang als Geschäftsführerin bei ihm gearbeitet und dann habe ich mich ja eigentlich auch gezwungenermaßen dann da rausgelöst, weil mein späterer Mann dann der Toni halt auch selbstständig war und ein paar Unternehmen gehabt hat und gesagt hat zwei Geschäfte zusammen, das geht nicht.
00:25:04: Und genau.
00:25:05: Und dann habe ich diese Entscheidung getroffen, halt auch in diesem Bewusstsein, wenn ich Kinder möchte, ist Gastronomie sehr auch oft schwieriger.
00:25:17: Ja, und das war dann schon ein großer Cut in meinem Leben, von meinem bisherigen Leben.
00:25:22: Das muss man vielleicht noch dazu erklären, weil du hast ja auch gesagt, die neue Beziehung kam auch zustande, weil du einen starken Kinderwunsch hattest.
00:25:27: Mit Toni hast du ja dann auch zwei Kinder bekommen.
00:25:29: Genau, ja, ja.
00:25:32: Du hast es auch schon angesprochen, du hast dann in der Firma von deinem Mann mitgearbeitet.
00:25:37: Richtig.
00:25:37: Das war eine Baufirma, Dachdeckerfirma.
00:25:39: Die war doch bei euch aufm Hof mit irgendwie auch untergebracht.
00:25:42: Ja, ja,
00:25:43: ja.
00:25:44: Letztlich ist ja die Firma dann jetzt auch in die Insolvenz gerutscht und du warst doch jetzt zuletzt auch daran beteiligt.
00:25:50: Um da den Ausgang zu finden, um einfach diese Insolvenz abzuwickeln, wie ist da der Stand?
00:25:56: Die ist immer noch nicht abgeschlossen, weil gerade im Bauwesen geht es immer um die Sicherheitsanbehalte, aber es gibt einen, also die müssen erst, da muss diese Zeit erst um sein, dass quasi auch die Insolvenz dann komplett vom Tisch ist.
00:26:13: Ja, aber es beschäftigt mich jetzt nicht mehr so viel mittlerweile, weil es gibt eine Insolvenzverwalter und irgendwann, also am Anfang dachte ich mir, ich muss da wahnsinnig viel mithelfen und wahnsinnig viel tun.
00:26:23: und mittlerweile denke ich mir aber auch, ja, nein, also ich, der macht es natürlich alles, der trächt die Verantwortung dafür und der muss ich letztendlich auch drum kümmern.
00:26:35: Was aber nicht heißt, dass nicht solche Altlasten mich natürlich auch gerade finanziell immer noch, ja.
00:26:43: permanent eigentlich erreichen und ich immer noch so am Rudern bin, immer so krass jetzt wie noch vor eineinhalb oder zwei Jahren.
00:26:53: Also ich komme langsam, ist irgendwie Land in Sicht.
00:26:57: Aber es war schon echt, also auch eine schwierige Zeit jetzt dann auch beruflich, weil viele Menschen einfach nicht wissen, wie mein Tag immer schon ausgeschaut hat, bevor ich irgendwann abends auf irgendeiner Bühne sehe.
00:27:09: Also das ist schon ...
00:27:11: Da war wahrscheinlich dann das Leben oder die Arbeit auf der Bühne, das kleinere
00:27:18: am Tag, oder?
00:27:19: Ja, tatsächlich meine Erholungsphase.
00:27:22: Also, das war raus, ich Kraftschöpf, und das war aber ja die Jahre vorher schon immer so.
00:27:28: Ich hab aus diesen damals ja nur wenige Auftritte, also fast nach den Franken schon, und halt Fasching irgendwie so.
00:27:36: Da habe ich ja unterm Jahr noch nicht so viel gemacht, weil ich das auch zeitlich gar nicht, ich hätte das gar nicht machen können, ja auch so mit Nullunterstützung natürlich auch, was Familie betrifft, war das nicht machbar.
00:27:51: Aber die Zeiten, die ich mir genommen habe für die Bühne und für das, was ich wirklich so von Herzen gern mache, das war für mich diese aktive Erholungsphase.
00:28:06: Praktisch, aus der ich wieder Kraft geschöpft hab.
00:28:09: Wie hast du es trotzdem geschafft, das alles unter den Hut zu bekommen?
00:28:13: Das sind zwei Kinder auch da.
00:28:14: Du bist die Mama, du bist dann die Ehefrau, die in der Firma mitarbeitet, oder am Ende die Insolvenz mitabwickelt, gleichzeitig aber auch auf der Bühne unterwegs.
00:28:23: Also, wie schafft man das?
00:28:26: Man braucht ja erst mal A-Energie, sag ich mal, aber gleichzeitig auch dann gerade für die Bühne auch irgendwo einen freien Kopf.
00:28:32: Ja.
00:28:33: Das stelle ich mir unglaublich kräftezehrend vor.
00:28:36: Ja, es ist hart.
00:28:37: Und ich hab heute noch manchmal Tage, wo ich so ... Da ist müde der falsche Ausdruck, wo ich wirklich erschöpft bin.
00:28:46: Manchmal so ... Ich sag's dann immer so, ohne dass ich's meine.
00:28:50: Ich sag's dann mal, ich bin lebensmüde.
00:28:54: Weil ich von meinem bisherigen Leben so müde bin, also so erschöpft bin.
00:29:03: Das kostet ... Verdammt viel Anstrengung.
00:29:09: und vor allen Dingen aber auch diese... Ich sag's jetzt mal so, ich war halt, ich war vom Grund auf immer unter Strom gestanden, also permanent.
00:29:23: Das ist natürlich wahnsinnig anstrengend und konnte mich aber eigentlich immer nur wirklich entspannen, wenn ich irgendwas auf der Bühne gemacht habe.
00:29:32: Also es klingt ja verrückt, weil eigentlich ist es... Für viele Kollegen vermutlich anders.
00:29:37: Alles rum, ne?
00:29:37: Ja, also die haben irgendwie, die haben halt sonst Freizeit und dann haben die Anspannung, wenn die auf die Bühne gehen.
00:29:44: Und bei mir fällt tatsächlich alle Last und aller Druck ab.
00:29:50: wenn ich irgendwo auf der Bühne stehe.
00:29:52: Und das ist natürlich schön, weil man somit einfach viel kompensieren kann.
00:29:56: Also dann, wie gesagt, das ist ja diese, ich bin vom Typ her, glaube ich, auch so jemand.
00:30:01: Ich brauche natürlich auch Erholungsphasen in Form von, ich lege auf der Couch drum und glotz Netflix, so wie das jeder andere Mensch auch macht.
00:30:08: Aber es ist mir oft ungenügend.
00:30:11: Ich bin als Mensch so, dass ich wohl doch immer, ich brauche irgendwas Aktives.
00:30:15: Es muss natürlich was sein, was mich trotzdem Erholt und entspannen lässt auf irgendeine Art und Weise.
00:30:23: Also vielleicht durch andere Eindrücke.
00:30:27: Da sind Menschen halt unterschiedlich, wie sie sich das holen.
00:30:31: Und von daher war das natürlich sehr glücklich, dass ich mir praktisch aktive Erholung mit diesem Job immer wieder zukommen lassen kann.
00:30:43: Ja, auch Spaß macht und nach wie vor.
00:30:45: Und du hast auch, glaube ich, so formuliert, dass das für dich, glaube ich, sogar der Grund hast du gesagt, warum ich eigentlich hier auf der Welt lebe.
00:30:50: Ja, das sehe ich so, tatsächlich.
00:30:52: Ja, ich glaube, dass es, es gibt für jeden Menschen natürlich einen Platz auf dieser Welt, den er auch erst finden muss, glaube ich, immer diese harte Phase.
00:31:03: wo man sich oft nicht richtig fühlt bei irgendwas.
00:31:06: Und dann sehr glücklich ist, wenn man seinen Platz in der Welt gefunden hat.
00:31:11: Und ... ja, und für mich seh ich deutlich, dass ich jetzt am richtigen Platz bin.
00:31:20: Vielleicht an der Stelle, dass wir noch mal kurz erklären, dass man sich das vorstellen kann, wie du lebst.
00:31:25: Das ist ja ein kleiner Ort.
00:31:27: Und die ehemalige Firma ist jetzt damit auf dem Hof.
00:31:31: Und du lebst in so ... Alten, sanierten Fachwerkhaus war ein ehemaliges Gasthaus.
00:31:38: Ansatzweise
00:31:38: saniert er.
00:31:39: Genau.
00:31:39: Auch das war ja dann irgendwas, was in den letzten Jahren dich euch sehr stark beschäftigt hat.
00:31:43: Ja.
00:31:44: Die Sanierung.
00:31:44: Ja,
00:31:45: richtig.
00:31:47: Also, ähm, es ist auch tatsächlich nicht machbar.
00:31:51: Entweder ich, aber dann müsste ich erst mal Lodo spielen, dass ich eben Lodo gewinnen kann.
00:31:54: Eigentlich liest immer das andere aus, irgendwie.
00:31:56: Ähm, das ist nicht machbar, dieses Haus.
00:32:00: komplett zu sanieren.
00:32:01: Das kriege ich nicht hin, das weiß ich.
00:32:04: Und ja, und da habe ich mittlerweile eben auch Ideen, habe es auch schon angefangen, habe es schon mal auf dem Markt gehabt, das Haus tatsächlich zu verkaufen und mir doch irgendwie nochmal meinen Traum zu erfüllen.
00:32:17: Ich wollte eigentlich immer viel weiter südlicher wohnen, also weil ich bin... Ich bin leidenschaftliche Motorradfahrerin und aber auch Skifahrerin und ich hätte gerne immer diese Nähe zu den Bergen irgendwie, wo ich halt auch mal Sonntag frühmache und ich fahre jetzt mal zwei Stunden Skis, irgendwie so.
00:32:38: Und ja, und es ist gerade ein bisschen in so einer Phase, ich habe natürlich einen Sohn, der jetzt erst eine Ausbildung angefangen hat, aber das ist so ein bisschen das Endziel, dass ich tatsächlich auch wegziehe noch mal.
00:32:52: Mir dann jetzt im letzten Lebenstrittel, ich nenn's mal so, einfach nochmal das zu Gute kommen, mir selbst zu Gute kommen lassen, was ich auch als Kind schon geträumt habe, wenn ich jetzt dann nochmal die Möglichkeit habe.
00:33:12: Das hört sich ja fast so an, als würdest du da die fränkisch-beirische Grenze vielleicht sogar überschreiben.
00:33:19: Die Bayerische überschreide ich nicht.
00:33:21: Aber die fränkische, die fränkische... Natürlich, man dürfte es jetzt nicht so sehen, weil ich feier sowieso jeden Abend irgendwo hin.
00:33:37: Aktuell, wenn ich von Würzburg nach Nürnberg fahre, da brauche ich genauso lang wie wenn ich von München nach Nürnberg fahre.
00:33:44: Also, zum Beispiel.
00:33:47: Und von daher ist es eigentlich egal, wo ich wohne.
00:33:50: Ich bin und bleibe natürlich Franken.
00:33:52: Also sowohl im Herzen als auch für die Menschen.
00:33:58: Und ich werde auch immer irgendwo einen Platz in Unterfranken haben, wo ich keine Ahnung, ein Zimmer apartment oder irgendwas, wo ich auch darauf zurückgreifen kann, wenn ich beruflich da bin.
00:34:10: Aber ich möchte tatsächlich ein bisschen weg, vielleicht auch von dem... Klar, es kennt mich über kurz oder lang egal, wo ich wohne, je nach.
00:34:21: Aber ich bin natürlich sehr auf dem Präsentierteller auch jetzt auch, weil durch die Lebenslinien vielleicht auch, ja, man weiß jetzt genau, wo ich wohne und so.
00:34:33: Und ich komme schlecht zur Ruhe zu Hause.
00:34:36: Möcht aber auch der Zufall sich auch an dem Haus an sich.
00:34:40: Also, weil einfach viel... passiert ist und und dadurch kam auch der Gedanke, dass ich muss das irgendwann verkaufen, weil ich muss mehr Ruhe für mich finden.
00:34:52: Und dann habe ich gedacht, aber dann ja dann nicht jetzt wieder irgendwo im Nachbarkaff oder was, das sehe ich jetzt auch nicht.
00:35:01: Dann würde ich mir einfach noch einmal so ein Traum erfüllen, wo ich ein bisschen mehr zur Ruhe komme.
00:35:05: Ich kann dir auch sagen, wo.
00:35:07: Ja, ne?
00:35:08: Ich bin neugierig.
00:35:10: Also, mich zieht's in den Bayerischen Wald.
00:35:12: In den Bayerischen Wald, ja, ist auch schön.
00:35:15: Weil es da noch, also ganz in der Nähe auch zur Tschechei, da ist es sehr ursprünglich und sehr aufs Wesentliche reduziert.
00:35:26: Also, die Menschen auch sind sehr aufs Wesentliche reduziert.
00:35:30: Ich hab so das Gefühl, also ich hab das schon immer mit meinem Sohn zusammen auch viel Urlaub gemacht und so.
00:35:36: Ich hab so das Gefühl, eben ... Da wenn Schneider geht es nur um den Schnee, da ist der Rest heute mal egal.
00:35:43: Wir räumen jetzt erst einmal einfach Schnee vom Hof.
00:35:48: Das entspannt mich unheimlich.
00:35:50: Also ich brauche einfach in meinem Privatleben ein bisschen mehr Ruhe, weil sonst einfach viel los ist.
00:35:59: Ich stelle mir das auch, das wollte ich vorher noch sagen, als du das von der Abwicklung von der Insolvenz erzählt hast und dass halt so ein großes Gebäude halt immer viel Arbeit bedeutet, dass es zusätzlich ja auch noch sehr emotional belastend ist.
00:36:12: Ich meine, du blickst ja, du gehst zur Haustür raus, muss man sich vorstellen, und du blickst eigentlich immer auf die Vergangenheit.
00:36:18: Ja,
00:36:20: ja.
00:36:20: Das ist auch
00:36:21: in dem Haus.
00:36:22: Also ich
00:36:23: hab
00:36:23: permanent die Vergangenheit um mich, genau.
00:36:26: Und das ist natürlich auch Ballast, den man... dann auch irgendwann loswerden muss, ja.
00:36:37: Wir haben es jetzt ja schon ein paar Mal erwähnt, dein berufliches Leben.
00:36:40: Das ist ja bekannt.
00:36:42: Du bist Kabarettistin, bist als Putzfrau unterwegs.
00:36:44: Und deswegen würde ich jetzt gern mal mit dir so vorspulen ins Jahr zwanzig fünfzehn.
00:36:49: Weißt du, warum?
00:36:50: Du bist das erste Mal bei Fastnacht in Franken zu sehen.
00:36:53: Und du hast gesagt, es ist so das Hürgste, was man als Kabarettistin erreichen kann.
00:36:59: Kannst du dich noch daran erinnern so an dieses ... Erster Gefühl, so ein paar Minuten vor dem ersten Auftritt bei Fast Nacht in Franken.
00:37:09: Ich muss mal ganz kurz, weil ich gefühlt im Kopf jetzt Menschen vor mir sehe, die da aufschreien, wenn du sagst, was Kabarettisten erreichen können.
00:37:20: Weil Kabarettisten wollen ja selten was mit Fasching zu tun haben.
00:37:26: Ich sag mal, was man als Fastnachter, das ist der Fastnachter.
00:37:29: Okay, konkretisieren wir sehr genau.
00:37:30: Ja,
00:37:31: weil es gibt natürlich unterschiedliche Kabarettisten, die wollen gar nicht zu Fastnachter fragen.
00:37:35: Und das nur so kurz am Rande.
00:37:38: Ich kann mich noch wirklich sehr gut erinnern, als wäre es gestern gewesen, quasi.
00:37:45: Auch alles ankommen mit den heutigen Kollegen.
00:37:52: Damals war ich ja noch so, oh Gott, der Michel Müller.
00:37:56: Der Volker heißt man.
00:38:00: Ich war ja so Fan.
00:38:04: Die Leute, die man bisher vielleicht nur im Fernsehen gesehen hat.
00:38:06: Genau.
00:38:06: Und dann das erste Mal in real life.
00:38:08: Und
00:38:08: dann leben die tatsächlich mit mir.
00:38:11: Das gibt ja auch ein Backstage.
00:38:16: Hab mich natürlich klar, wenn du da ankommst in diese gewachsene Fastnacht-Familie.
00:38:22: So als Newcomer, das ist ... Das ist so ähnlich wie wenn du neu auf eine Schule kommst, wenn du dich so noch so an das Gefühl erinnern kannst.
00:38:29: Also so fühlt man sich auch als Erwachsener.
00:38:32: Oder wenn man neu
00:38:34: in einem Betrieb
00:38:35: kommt, wo alle irgendwie sich schon so lange kennen.
00:38:38: Also so.
00:38:40: Schon ein bisschen schwierig wurde, aber also wirklich ab Sekunde eins vor allen Dingen vom Oddy Schmelzer gleich an die Hand und unter die Fidde hier genommen und.
00:38:51: und habe wirklich auch schon im ersten Jahr diese Fastnachtsfamilie, von der man da immer spricht, tatsächlich auch erleben dürfen.
00:39:01: Damals natürlich noch mit wahnsinnig viel Anspannung, also muss ich ganz ehrlich sagen, weil mir das auch so bewusst gemacht wurde.
00:39:10: Ich selber hätte es mir, glaube ich, gar nicht so bewusst gemacht, aber von außen hast du dann immer gehört, ja, die Kameras und so und so viele Menschen vor den Bildschirmen und live und das hast du Hast du halt praktisch so, ich weiß nicht, haben sie dir so verpflanzt, dass damit natürlich dann auch diese Wahnsinnsaufregung kam.
00:39:33: Ja klar, das erzeugte auch einen Druck.
00:39:35: Wenn ich mich jetzt verspreche, dann hören die sofort irgendwie drei, vier Millionen Leute.
00:39:39: Genau.
00:39:42: Also wenn ich mir heute diesen Aufschnitt anschaue, denke ich mir, boah, das merkt man.
00:39:48: Das merkt man auch.
00:39:50: Ich meine, das kann man mir natürlich nicht verdenken, ist ganz klar.
00:39:55: Deshalb habe ich aber vorhin ja am Anfang auch zunächst, und mir ist das eigentlich egal, wo der Kamerast hin.
00:40:00: Die interessieren mich nicht mehr wirklich, weil ich mich davon ein bisschen befreit habe.
00:40:05: Also weil ich mein klar weiß ich.
00:40:09: Das Verkammerer ist natürlich weiß ich das.
00:40:12: Aber ich versuche und das versuche ich halt als Mensch auch in meinem Privatleben im Moment zu sein.
00:40:19: Und im Moment habe ich auch an diesem Abend nur das Publikum im Saal vor mir.
00:40:28: Und genauso empfinde ich das.
00:40:31: Und genauso spiele ich auch.
00:40:34: Und wenn ich in eine Kamera, das mache ich ja manchmal auch, dass ich tatsächlich was in einem Studiumach, dann ist es der Kameramann für mich.
00:40:46: Und ich glaube, das ist so ein, man kann es jetzt sagen, man kann es sagen, das ist ein Trick oder ein guter Tipp oder was auch immer.
00:40:56: Aber ich lebe halt von den Menschen und von den Reaktionen und deswegen ist Fastnacht in Franken auch so ein besonderes Format, weil man einen Saalfasching und auch dieses Feeling, aber trotzdem halt live und auch mit dem Feeling irgendwie übertragen möchte.
00:41:19: Und dann muss es natürlich so sein, dass für den Künstler dieses ... auch dieses Publikum im Saal, als wenn man im Vordergrund steht, weil sonst kann das ja auch da nicht ankommen, dann kommt natürlich auch die Stimmung, wo Publikum nicht mit.
00:41:32: und von daher, ja, sehe ich das einfach so und das habe ich mir aber über die Zeit natürlich angeeignet, klar.
00:41:38: Ich glaube, wenn du dann immer daran denkst, boah, da schauen jetzt Millionen Menschen zu, das ist dann auch irgendwie eine Belastung, ein Druck, und das macht ja was mit einem.
00:41:46: Ja, und dann muss man sich ja auch denken, ja, aber die wollen das ja anschauen und die könnten ja auch umschalten.
00:41:52: Das stimmt, ja.
00:41:52: Ich übernehme keine
00:41:56: Verantwortung mehr für erwachsene Menschen.
00:41:59: Wenn ich lachen will, ist auch okay, ne?
00:42:03: Das war ja auch kein Zufall, dass du jetzt zu fast Nacht in Franken gekommen bist.
00:42:08: Ich hatte jemand entdeckt.
00:42:13: Sag schon, mhm.
00:42:13: Auch witzige Geschichte in Wiesel.
00:42:17: Ich muss gar nicht viel fragen, ich muss einfach nur antie sagen, gell?
00:42:19: Und dann, du
00:42:20: meinst
00:42:20: gleich auf was ich stelle.
00:42:21: Ja, klar.
00:42:22: Also ich hab mein Leben,
00:42:23: wenn das so
00:42:24: ist.
00:42:25: Ja, eben, genau.
00:42:25: Stimmt, stimmt.
00:42:26: Du hättest jetzt Informationen von denen, ich auch nix weiß.
00:42:28: Ich schau mal, ob ich doch was auf meinen Rationskarten irgendwo versteckt hab, weil ich glaub nicht, ne?
00:42:34: Ja, der Bernhard Schleerit, damaliger Präsident vom Fassnachtverband Franken, der ja mit seiner Frau, mit der Christel, viel auch auf diesen... normalen Prunksitzungen, wie in diesen Hallen unterwegs war, hatte mich wohl schon ein paar Mal gesehen.
00:42:54: und dann, ich weiß allerdings nicht mehr, auf welcher Veranstaltung, er hat mich auf irgendeine Veranstaltung an mich angesprochen und hat sich vorgestellt und hat gesagt, er ist der Präsident.
00:43:03: Was nachs Verband Franken.
00:43:04: und ja, und das war ja ganz gut, was ich, also so wie der Bernhard halt spricht, das ist ja ganz gut, was du da magst.
00:43:14: Der fränkische Lob, würde ich sagen, so richtig enthusiastisch.
00:43:17: Genau.
00:43:21: Und dann hat er zu mir gesagt, sie hätten mich gerne mal bei dem Casting dabei, so für die narische Weinprobe.
00:43:32: Und dann, ich bin ja so ein Mensch, wenn ich von was, also wenn ich von was Geahnung hab.
00:43:38: Das war was, was ich gemacht habe, anders mit mir.
00:43:40: Ich sag erst mal nur ja und informiere mich dann später und denke, ah, okay, darum ging es.
00:43:45: Genauso arbeite ich.
00:43:48: Und in dem Moment habe ich mir auch gedacht, okay, na, da ist die Beinbruch.
00:43:52: Was war das wieder?
00:43:54: Da muss ich erst einmal gucken.
00:43:55: Ach ja, okay, das hatte ich auch schon gesehen.
00:43:57: Natürlich, immer hat man das schon einmal gesehen.
00:44:01: Und dann war ich bei diesem Casting.
00:44:05: Also bin dahin und ich habe damals ja noch gereinigt.
00:44:08: Büttenreden auch gehabt von den Vorjahren, weil das war noch gar nicht so lange her, dass ich praktisch das erste Mal als Putzfrau, die ich mir dann irgendwann ausgedacht habe, diese Rolle dann so mehr so stand up gemacht habe, sondern ich habe früher ja so richtig gereimte Büttenreden halt gemacht.
00:44:27: Und dann hatte ich da, ich glaube, die Rede von der von der Weinkönigin Echen wieder bei für dieses Casting.
00:44:36: Und Und dann haben die gesagt, ja, also das gefällt mir.
00:44:42: Also er hat mich dann angerufen wie bei der Spender.
00:44:44: Also sie würden das nehmen und da wäre aber die Aufzeichnung, das wird ja aufgezeichnet, ich glaube am fünften und am sechsten Januar.
00:44:54: Und dann habe ich gesagt, ja, da bin ich im Urlaub.
00:44:59: Und da war er wirklich, also fast ein bisschen entsetzt.
00:45:05: Dann habe ich gesagt, ja,
00:45:06: aber... Kannst du nicht anders klären, die närdische Weinprobe?
00:45:08: Also, da ist aber halt die Aufzahlung, also so um... Ich hätte halt quasi, ich hätte mir das quasi schon vorher auch überlegt können, wenn ich gewusst hätte, wie der Ablauf ist, aber das wusste ich halt leider auch nicht.
00:45:20: Und jetzt habe ich praktisch also halt da die Stirn gehabt, da abzusachen.
00:45:23: Also so war das Gefühl so ein bisschen für mich.
00:45:25: ... in meiner Unbedarftheit, aber halt eigentlich nur.
00:45:31: Und dementsprechend war ich aber dann sehr später halt wieder ... ... bei dem Casting dabei.
00:45:36: Wusste dann auch schon, waren aufgezeichnet.
00:45:38: Du bist
00:45:38: dann tatsächlich dann ... ... nicht hin,
00:45:40: weil du
00:45:41: Urlaub, dann hat das da, okay.
00:45:42: Sorry.
00:45:43: Also, da war ich nicht da.
00:45:44: Und dann ... Aber wie gesagt, das ist ja drauf.
00:45:46: Hat das dann geklappt.
00:45:48: Und da hab ich dann auch schon ... ... das so in Freier Rede gemacht.
00:45:53: Das war dann auch schon die Putzfrau dann, ne?
00:45:57: Also da haben wir dann gesagt, okay, müssen wir jetzt nicht mehr mit, da war ein Königin und gerne einem, sondern, genau.
00:46:05: Ja.
00:46:06: War der Urlaub gut?
00:46:07: Also als Ersatz dafür, wo war es denn?
00:46:10: Ich glaube
00:46:10: in Ägypten.
00:46:12: Ich glaube es war in Ägypten.
00:46:13: Erinnert mich jetzt an die Klub, Petra, aber da kommen wir später noch mal.
00:46:17: Mein Zohn war da halt noch sehr klein und das war halt immer dieser einzige Familienurlaub, der ging über Weihnachten und Silvester.
00:46:26: Tochter hat am neunundzwanzigsten zwölften Geburtstag und wir haben dann immer gesagt, also dann machen wir diese Feiertage, weil im Sommer ging das halt nicht.
00:46:37: Und dann hast du zwei zusammenhängende Wochen halt immer in diesen Weihnachtsferien, die war ja schon in der Schule, die Show und ja, genau.
00:46:46: Und dann war mir da halt oft im, was heißt oft?
00:46:49: Das waren drei Jahre, wo wir da ... Familienurlaub gemacht haben zu dieser Zeit und das war halt ein Jahr davon.
00:46:56: Also,
00:46:57: Fünfzehn hat es ja dann geklappt mit Fast Nacht in Franken.
00:47:01: Wir haben es ja schon angesprochen, dass die Sendung schlägt ja Zuschauerrekorde eigentlich jedes Jahr aufs Neue beim BR und Fünfzig Prozent Marktanteil ein bisschen mehr, manchmal weniger.
00:47:13: Letztlich Millionen Menschen schauen zu und lernen die Putzfra, die ihnen das Prokta können.
00:47:19: Was haben das mit deinem Leben gemacht?
00:47:22: Hat sich da konkret schon nach dem ersten Auftritt was verändert?
00:47:25: Oder hat es dann erst gebraucht und sich entwickeln müssen?
00:47:29: Was sich nach dem ersten Auftritt schon verändert hat, war, dass natürlich, so laut wie du, Presse und so, dass du da schon mal andereufen kriegst und irgendwelche Zeitungsartikel und solche Sachen.
00:47:46: Also ich habe dann schon gemerkt, okay, anscheinend schauen wir es viel.
00:47:52: Also anscheinend ist das Interesse an den Darstellern auch extrem groß.
00:47:59: Das habe ich schon relativ zeitig festgestellt, ja und dann kamen natürlich eben auch so Anfragen, so unterm Jahr irgendwie, ja und könntest du nicht einmal auf dem Geburtstag auf dieser Hochzeit, also da kamen dann schon immer mal so kleine Auftritte, wie so Kurzauftritte.
00:48:17: auch unterm Jahr dazu, was ich dann natürlich auch gemerkt habe, ist, dass diese Faschings-Reichweite, also von Vereinen, wie dann halt eben auch im Nürnberger Raum oder im Bamberger Raum oder wo auch immer, ja, dass das dann größer wurde.
00:48:32: Vorher war ich ja nur im Raum Würzbüch unterwegs und dann hat er plötzlich Mainz angerufen.
00:48:37: und na, also dann fährst halt Fasching echt auch weit draußen rum, sag ich jetzt mal so, aber Wenn du sagst, Landen, die Ihnen das Prokta kennen, das stelle ich heute immer noch fest.
00:48:52: Menschen, die mich tatsächlich nur von Fassnacht in Franken kennen, die haben ja gar keine Ahnung.
00:48:57: Also auch nicht, was ich tatsächlich auf der Bühne mache.
00:49:00: Weil Fassnacht in Franken ist natürlich ein Auftritt von maximal zehn Minuten.
00:49:05: Und ich bin mir immer sehr bewusst, was man da sehen will oder wie schnell es funktionieren muss.
00:49:14: Also es muss immer ... Auch das, wie es aufgezogen ist, ist natürlich immer extrem wichtig.
00:49:21: Also mir ist auch immer wichtig, wie komme ich rein, welches Kostüm und so.
00:49:26: Das ist anders wie jetzt, wenn ich irgendwo auf einer Bühne stehe.
00:49:29: Auf einer Bühne ist wichtig, was ich sage.
00:49:32: Das ist bei Fassach den Franck auch wichtig, aber genauso wichtig ist dieses Erscheinungsbild.
00:49:39: Du hast jetzt nicht eine halbe Stunde Zeit, um das Publikum aufzuwerben.
00:49:42: Auf
00:49:42: meine Seite zu
00:49:43: ziehen.
00:49:43: Das muss ja von der ersten Sekunde an passen.
00:49:46: Richtig.
00:49:52: Und dann wurde das aber tatsächlich, habe ich dann natürlich gemerkt, dass man ganz ehrlich so eine Sendung befasst nach den Franken.
00:50:02: Bessere Werbung kannst du ja, die könntest du gar nicht bezahlen.
00:50:09: Also das macht natürlich was mit meinen Kartenverkäufen und also mit dem, dass ich heute tatsächlich auch von meinem Job leben kann.
00:50:17: Das habe ich nur fassend in Franken zu verdanken.
00:50:20: Also diese Präsenz natürlich, die man damit bekommt, ist ein großes Geschenk und dann muss man wirklich... auch dankbar dafür sein, ja.
00:50:29: Und dann, klar, dann spiele ich natürlich ein Solo-Programm, dann merken auch Menschen, dass ich was ganz anderes mache.
00:50:35: Und ich bin oft sehr erstaunt und überrascht und freue mich aber auch wahnsinnig immer über diejenigen, die dann zu mir kommen, nach so einem Programm und Sachen.
00:50:46: Also ich bin da jetzt mit, weil meine Frau daher wollt.
00:50:49: Hör ich ganz oft.
00:50:51: Ich kenne sie eigentlich nur von Fassnacht in Franken, aber ich muss mal sagen, ist voll toll, was sie so machen.
00:50:59: Und das freut mich immer noch mehr, wie diese Fans, die man natürlich eh schon hat.
00:51:05: Also wenn man dann mal jemand noch überzeugt, auch, weil ich behandle ja durchaus auch mal ansteh Themen in meinem Programm, immer mit viel Humor, aber auch mit viel hintergründigem Humor dann oft auch, aber auch mit viel zum Denken.
00:51:25: Und das freut mich dann, dass ich dann auch anders wahrgenommen werde.
00:51:30: Das
00:51:32: hat mich ja verwundert.
00:51:33: Ich war wahrscheinlich auch so der typische, ich kenne die Ines Proctor halt nur von der Fast-Nacht-in-Franken-Zuschauer.
00:51:38: Weil, als ich erfahren hab, dass du zu dem Zeitpunkt das alles nebenbei gemacht hast und noch nicht davon leben konntest, dachte ich mir, das hab ich komplett falsch eingeschätzt, weil das ist diese große Bühne, wie du schon sagst, bayerisches Fernsehen.
00:51:52: Da denkt man, das ist jetzt ihr Job, aber das war ja gar nicht so.
00:51:57: Obwohl du, im Jahr warst, bei Fastenacht in Franken, zum ersten Mal warst, und die nachfolgenden Jahre dann weiterhin.
00:52:03: Du hast trotzdem ... Nebenbei noch in der Firma von deinem Mann gearbeitet und hast noch nicht davon gelebt.
00:52:11: Nein, nein, nein.
00:52:12: Und Gottes Willen.
00:52:13: Also, nicht nebenbei in der Firma gearbeitet.
00:52:15: Ich habe in der Firma gearbeitet und habe nebenbei Fasching gemacht und fast nach den Franken und alles, was in der Zeit halt passiert.
00:52:26: Und zwar sah dann mein Tag halt häufig so aus.
00:52:29: Ich stehe um sechs Uhr auf, egal, dass ich heute Nacht erst um drei Uhr nach Hause gekommen bin.
00:52:35: und schau, dass die Kinder in die Schule gehen und dann arbeite ich im Büro und mache das, was eine normale Hausfrau auch macht, mittags, wenn die Kinder kommen, essen und so.
00:52:47: Und gehe dann abends um sieben oder was fatt und mache dann meine, also in dieser Faschingszeit fahre ich ja oft viel rum, gehe von Veranstaltung zu Veranstaltung, um möglichst viele Vereine auch bedienen zu können sag ich mal und dann mache ich bis zu sieben Auftreter an einem Abend und das heißt dann auch, dass ich halt dementsprechend natürlich hab dann ein Fahrer und bin dann halt wirklich raus, nahe, naus, Auto weiter und so.
00:53:19: Das ist natürlich auch stressig, aber ich habe es ja vorhin schon erwähnt.
00:53:23: Für mich ist es oder war es damals die einzige wirkliche aktive Entspannung.
00:53:30: und Ja, und da könnte natürlich Schlafmangel und alles dazu, aber es hat mir immer so viel Energie gegeben.
00:53:40: Und dann auch wieder Energie für den nächsten Tag durchzuhalten, weil, weißt du, was ich damals immer gesagt habe, ich habe immer gesagt, das ist total klasse, dass das eine Baufirma ist und das halt in der Faschingszeit nicht ganz so viel ist.
00:53:58: Ist ja so ein Geschäft, ja.
00:53:59: Genau.
00:53:59: Auf beiden Seiten.
00:54:01: Klar.
00:54:03: Und natürlich, die haben, also Samstag schon auch häufig gearbeitet, aber da war jetzt kein Büro oder so, ja.
00:54:10: Also das war natürlich auch immer glücklich für mich.
00:54:12: Aber diese Woche zum Beispiel, wenn mir Fassart in Franken ist an dem Freitag und Donnerstag ist Generalprobe und wir sind eigentlich ja mehr oder weniger die ganze Woche in Verzögern, weil wir müssen ja proben.
00:54:26: also das ganze Equipment und so.
00:54:28: Mittlerweile zwei Wochen dastehen, aber früher war es nur auf eine Woche begrenzt, dass die mein Frankensele überhaupt so umgebaut sind und so.
00:54:38: Und dann waren das ja natürlich normale Arbeitszauchel für mich.
00:54:41: Und da bin ich dann manchmal da hinkommen.
00:54:43: Die Kollegen waren da am Montag bis Samstag halt in Pfeizöchern und haben auch dort geschlafen und haben sich quasi nur
00:54:52: auf konzentriert auf den Auftritt.
00:54:55: wie es eigentlich auch sein sollte bei diesem Format und bei dem, was es bedeutet.
00:55:02: Und ich bin halt nach einem Arbeitsdach dann hingefahren und habe da noch mal Probe gemacht und bin aber nachts dann auch noch mit denen noch ein Bier getrunken oder was und da auch nichts zu verpassen.
00:55:15: Aber für mich war es natürlich anstrengender.
00:55:21: Und das sage ich jetzt nicht, weil ich irgendwie das Mitleid will oder was.
00:55:24: Nur, dass Menschen verstehen, dass man das, was man sieht, dass man manchmal auch hinterfragen muss.
00:55:32: Aber was steckt denn dahinter?
00:55:33: Es ist nicht immer das, was es optisch zu sein scheint und manchmal haben Menschen echt ein anstrengendes Leben und es sind vielleicht auch gerade die, die... Hört man ja auch öfter von irgendwelchen Künstlern Schauspielern oder so, was die eigentlich für eine Geschichte haben.
00:55:52: Vielleicht sind es auch immer gerade die Menschen, die dann letztendlich auch wirklich geniale Dinge machen.
00:55:58: Vielleicht braucht es das auch ein bisschen.
00:56:04: Auch das, was man erlebt und vielleicht auch dieses Drama macht, glaube ich, auch ein Stück weit kreativ.
00:56:14: Man hat einen Blick in viele Facetten des Lebens dadurch.
00:56:18: Wenn man einen Breitgefächer das Leben hat, wo man alle Gefühle durchmacht und schon vieles erlebt hat, kann man auch drauf schöpfen.
00:56:24: Ja, ja.
00:56:27: Ich fand es ganz schön, was du gesagt hast, man steht da auf der Bühne und die Leute wissen gar nicht, wie es im Hintergrund ausschaut.
00:56:34: Im Hintergrund bedeutet ja viel, also das Emotionale, das vielleicht ... dass ich jahrelang darauf hingearbeitet habe oder einfach nur für diesen zehn Minuten Auftritt so viel quasi auch mitbringe und mich aufopferere vielleicht auch.
00:56:48: und dann ist dieser zehn Minuten Erfolg, da wird dann als etwas gesehen, als etwas so ganz Besonderes, aber da steckt ja viel, viel selbstdisziplin dahinter und einfach jahrelange Vorbereitung, man kommt ja nicht einfach so dahin.
00:57:01: dass man dann diese zehn Minuten glaub ich hat.
00:57:02: Ich glaub, dass das auch entscheidend, wenn man sagt, Mensch, da steht jetzt jemand, das schaut so toll aus.
00:57:07: Aber das ist ja so mit unglaublich vielen Dingen verbunden, dass du da stehen kannst.
00:57:13: Ja.
00:57:14: Und es ist aber ... Es ist ja ... Es ist ein Zusammenspiel aus vielem ... Es ist immer schwierig, das zu erklären.
00:57:22: Ich mache auch so Schulungen für Kinder und auch für Frauen.
00:57:27: Und ich wäre ja ganz häufig auch danach gefragt, was denn so dieses Erfolgsrezept ist oder so.
00:57:37: Da muss ich tatsächlich immer sagen, es ist ein Zusammenspiel aus ganz vielen Dingen, weil ja, man muss sich, glaube ich, sehr bewusst sein, was man da tut.
00:57:50: Man hat eigentlich da auch wieder ein Stück weit Verantwortung, was man mitrecht, zumindest für diese Sendung im Ganzen.
00:58:00: Also das muss alles sehr bewusst stattfinden und trotzdem ist es gut, wenn man es hinbekommt, dass man an sich aber auch ein Stück weit entspannt und gelassen ist, weil das kann natürlich dem Auftritt nur gut tun.
00:58:18: Und das ist schwierig.
00:58:20: Also das alles.
00:58:22: miteinander zu verbinden.
00:58:24: Das ist schwierig.
00:58:25: Und deshalb habe ich von Anfang an gesagt, je authentischer meine Texte vor allen Dingen sind, je wichtiger für mich der Inhalt ist von dem, was ich sage.
00:58:39: Und da rede ich jetzt gar nicht von jedem Wort, sondern von dem, was ich damit meine.
00:58:44: Deshalb sage ich immer... Ich mach viel hintergründlichen Humor und den muss auch nicht jeder verstehen, weil ich Gott sei Dank in der Lage bin, das so aufzubauen, dass es auf jeden Fall ein Lacher ist.
00:58:57: Erst mal.
00:58:58: Das reicht ja schon.
00:58:59: Eigentlich würde das schon reichen.
00:59:02: Schön ist aber, wenn da noch zwei, drei sitzen.
00:59:05: Die noch was mitnehmen?
00:59:06: Die noch was mitnehmen davon.
00:59:10: Aber selbst wenn's die nicht gäbe, ist es für mich so wahnsinnig witzig.
00:59:15: und befreiend und gut einfach.
00:59:18: Und es entspannt mich so sehr, weil ich einfach hundert Prozent bei mir bleiben kann.
00:59:24: Und wie ich ja vorhin schon mal gesagt habe, reden ist ja auch Therapie.
00:59:27: Und alles, was laut ausgesprochen ist, wiegt nicht mehr so schwer.
00:59:33: Humor kann ja auch eine Art Therapie sein.
00:59:36: Ist das vielleicht auch eine Art gewesen, die schwierigen Phasen deinen Leben dann dadurch zu verarbeiten?
00:59:40: Du hast das ja im Prinzip schon angedeutet.
00:59:42: Das war ja für dich immer so ... auch die Erholungsphase, wie gesagt.
00:59:46: Aber hast du in dem Humor an sich selber?
00:59:48: Dann hast du ja nie verloren.
00:59:49: Für dich einen wichtigen Punkt gefunden, der dir hilft?
00:59:52: Nur.
00:59:54: Tatsächlich nur.
00:59:56: Da muss man natürlich ein bisschen veranlacht sein dazu.
00:59:59: Ich hab das von zu Hause schon so mitbekommen.
01:00:03: Ganz humoristischen Familie.
01:00:05: Ähm ... Und ... Also, ich finde ... Also, lachen befreit ja immer mindestens genauso sehr wie Trauer oder Wut.
01:00:15: Und es gibt eben Menschen agieren unterschiedlich.
01:00:18: Man kriegt es ja oft auch mal mit.
01:00:20: Es gibt ja auch welche, die dann hysterisch lachen.
01:00:22: Das ist natürlich auch schwierig irgendwie, wenn jemand in so ganz schlimmen Situationen hysterisch lacht.
01:00:28: Aber es gibt auch Menschen, die relativ gelassen bleiben können.
01:00:32: Und dann dazu vielleicht auch noch... entgeg machen können.
01:00:36: Also ich bin natürlich auch ein Mensch, ich liebe Sarkasmus auch.
01:00:40: Das muss man auch mögen, dass man so durchs Leben gehen kann.
01:00:44: Für mich ist es der richtige Weg, weil ich sage immer, es nützt ja nix, also weiß es nützt nix, wenn ich dann heul oder schlecht gelaunt bin oder mir das den ganzen Tag versaut.
01:00:58: Ich muss schauen, dass ich mich selber wieder hinbekomme.
01:01:02: So ist mein Leben einfach abgelaufen.
01:01:04: Ich muss immer schauen, dass ich mich eben für diese Auftritte mental ja auch wieder hinbekommen habe.
01:01:13: Und das an sich funktioniert nur mit viel Positivität einfach und mit viel Humor.
01:01:22: Also ich bin Gott sei Dank.
01:01:27: so eingestellt und ich bin auch froh, dass ich versucht, also ich habe es zumindest versucht, meine Kinder beide so zu erziehen, weil meinem Sohn fruchtet es hervorragend, weil meine Tochter leider nicht immer.
01:01:42: Aber ich finde es einfach einen schöneren Weg, weil ich glaube, dass positive Menschen, also es gibt so Komponenten, die gehören einfach zusammen.
01:01:54: Ich glaube, wenn Ein Mensch, sich seiner selbst stückweit bewusst ist und achtsam mit sich selbst umgeht, dann muss es an sich auch schon ein relativ positiver und lebensfroher Mensch sein.
01:02:12: Und wenn er dann auch noch so ein Stück Dankbarkeit und Demo dabei hat, dann kommt automatisch auch dieser Humor, also die sind Komponenten, die gehören irgendwie ganz nah zusammen.
01:02:26: Das eine funktioniert nicht ohne das andere.
01:02:29: Also Menschen, die immer pessimistisch sind und die immer alles schlecht sind, die haben in der Regel auch keinen Humor und haben auch kein Verständnis für Humor, weil die können einfach, ja, denen kann man auch... Dann schlecht helfen.
01:02:42: Das sage ich dann auch manchmal.
01:02:44: Aufdritten sage ich dann, ich bin nicht für eure Laune verantwortlich, weil das bin ich tatsächlich nicht.
01:02:49: Ich bin schon darauf angewiesen, dass die Menschen, die da sind, an sich natürlich vielleicht auch ein wenig gut gelaunt sind.
01:02:56: Da ändere ich ja nichts dran.
01:02:59: Weil wenn jemand da verbissen drin sitzt und auch so eingestellt ist, Da kann ich mir da oben mal ein Abzappel, dann wird das einfach nicht fruchten.
01:03:05: Aber das muss es auch gar nicht, weil dafür bin ich ja gar nicht da, um das zu ändern.
01:03:10: Aber für mich persönlich ist das halt der bessere Weg, weil ich denke auch gerade in dieser heutigen Zeit, wo wir ständig auch mit wirklich schlechten Nachrichten aus aller Welt immer bombardiert werden, habe ich mir so zum Ziel gesetzt, ich muss nicht Auch alles, was schlecht ist, mir permanent selbst um die Ohren knallen.
01:03:36: Ich weiß schon, was los ist und alles, was wirklich super wichtig für mich ist, erreicht mich dennoch.
01:03:43: Ich glaube, ich leist einen besseren Beitrag für die Menschheit, wenn ich schaue, dass ich selbst eher gut gelaunt bin und das auch ausstrahlen kann, weil das ja auch was mit anderen Menschen macht.
01:03:59: Meine Philosophie kann die große Weiterwelt nicht beeinflussen.
01:04:02: Da fühlt man sich schnell unmächtig.
01:04:04: Aber ich kann die kleine Welt meinen Umkreis beeinflussen.
01:04:08: Das hat er auch, wenn das jeder machen würde, in positivem Auswirkung.
01:04:13: Ja.
01:04:14: Du hast gesagt, dieser Humor hat dir geholfen und diese Auftritte haben dir geholfen.
01:04:19: Wenn du die Auftritte nicht gehabt hättest, hast du da schon mal überlegt, welchen Weg du eingeschlagen hättest?
01:04:25: Oder ist das eine Überlegung, wo du sagst, da will ich erst gar nicht?
01:04:28: drüber nachdenken.
01:04:31: Also ganz oft habe ich schon gesagt, wenn ich mein Humor nicht gehabt hätte, wäre ich lang untergegangen oder zerbrochen.
01:04:40: Und auch natürlich diese Auftritte.
01:04:45: Also sehe ich tatsächlich so.
01:04:47: Deshalb bin ich vielleicht auch so demöglich und so dankbar.
01:04:50: Über genau das, über meinen Humor und über Fasnacht in Franken und alles, was da mitkommen ist und diese ganzen Auftritte.
01:05:01: weil das definitiv war das meine Stütze und meine Konstante, die mich einfach über Wasser gehalten hat.
01:05:11: Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was sonst passiert wäre.
01:05:17: Zumindest in dem Leben, in dem ich mich befunden habe.
01:05:21: Seitdem mir würde ich jetzt sagen, hättest du dein Leben irgendwie, könntest du von vorne noch einmal, da hätte ich wahrscheinlich andere Denkansätze vielleicht auch noch dazu, aber Ja, in dem Leben, das ich geführt habe, war das absolut wichtigste.
01:05:41: Es ist ja jetzt das eine, dass du rausgehst und etwas ausstrahlst und den Publikum vielleicht auch mit nach Hause gibst, aber gibt dir das Publikum auch was zurück, wo du sagst, wenn ich dann nach dem Auftritt nach Hause fahre, dann denke ich da an bestimmte Situationen und es gibt mir Kraft, Energie, Freude.
01:05:56: Ja.
01:05:59: Das muss allerdings nicht unbedingt zwangsläufig jetzt Publikum sein.
01:06:03: Ich glaube, man kann ganz viel Kraft und Freude und Energie immer in zwischenmenschlichen Situationen für sich mitnehmen.
01:06:15: Also man steht einfach manchmal vor Menschen, wo man auf Anheb auch so ein Stück tiefer schauen kann.
01:06:24: Es gibt so Verbindungen, die einfach da sind oder die sind halt nicht da und ich habe das relativ häufig.
01:06:32: Da muss man, glaube ich, auch selber ein offener Mensch sagen, dass das funktioniert natürlich, weil sonst wo soll es denn sonst hin?
01:06:37: Dass einfach Menschen vor mir stehen, die mir so ab Sekunde einzuinnig nasen irgendwie und da habt natürlich klar auch aus dem Publikum relativ häufig gerade auch Frauen, die dann vor mir stehen und die... Denn manchmal die Tränen drunter laufen vor lauter Freude, also über diesen Abend und sich so überschwänglich bei mir bedanken.
01:06:59: und dann auch Sachen, ich brauche kein Foto und auch kein Autogramm, aber ich möchte sie gerne mal in den Arm nehmen.
01:07:05: Das sind einfach so schöne Momente.
01:07:07: und dann nehme ich natürlich immer für mich was mit.
01:07:11: und ich habe auch schon ganz oft zu meinem Publikum gesagt, eigentlich müsste ich euch dafür bezahlen, dass ihr daherkommt, weil ich eben so viel positive Energie auch jeden Abend da rausziehe und mitnehmen und natürlich auch Stärkung für mich und für das, was ich ja doch kann.
01:07:33: Ich meine, es ist glaube ich kein Geheimnis, dass die meisten von den Künstlern jetzt nicht unbedingt mit Selbstbewusstsein so wahnsinnig überfordert worden sind.
01:07:48: Ganz häufig sind gerade die Künstler, die am wenigsten selbstbewusstsein haben und sich ja auch ständig hinterfragen und das tue ich natürlich auch.
01:07:59: Also ganz oft, wenn irgendjemand irgendwelche Lobeshymnen auf mich sinkt, denke ich mir, sehe ich Nation.
01:08:10: Also ich mache das vielleicht auch, weil ich es so gerne mache, aber ich sehe das jetzt nicht so, dass das so toll ist, was ich mache.
01:08:20: Und das liegt natürlich auch ein Stück weit am fehlenden Selbstbewusstsein.
01:08:25: Und ich glaube, das braucht es aber, es braucht immer genau diese Mischung aus, schon so stückweit.
01:08:33: auch Rampensau muss man natürlich auch sein.
01:08:38: Aber auch eben diesen Teil, der gar nicht so selbstbewusst ist und der auch noch einmal schnell noch einmal zum Bingeln muss, so angstbisler, irgendwie vor echendem Auftritt oder so.
01:08:52: Es braucht genau das, glaube ich.
01:08:55: Dann kann es auch richtig gut werden und dann merken die Menschen natürlich auch.
01:08:59: Das ist einer oder eine von uns.
01:09:03: Aber wenn du das jetzt so erzählst und sagst, das Künstler, das sind die, die vielleicht jetzt nicht mit einem größten Selbstbewusstsein gesegnet sind, dann sieht man dich aber auf der Bühne stehen und sagst, aber du hast trotzdem Selbstzweifel, das kriegt man irgendwie so als Zuschauer, dann vielleicht gar nicht so zusammen.
01:09:18: Das muss man auch gar nicht zusammen.
01:09:20: Das ist schon absolut nicht einfach.
01:09:21: Ich hab's ja vorhin schon mal gesagt, ich bleibe in dem Moment immer schwer bei mir.
01:09:28: Und ich sehe das einfach nicht.
01:09:30: Ich sehe nicht ... dass die jetzt da heim auf der Couch sitzen und dazugucken.
01:09:37: Ich möchte es auch nicht sehen.
01:09:38: Ich möchte tatsächlich, na ja vielleicht weiß ich nicht, vielleicht die Politiker fahren in der ersten Reihe auch nicht.
01:09:45: Ich suche mir echt einen Tisch im Raum.
01:09:50: Wo ich einfach fühle, die haben Spaß.
01:09:53: Und dann mache ich das in dem Moment nur für die.
01:09:57: Und für mich natürlich.
01:09:58: Nicht zu vergessen auch immer für mich.
01:10:01: Und wenn es nur der eine Tisch ist, den man dann glücklich
01:10:03: macht.
01:10:03: Genau.
01:10:04: Ja.
01:10:07: Ja.
01:10:07: Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Um ... Krankenhaus.
01:10:32: Ich war also vorher schon, kurz vorher habe ich schon, na ja, schon immer mehr Auftritte gemacht und habe ja auch ein Solo-Programm schon angefangen gehabt und habe dann, ja, bin in Wirtzburg eine Notaufnahme gelandet und bin dann praktisch so komplett aus dem Leben, aus dem Alltag, also mal rausgezogen, wann für drei Wochen Und es hat ganz vieles bei mir verändert, weil das war halt eine Darmgeschichte, als ich bin am Darm operiert war.
01:11:11: Und ich habe ein Gespräch mit einem Arzt geführt.
01:11:14: Das war auch ein... Ehrlich.
01:11:17: wie ich es vorhin gesagt habe, manchmal hat man ja so Menschen, mit denen kann man natürlich auch ganz innige und intensive Gespräche führen.
01:11:25: Und der Arzt, den ich damals hatte, der... hat sich so kurz vor der Entlassung dann mit mir unterhalten und halt über ganz vieles und über Ernährung und wie es weitergeht.
01:11:37: und dann hat er zunächst gesagt und es werden sie sich aber auch bewusst, dass gerade solche Sachen, die eben mit dem Darm zu tun haben, ganz oft damit einhergehen, dass man Dinge loslassen sollte.
01:11:55: aus irgendeinem Grund vielleicht auch, weil man sich selber irgendwie aufgebürdet hat, nicht loslassen will oder kann.
01:12:06: Das war die eine Sache.
01:12:09: Und dann hat er gesagt, und es wäre aber auch immer wichtig, dass man Dinge, die schon lange in einem schlummern, dass man denen auch einmal endlich Raum gibt.
01:12:21: Und ich bin mir sicher, dass der nicht davon gesprochen hat, was ich daraus gemacht habe, sondern der hat da sehr schon oberflächlich darüber gesprochen.
01:12:30: Aber das war das, was ich für mich mitgenommen habe.
01:12:34: Und für mich mitgenommen habe ich dann eben, ich mache jetzt endlich mal das, wofür ich glaube ich eigentlich da bin, wie ich es vorhin schon mal gesagt habe.
01:12:45: Und das muss ich irgendwie hinkriegen.
01:12:49: Und das war so ein Stück weit ja wie ein Befreiungsschlag irgendwie.
01:12:56: Und jetzt konnte ich dann auch sehr klar zu Hause vermitteln und hab gedacht, ich möchte mich jetzt selbstständig machen, ich möchte mich mehr aus diesem Büro zurückziehen.
01:13:05: Ich kümmere mich weiterhin drum, ich lern jemanden ein.
01:13:09: Es soll niemand drunter leiden.
01:13:10: Ich krieg das auch hin mit den Kindern und war da aber sehr klar, hat das sehr klar formuliert.
01:13:17: Und das wurde dann auch erst einmal so hingenommen von meinem Mann und ... Und das ist auch ganz gut gelaufen, sag ich mal.
01:13:27: Wie gesagt, ich war weiterhin aber noch im Büro da, hab die Marion aber noch mit eingelernt und die hat mir schon sehr viel abgenommen.
01:13:36: Es war immer noch super anstrengend für mich und das war aber gar nicht das Problem, sondern das Problem war eigentlich, dass, naja, er hat es mir zusätzlich immer noch schwieriger gemacht.
01:13:52: Es gab mal ein ganz schönes Bild, was mein Therapeut mir mal in so einer Stunde gezeichnet hat.
01:13:58: Und das kam dem schon sehr nah.
01:14:01: Er hat zu mir gesagt, na ja, du warst halt ... Dein Leben war so anstrengend, weil du halt permanent mit in jeder Hand drei sostäben Teller jongliert hast.
01:14:15: Alles versucht hast, unter Mut zu bekommen.
01:14:17: Genau.
01:14:17: Neben
01:14:18: Mut zu genügen.
01:14:19: Aber als wer das nicht genug gab es ja immer noch einen, der dich gestummt hat.
01:14:26: Stummt er dabei.
01:14:28: Also geschupft?
01:14:29: Genau.
01:14:31: Und das war wirklich, also das war sehr treffend, dieses Bild, weil tatsächlich, also häufig auch, bevor ich echt abends weg bin und wirklich unter Stress und das ja alles hinkriegt habe, hat er mir dann oft noch einmal so eine mitgegeben, sag ich jetzt mal.
01:14:56: Ich tue mir so ein bisschen schwer, weil ich habe der Freund schon mal gesagt, ich möchte gar nicht abrechnen und ich möchte es eigentlich auch gar nicht so sagen, weil wenn ich mir manchmal selber zuhör, dann denke ich, oh Gott, was bist denn du für eine Frau oder was?
01:15:10: Aber ich kann halt vieles auch gar nicht anders formulieren, als wie es halt tatsächlich war.
01:15:18: Und es war halt de facto so, er hat es nie als Beruf ... schon mal gar nicht gesehen, auch nicht als Arbeit, sondern es wurde immer so gesehen, ich geh fahrt um, also wie wenn jemand abends in die Kneipe geht oder so, ja, um Spaß zu haben, ja, das stimmt natürlich, natürlich habe ich auch Spaß, Gott sei Dank habe ich bei meiner Arbeit Spaß, aber tatsächlich kann man in jedem Job Spaß haben.
01:15:51: Also das ist ja nicht was, was nicht unbedingt zusammen gehört oder was man so, was ich so ausschließt, ja.
01:16:00: Aber genauso wurde es halt auch gehändelt.
01:16:04: Stimmt, oder du hast eine gute Zeit und ich arbeite quasi weiter oder muss mich ums Ding kümmern.
01:16:10: Genau.
01:16:10: Und
01:16:10: als hättest du da jetzt nur deinem Spaß, wärst du nur deinem Spaß nachgegangen, aber das war ja...
01:16:15: Richtig.
01:16:15: Und bei allem, was ich natürlich, also wie gesagt, ich hab halt vorgekocht und so, ja, vorher hab ich ja überhaupt nie das Haus verlassen.
01:16:22: Und dann aber halt auch noch so was anderes, das hast du jetzt nicht zustande kriegt.
01:16:27: Bloß weil du jetzt wieder fatt musst.
01:16:32: Ja, also weil das jetzt keine Ahnung, nur Schinkenudel waren oder irgendwas.
01:16:36: Also es war halt auch nie irgendwas gut genug.
01:16:39: Und dann natürlich auch, wenn ich manchmal halt echt auch ... früh einfach müd war, weil ich einfach auch älter wäre und es alles so anstrengend war, dann war das halt auch immer, weil es wieder bis nachts draußen rumgeflogen bist.
01:16:58: Das nimmt man natürlich immer so auf und das hört sich jetzt vielleicht auch ganz banal an, aber das sind natürlich Dinge, die auch feststecken.
01:17:09: die natürlich permanent hörst, dann machen die halt was mit dir.
01:17:13: Du nimmst es doch vor allem auch mit, wenn du jetzt dann solche
01:17:15: Worte... Also
01:17:16: nimmst du es ja mit auf die Bühne, auf dem Weg zum Auftritt, ja?
01:17:19: Ja, ich war oft froh, dass ich so lange zu fahren habe, weil ich das dann in dieser Zeit verarbeiten konnte.
01:17:26: Und ich war auch ganz oft nachts auf irgendwelchen Parkplätzen gesessen, auf dem Heimweg, einfach nur, um auch noch nicht heimfahren zu müssen.
01:17:40: Manchmal greift mich was auch immer noch sehr emotional an, weil ich mich dann eher auch immer noch, also ich mich dann, manches ist einfach noch nicht ausgesprochen.
01:17:53: Und ich fand das insgesamt so traurig, weil natürlich, weil zum einen, ich ja auch ein Stück weit stolz bin über meinen Job und das, was ich mache.
01:18:07: Und dann ist es natürlich wahnsinnig schade und traurig, wenn dann Dein Partner, der so kein Stück mitgehen kann.
01:18:14: Das ist die eine Sache, aber die andere Sache ist, dass man jemanden, der halt wirklich was so gern und von Herzen gern macht, nicht zumindest gönnt.
01:18:27: Also
01:18:29: es gibt... Die Freiheit, den Freiraum gibt, dass er sich da entfalten kann, weil das ja so ein Herzensanliegen ja auch ist.
01:18:35: Richtig.
01:18:36: Ich hab nie erwartet... dass er irgendwas für mich macht oder mir bei irgendwas behilflich ist, habe ich nie erwartet.
01:18:46: Aber dass er mir zumindest diesen Freiraum gibt, ab bestenfalls noch gönnt oder zumindest respektiert, dass ich den mir nehme.
01:19:02: Und das ist ja auch schon krass, von Freiraum zu reden, wenn man eigentlich von was redet.
01:19:10: wo man ja auch Geld mit verdient.
01:19:12: Also, ich meine, es war ja sehr konträr in vieler Dahinsicht, aber ...
01:19:15: Ja.
01:19:16: Ja.
01:19:17: Letztlich hat es ja auch noch viel tiefgehender damit zu tun, dass man sich sicherlich in der Partnerschaft vorstellt, die wertschätzend ist, auf Augenhöhe, wo man sagt, ey, wenn das deine Leidenschaft ist, dann unterstütze ich dich darin.
01:19:32: Genau.
01:19:33: Ganz
01:19:33: egal,
01:19:33: was das ist, wenn jemand sagt, keine Ahnung, ich ... Aber ich spiel total keinen Karten oder was?
01:19:42: Dann bitte macht es doch.
01:19:43: Dann treff dich doch mit deinen Freunden und spiel scharfkopf oder keine Ahnung.
01:19:49: Weil ich mein, das Leben ist doch so schwierig.
01:19:52: Und wir haben alle irgendwie so viel zu tun und jeder arbeitet zu viel und wir reden immer über Life Balance.
01:19:59: Es ist ja an sich schon schwierig genug, das nur annähernd hinzukriechen.
01:20:03: Aber wenn noch jemand was mit Leidenschaft und Liebe macht.
01:20:07: Wenn das Blumen arrangieren ist, oder was weiß ich, was oder Knetmännle-Bastel, dann erfreue ich mich doch einfach nur für denjenigen und gönne ihm diese Zeit.
01:20:17: Also das ist doch ein Stück Menschlichkeit einfach nur.
01:20:22: Da geht es ja nicht einmal um, dass man so eine große Verbindung zueinander haben muss.
01:20:27: Das ist doch rein menschlich.
01:20:34: Also muss man gar nicht darüber reden.
01:20:36: Aber das war mir halt leider nicht vergönnt.
01:20:40: Und da habe ich, ich habe da natürlich schon Schaden genommen, also muss ich auch ganz deutlich sagen, aber noch einmal, ich bin auch trotzdem auch immer ein Stück dankbar, weil ich wirklich glaube, ich hätte mich auch künstlerisch nicht so entwickelt, wenn ich nicht gerade diesen Balance acht und diese Kraftanstrengung da reingelegt hätte.
01:21:09: Also ich meine, man weiß es nicht, ja.
01:21:11: Aber ich denke schon, das hat alles seinen Grund und alles seinen Sinn und,
01:21:17: ja.
01:21:17: Ich meine, man weiß nicht, wie es anders gewesen wäre, weil man kann auf jeden Fall sagen, so wie der Weg jetzt gelaufen ist, hat er dich dahin gebracht, wo du jetzt bist und es ist ja auch wirklich nichts Schlechtes von dem her.
01:21:27: Vielleicht ist es auch ganz gut so, oder sollte es so sein, auch wenn es sehr hart war.
01:21:30: Genau.
01:21:31: Weil ich mich natürlich, und das wurde ich auch schon öfter gefragt, hätte ich denn früher angefangen, das zu meinem Beruf zu machen und so.
01:21:39: Und ja, vermutlich hätte ich, wenn mein Leben anders gelaufen wäre, das schon früher gemacht.
01:21:45: Aber vielleicht war der Zeitpunkt auch noch gar nicht, oder wäre der Zeitpunkt gar nicht richtig gewesen.
01:21:51: Vielleicht hatte ich das auch alle so vormenzollen
01:21:54: und müssen.
01:21:57: Bei Mitmenschen ist es ja mal so, da sagen wir uns zu unserem Gast, bring doch mal einen persönlichen Gegenstand mit, der was Besonderes würde ich darstellen.
01:22:05: Was hast du heute für uns mitgebracht?
01:22:09: Eigentlich habe ich zwei Sachen mitgebracht.
01:22:11: Ich sehe
01:22:11: sie auch schon dahinten liegen, ja?
01:22:15: Genau, das ist die Hundeleine eben, weil die Chin, die du am Anfang schon angesprochen hast, wirklich wichtig für mich ist, als Mensch und aber auch als Künstlerin, weil diese Gassizeiten früh, die möchte ich also nicht missen.
01:22:31: Ich würde nie im Leben früh bei jedem Wetter eine Stunde in der Wallachai rumlaufen, wenn ich meine Hündin hätte.
01:22:40: Also, die gibt mir wahnsinnig viel, weil das sind diese Zwangsauszeiten auch, wo man mal einen Kopf frei bekommt und ich würde natürlich auch nicht rumlaufen normalerweise.
01:22:53: Generell bin ich sehr unsportlich und... Ja, deshalb bin ich sehr glücklich, dass ich meinen Hund hab.
01:23:00: Deswegen hab ich die Lade dabei.
01:23:02: Dann hab ich aber auch noch ein Album dabei, wo so ist ein Bild von meinem allerersten Auftritt.
01:23:07: Sollen wir da mal reinschauen?
01:23:09: Ja, das können wir mal machen.
01:23:10: Soll ich's mal holen?
01:23:11: Genau,
01:23:11: ganz gerne herholen.
01:23:13: Man versteht dich dann nur, wenn du wieder am Mikrofon sitzt, deswegen vielleicht kurz warten.
01:23:17: Dann schauen wir uns das mal kurz gemeinsam an.
01:23:20: So, jetzt bin ich wieder da.
01:23:24: Der gibt es ja auch im Bild, das zeigte ich glaube ich zum ersten mal in der Büt.
01:23:29: Genau, also das war hier der erste, soll ich das zeigen?
01:23:34: Du kannst vielleicht mal da so ein bisschen so hoch halten, die Mia wird mir gleich sagen, ob man es dann sehen kann, unsere Regisseurin.
01:23:41: Mia sieht man das Bild gerade, wir haben ein bisschen weiter hoch.
01:23:46: Oder das mal das Foto halb, oder wenn du es vor dich so hältst.
01:23:51: Also zu mir quasi hergedreht.
01:23:53: Ja, genau.
01:23:53: Perfekt.
01:23:54: Okay, ja.
01:23:55: Also das hier, das war praktisch wie das erste Mal in der Bibel.
01:24:00: Ich glaube, das war schon ein Jahr später oder so oder vielleicht zwei Jahre später, das weiß ich jetzt nicht mehr.
01:24:05: Aber das war definitiv das erste Mal, weil ich vierzehn.
01:24:11: Und es überschwieben mit deinem Kapitel, dein musisches und künstlerisches Erbe.
01:24:16: Da ging es eigentlich los, dann mit vierzehn.
01:24:17: Ja,
01:24:18: genau, ja.
01:24:20: Ja und ich hab diese ganze Leidenschaft ja natürlich von meinem Papa tatsächlich schon in die Wiege gelegt bekommen, denke ich mal so.
01:24:31: Das hab ich da auch, ich hab da noch ein separates Bild dabei.
01:24:34: Das ist also mein Papa und ich, mein Papa war eigentlich gelernte Hausmitzern, wir hatten auch immer noch so Hauslachtungen gemacht.
01:24:42: gibt es so einen Usus bei uns auf jeden Fall, dass diese Leberwürste, ich kenn so so, Hausmacher-Leberwürste, also so.
01:24:52: Also diese, diese Hufform, Huf-Eisenform.
01:24:54: Genau.
01:24:57: Also die Größe von denen, die wurde immer abgemessen beim jüngsten Kind, also von Mundwinkel zu Mundwinkel.
01:25:06: Das
01:25:06: hat mein Papa halt immer bei mir gehabt und das ist eben das Zeich dieses Bild.
01:25:11: Da hat er die Größe davon, und so wurden die dann alle ... So
01:25:14: groß, was ihr gemacht, okay.
01:25:15: Das heißt, die wurden immer größer.
01:25:18: Oder wie?
01:25:18: Kann man sich das dann vorstellen?
01:25:20: Also, das waren ja die, die man dann so ... ja, eben zu Sauerkraut und so ist, gell?
01:25:25: Und da macht man ja auch so ein Pärchen dann oft.
01:25:28: Und die Einzelne
01:25:29: ...
01:25:30: Ich kenn's halt so angebraten dann auch mit so ... Ja, genau.
01:25:34: Ja, oder so angebraten, genau.
01:25:35: Ja.
01:25:37: Ich hatte also sehr enge Bindung zu meinem Papa und meinem Papa ging ja schon immer in die Büt.
01:25:42: Und von daher bin ich natürlich damit praktisch aufgewachsen.
01:25:46: und ich habe also als junges Mädchen, also so mit elf, zwölf, mir hat es immer total gefallen.
01:25:55: Also ich habe damals gab es ja noch Kassetten, waren so Auftritte von meinem Papa auf Kassette aufgenommen und da habe ich mir das Das habe ich auf und runter angehört.
01:26:03: Heinz, er hat Fan, war ich damals schon wahnsinnig auf Platten Otto Walkes und so.
01:26:10: Also ich habe mir immer gerne solche humoristischen Sachen angehört, weil mir diese Wattspielereien auch so gut gefallen haben.
01:26:21: Wenn was so hindergründig war und zweideutig, mehrdeutig und so.
01:26:27: Da war ich schon immer Fan davon.
01:26:30: Und eben auch gerade zu der Zeit, wo halt dann auch später andere Jugendliche, also die haben ein ganz anderes Zeug gemacht.
01:26:38: Und das war ja jetzt auch nicht was, was ihnen ist.
01:26:40: Das ja auch nicht ihnen.
01:26:41: Also wenn heute einer mit vierzehn, fünfzehn, sechszehn, gerade wenn sie noch älter werden, in die Bütte geht, dann ist es jetzt nicht so, dass da jetzt alle Menschen oder alle Klassenkameraden oder so Sachen, ey, das ist ja super.
01:26:57: Also, wenn du tanzt, immer in der Tanzgruppe, ja, da hast du Airfans, das ist eher cool, sag ich mal.
01:27:04: Das war relativ uncool eigentlich, aber das hat mich auch überhaupt nicht gestört.
01:27:09: Also, ich wollte das unbedingt machen und ich war mit meinem Papa lange in den Ohren gelegen und er hat immer zu mir gesagt, nee, du kannst das gar nicht.
01:27:18: Ach
01:27:19: so, du hast dann quasi die Treiberin, die gesagt hat, ich will da aber hoch auf die Bühne?
01:27:22: Genau, bitte schreib mir was, ich will unbedingt mal, ich will das immer machen.
01:27:27: Und dann hat mein Papa gesagt, ne, das kannst du gar nicht, weil ich eben, also ich war halt nicht diese, zwischendurch, also ich war eigentlich nicht die, die so im Mittelpunkt steht und ich war eher so Mitläufer.
01:27:45: Ja, auch gar nicht irgendwie so, dass ich jetzt so eine Rampensau gewesen wäre.
01:27:49: Schon immer.
01:27:49: Und empfinde es heute auch noch nicht so.
01:27:52: Nur kriege ich das öfter mal, gesagt, wenn ich auf der Bühne stehe, dass es so rüber kommt.
01:27:56: Das finde ich sehr spannend.
01:27:57: Und jetzt bin ich es vermutlich dann ein Stück weit, weil ich mich da reingelebt habe.
01:28:02: Aber ich hatte ja eher Angst vor Menschen zu sprechen.
01:28:06: Also, das war für mich gar nicht so einfach.
01:28:08: Ich wollte es, aber gleichzeitig wollte ich es aber unbedingt machen.
01:28:13: Und es war schon... Es war eine schwierige Zeit.
01:28:16: Mein Papa hat mir eine Bündnerin geschrieben.
01:28:19: Ich habe das dann gemacht.
01:28:20: Vorher war es furchtbar für mich.
01:28:23: Ich habe echt Angst gehabt.
01:28:28: Also fernab von dem, was ich heute als Lampenfieber bezahle.
01:28:30: Ich habe Angst gehabt, wirklich.
01:28:35: Ich habe vorher gebrochen, aber es war richtig schwer.
01:28:40: Hab mir dann aber, weil mein Papa gesagt hat, du suchst ja einfach hinten an der Wand einen Punkt, auf den du schaust, dann musst du niemand anschauen und jeder fühlt sich trotzdem angesprochen.
01:28:51: Das habe ich selber lange Jahre gemacht, das bringe ich heute meinen Kindern und Jugendlichen auch bei.
01:28:57: Das ist ein guter Tipp.
01:28:58: Man muss niemanden anschauen.
01:29:00: Man kann an einem Punkt an der Wand schauen und jeder fühlt sich trotzdem ein.
01:29:03: Es muss man sogar hinten sein.
01:29:05: Ich kenn auf den Tipp, auch wenn man so Angst hat vor Referat in der Schule, stellt ihr vor, alle sitzen nackt dort.
01:29:10: Das ist auch was, was du schon mal versucht hast.
01:29:12: Das
01:29:12: hab ich öfter gehört, aber das wird mich ja auch ablenken.
01:29:16: Ich glaub, wenn jemand Angst vor dem Publikum an sich hat, muss er sich trotzdem das Publikum vorstellen.
01:29:21: Am besten ist, man stellt sich vor, es wär gar niemand da.
01:29:24: Also, so.
01:29:26: Ähm, ja, und dann war das aber natürlich, also nachdem ich, glaube ich, den ersten Auftritt hatte, dann kamen halt wahnsinnig viele Leute, und wie toll das war, und wie super das war, und die kamen aber auch und haben zu meinem Vater gesagt, hast du denn gewusst, was der Tochter über dich erzählt, weil mein Papa, der damals tatsächlich erredigt ist, über sich in meinen Augen, und das hat er fantastisch gemacht, weil der... sich genauso wenig wie ich.
01:29:57: Also ich bin mir auch für nichts zu schade.
01:29:59: Jederzeit habe ich meinen Kindern immer gesagt, wenn einer von euch einmal auf die Idee käme, aber ihr müsstet schon selber zu mir kommen.
01:30:06: Genauso würde ich es machen.
01:30:07: Also wenn mein Sohn irgendwann sagt, ich würde mal sowas machen, dann würde ich das erste, was ich schreibe, wäre quasi wie schlimm.
01:30:15: Und was er auch immer zu mir sagt, wie schlimm das tatsächlich ist, mit mir zu Hause.
01:30:20: Genau das hat mein Vater auch gemacht.
01:30:23: Und es war, es ist halt so gut ankommen und auch so rüber kommen, als wüsste er selber nicht, dass ich, also dass ich das politisch geschrieben hätte, dass es meine Watte waren.
01:30:34: Oder vielleicht habe ich es also überzeugend rübergebracht.
01:30:36: Das kann man jetzt nicht mehr rauskriechen, wie es war.
01:30:44: Ja, und dann... war aber halt auch klar, nachdem das so gut ankommen ist.
01:30:49: Da bleibst du dabei, da willst du weitermachen?
01:30:51: Da bleib ich dabei und hab aber dann auch relativ schnell immer versucht, mich natürlich auch einzubringen.
01:30:58: Ja, und irgendwann hab ich dann halt auch selber geschrieben.
01:31:02: Der Papa hatte ich ja lange Zeit begleitet, auch auf deinem Weg, als du dann auch Richtung Bayerischer Rundfunk gegangen bist, fast nach dem Franken.
01:31:08: Ja.
01:31:08: Ja.
01:31:09: Ja.
01:31:09: Ja.
01:31:09: Ja.
01:31:09: Ja.
01:31:09: Ja.
01:31:09: Ja.
01:31:09: Ja.
01:31:09: Ja.
01:31:09: Ja.
01:31:09: Ja.
01:31:09: Ja.
01:31:09: Ja.
01:31:09: Ja.
01:31:10: Ja.
01:31:10: Ja.
01:31:10: Ja.
01:31:10: Ja.
01:31:10: Ja.
01:31:10: Ja.
01:31:10: Ja.
01:31:10: Ja.
01:31:11: Ja.
01:31:11: Ja.
01:31:11: Ja.
01:31:11: Ja.
01:31:12: Ja.
01:31:12: Ja.
01:31:12: Ja.
01:31:12: Ja.
01:31:12: Ja.
01:31:12: Ja.
01:31:12: Ja.
01:31:12: Ja.
01:31:12: Ja.
01:31:13: Ja.
01:31:13: Ja.
01:31:13: Ja.
01:31:13: Ja.
01:31:13: Ja.
01:31:13: Ja.
01:31:13: Ja.
01:31:14: Ja.
01:31:14: Ja.
01:31:14: Ja.
01:31:14: Ja.
01:31:14: Ja.
01:31:14: Ja.
01:31:14: Ja.
01:31:15: Ja.
01:31:15: Ja.
01:31:15: Ja.
01:31:15: Ja.
01:31:15: Ja.
01:31:15: Ja.
01:31:16: Ja.
01:31:16: Ja.
01:31:16: Ja.
01:31:16: Ja.
01:31:16: Ja.
01:31:16: Ja.
01:31:17: Was hat das mit ihr gemacht?
01:31:21: Hat es dich noch mal davon weggebracht oder näherhin gebracht?
01:31:27: Das alles zusammen hat mich so wahnsinnig nahe hin gebracht zu dem Gedanken, wir leben nur einmal.
01:31:39: Die Zeit ist endlich und es ist so wahnsinnig wichtig, dass man die Ziele und Träume, die man hat irgendwann mal verfolgt, also und nicht immer so lang überlege und nicht so auf die lange Bank schieb, sondern einfach machen.
01:31:57: Was hat man eigentlich schon zu verlieren?
01:32:02: Außer zu gewinnen?
01:32:04: Genau, also das waren das waren so diese ganzen Gedanken, die mir dazu gekommen sind.
01:32:09: und ich weiß auch, dass der der Auftritt dann bei Fassnacht in Franken und mein Papa ist am zweiten zweiten gestorben, also mitten im Fasching und und war dann echt auch so, ich hab dann erst einmal Auftritte, normale Auftritte abgesucht und hab mich dann mit meinen Schwestern und meiner Mama besprochen, die aber dann Alex hat gesagt, nein, du sagst fast nach den Franken nicht ab, das hätte er aber nicht gewollt.
01:32:38: Und dann war mir das auch so klar und so bewusst, genau, das hätte er nicht gewollt.
01:32:42: Also wenn er was nicht gewollt hätte, dann das.
01:32:47: Und ich muss sagen, das war einer der emotionalsten Auftritte für mich.
01:32:54: Weil ich habe förmlich gespürt, dass mein Papa da mit dabei war.
01:33:00: Also ich war sehr getragen, irgendwie durch diesen Auftritt und durch diesen Abend.
01:33:06: Und das war rückwirkend wirklich sehr, sehr schön.
01:33:12: Und auch Bestätigung irgendwie nochmal.
01:33:14: Also mein Papa hat mir auch nochmal so ein Stück Bestätigung gegeben, dass es auch richtig ist, was ich mache und dass es auch wichtig ist, was ich mache.
01:33:23: Und dass es nicht was ist, wo man so auch kann.
01:33:27: Das geht sich jetzt amüsieren.
01:33:29: Also, sondern, dass es wirklich auch was Wichtiges ist, auch tatsächlich auch für andere Menschen.
01:33:37: Ich könnte mir vorstellen, dass heute auch immer noch dann dabei, wenn du
01:33:40: auf die Bühne
01:33:40: gehst, gell?
01:33:42: Ja, überhaupt.
01:33:43: Mein Papa ist immer dabei.
01:33:44: Also, ja.
01:33:47: Versuch mal noch mal, auf das heute kurz zu blicken, bevor wir uns dann verabschieden.
01:33:51: Du bist aktuell unterwegs mit I Don't Care mit dem Programm.
01:33:55: Was kennst du denn da alles auf der Bühne zusammen?
01:33:57: Ja, also das fängt aber erst nächste Woche an.
01:34:01: Und es ist tatsächlich auch noch nicht geschrieben.
01:34:06: Okay.
01:34:06: Also vieles findet nur in meinem Kopf statt, aber das ist ganz häufig so.
01:34:10: Wenn ich da kurz einhaken darf, hier spontan.
01:34:12: Bist du denn dabei?
01:34:13: Ja, ich bin schon sehr spontan.
01:34:15: Und genau das ist das Ding, wenn ich so ein Programmspiel, dann verändert sich das stetig.
01:34:21: Also es gibt kein, ich spiele jetzt ein neues Programm und dann ist es jetzt ja lang das gleiche Programm, nein, nein.
01:34:28: Also das sind natürlich Bestandteile wie auch Lieder und Intros und so.
01:34:33: die, klar, die sind dann immer da.
01:34:36: Aber das, was ich zwischendurch erzähle, also das, wenn man das erste Mal in meinem Programm war und geht dann nochmal ein halbes Jahr später rein, dann sind es eigentlich zwei grundunterschiedliche Programme, weil ich ständig weiterentwickel.
01:34:49: Lohnt sich also öfter zu kommen.
01:34:50: Es lohnt sich auf jeden Fall öfter zu kommen.
01:34:53: Also kriege ich auch immer so gesagt auch vom Publikum.
01:34:56: Und ja, und ich versuche mir selber immer so ein bisschen Druck rauszunehmen.
01:35:00: Deshalb ist es noch nicht hundertprozentig fertig.
01:35:03: Aber ich freue mich drauf.
01:35:05: von der Thematik her.
01:35:07: Es gibt im Moment ganz viel irgendwie in unserer Gesellschaft, was ich so beäuge, sag ich mal, und worüber ich rede, in dem verzweifelten Versuch, dass wir alles besser machen wollen, machen wir eigentlich.
01:35:20: oft Dinge nur noch schwieriger und noch schlimmer.
01:35:23: Es geht um auch so Lieblingsthemen wie Datenschutz, Erklärungen und
01:35:32: Digitalisierung,
01:35:34: wie gut es funktioniert bei uns im Land.
01:35:37: Solche Sachen auch über die Tatsache, dass viele so wehe Menschen in unterschiedlichen Dingen, das ist jetzt egal, ob das so radikale Veganer sind.
01:35:51: Also es gibt immer so radikale Menschen, ja?
01:35:54: Also, weil ich habe eigentlich mit nichts auf dieser Welt ein Problem, ich habe nur ein Problem damit, wenn was so radikal ist, wie wird?
01:36:01: Schwarz-Weiß extrem, ne?
01:36:03: Sehr extrem, genau.
01:36:05: Und wenn andere Menschen immer versuchen, mich zu überzeugen von ehemals, damit habe ich auch tatsächlich ein Problem.
01:36:12: Und darüber rede ich relativ viel, ja.
01:36:17: Blicken wir doch zum Schluss noch auf fast nach den Franken-Zutausend, was
01:36:23: haben
01:36:24: wir jetzt?
01:36:25: – – – – – – – –.
01:36:27: Kannst du schon verraten, mit was du auf die Bühne gehst?
01:36:30: Es gab
01:36:32: keinen Fall.
01:36:33: Es gibt seit gestern aber eine Idee.
01:36:35: Und da bin ich sehr happy drüber.
01:36:38: Und es lohnt sich, auf jeden Fall anzuschalten natürlich.
01:36:40: Ich muss sagen, ich schaue das seit Jahren an, obwohl ich ja noch junger Kerl bin.
01:36:44: Aber schon als erster junger Kerl.
01:36:45: Ich hab dich verfolgt seit Jahrzehnt.
01:36:49: Echt?
01:36:49: Ja.
01:36:50: Komm, erzähl doch nix, sagst du nicht, nur weil wir hier sitzen.
01:36:55: Ganz ernst.
01:36:55: Wenn ich lügen würde, würde ich rot werden.
01:36:57: Welche Rot?
01:36:57: Nee, ne?
01:36:59: Wenn dann ist es das Licht.
01:37:00: Nee, es war auf jeden Fall sehr schön, Ines, dass du da warst.
01:37:03: Und es hat mich wahnsinnig gefreut, dass du auch so offen über die schwierigen Phasen in deinem Leben gesprochen hast und so ein bisschen uns mitgenommen hast, hinter die, ich will jetzt nicht sagen Fassade, weil es wirkt so, als hättest du was versteckt, aber hinter diese Kunstfigur der Putzfrahr.
01:37:17: Schon
01:37:17: ein Stück weit Fassade, doch, muss man ganz ehrlich.
01:37:20: Oder zumindest nicht ganz offen.
01:37:23: Sag mal's mal so, ja.
01:37:25: Also, ich hoffe und ich denke auch, dass da vielleicht der ein oder andere auch was mitnehmen kann, so wie er das von deinen Programmen mitnehmen kann, weil Hintersinnig ist dabei, aber jetzt vielleicht auch noch ein Stückchen mehr, weil man merkt, du, die Innes, die ist vielleicht wie du und ich und musste auch durch schwierige Phasen durch und hat ihren Weg da gefunden und letztlich kann den ja auch jeder dann vielleicht finden.
01:37:45: Genau, es lohnt sich immer dran zu bleiben.
01:37:48: Ja.
01:37:48: Immer.
01:37:50: Das ist doch ein schönes Schlusswort.
01:37:51: Vielen Dank Ihnen.
01:37:52: Ich wünsch dir privat, beruflich und alles Gute.
01:37:55: Vielleicht kriegen wir ein Chin-Tasting bei dir.
01:37:57: Ja,
01:37:58: das machen wir auf jeden Fall.
01:38:00: Das sollte man einfach machen.
01:38:02: Das ist doch ein schönes Ende,
01:38:04: oder?
01:38:04: Ja,
01:38:05: ja.
01:38:05: Sehr schön.
01:38:06: Bis bald.
01:38:06: Mach's gut.
01:38:14: Ciao.
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