Folge 93: Ex-Freund von Daniel Küblböck: Robin Gasser über eine "bedingungslose Liebe"
Shownotes
Daniel Küblböck war für Millionen ein Star – für Robin Gasser war er die große Liebe. In dieser Podcast-Folge spricht Robin offen über seine Beziehung zu dem Ex-DSDS-Star, dessen Wandel zur Frau und warum Daniel, auch nach seinem tragischen Tod, eine wichtige Vorbildfunktion für die queere Community in Deutschland hat. Er erzählt von bedingungsloser Liebe, den Herausforderungen ihres gemeinsamen Lebens und den Anfeindungen, die Küblböck ertragen musste. Außerdem blicken wir zurück auf Daniels Karriere: Vom verschrienen Paradiesvogel bei „Deutschland sucht den Superstar“ bis hin zu seinem Wandel zum Jazz-Musiker und Schauspieler. Eine bewegende Folge über Liebe, Identität und den Mut, anders zu sein.
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00:00:00: Das hat nie eine Rolle gespielt, sich irgendwie outen zu müssen oder irgendwie sagen zu müssen, ich bin jetzt mit einem Mann zusammen oder so und diese Selbstverständlichkeit zieht sich bis heute durch mein Leben.
00:00:11: Michael Friedländer hat gesagt, seid Menschen und ich denke, das kann man auch auf dieses Thema irgendwie beziehen.
00:00:18: Das hatte ich halt zum Beispiel in Beziehungen nach Daniel nicht mehr.
00:00:23: Dass ich wirklich so dachte, ah ja, ich lieb wirklich alles zu hundert Prozent in diesem Menschen.
00:00:28: Das hatte ich so nicht mehr erlebt.
00:00:30: Mit Menschen.
00:00:31: Ein Podcast des Verlags Nürnberger Presse.
00:00:34: Mit Menschen, die verändern, bewegen, unterhalten.
00:00:39: Daniel Kübelböck.
00:00:41: Unter diesen Namen kannten und kennen die Millionen Menschen in Deutschland.
00:00:45: Ab im Jahr zwei Tausend achtzehn wandelte sich der Musiker und Schauspieler zur Frau, Lana Kaiser.
00:00:51: und verschwand während einer Kreuzfahrt.
00:00:54: Robin Gasser war drei Jahre mit Daniel Kübelböck zusammen und Robin Gasser sagt, ich habe ihn bedingungslos geliebt.
00:01:01: Robin Gasser ist heute unser Gast bei Mitmenschen und wir sprechen mit ihm über seine tiefe Liebe und Verbundenheit mit Daniel und über einfach nur mal Mensch sein.
00:01:11: Ich freue mich sehr, dass du heute da bist.
00:01:13: Robin, herzlich willkommen bei Mitmenschen.
00:01:15: Ja, vielen Dank.
00:01:16: Ich freue mich auch total, dass ich hier sein darf.
00:01:19: Sehr gerne, ich freu mich, dass es geklappt hat.
00:01:22: Für euch am Mikrofon, Patrick Schroll.
00:01:24: Ja, lieber Robin, du bist jetzt heute angeneist aus, glaube ich, Karlsruhe.
00:01:29: Du bist dort, willst du es verraten, was du dort machst, wie du dort lebst?
00:01:34: Ich bin Lehrkraft, genau, im Gymnasium.
00:01:36: Für Deutsch, Wirtschaft und Gemeinschaftskunde.
00:01:39: Ich glaube, in Bayern heißt es Politik und Wirtschaft.
00:01:41: Ja, ich glaube, genau.
00:01:43: Bist du dann im Gymnasium oder?
00:01:44: Genau,
00:01:45: an einem Privatgymnasium.
00:01:46: Ah ja, spannend.
00:01:47: Und hast jetzt die Ferien vor dir, richtig?
00:01:49: Genau, und ich suche sie in Ferien.
00:01:51: Und quasi heute leite ich die damit ein hier.
00:01:54: Ja, sehr schön.
00:01:55: Freut mich.
00:01:57: Robin, ich habe es schon erwähnt.
00:01:58: Daniel Kübelberg ist für viele Menschen, für viele Millionen Menschen ein Begriff.
00:02:03: Aber was war denn Daniel für dich als Mensch?
00:02:08: Ganz viel, vor allem ein Wegweiser.
00:02:11: Ich habe mir doch oft auch Gedanken darüber gemacht, wie ... wie denn zum Beispiel auch meine Sexualität heute, wie ich damit umgehe und was Sexualität für mich heute bedeutet oder auch Diversität.
00:02:23: und Daniel hat doch auch eine ganz, ganz große Rolle dabei gespielt.
00:02:28: und ich möchte ganz kurz vorab nochmal ganz kurz als kleinen Hinweis sagen, dass wenn ich über Daniel spreche, dass ich natürlich über die Vergangenheitsspreche, die ich mit ihm erlebt habe, unsere Beziehung und wenn ich aber über die nähere Vergangenheitsspreche, dann spreche ich natürlich auch von Lana.
00:02:43: um dem ein bisschen Respekt zu zollen, einfach nur als gerne Hinweis vorab, damit ja jeder auch Bescheid weiß.
00:02:50: Und in dem Sinne war eben Daniel auch ein großer Wegweiser für mich einfach, auch was meine Sexualität angeht.
00:02:57: Daniel war meine erste Beziehung, meine erste ernsthafte Beziehung, die länger ging und die ich auch mit einer ernsten Absicht geführt habe.
00:03:05: Und das war dann nie irgendwie, das hat nie eine Rolle gespielt, sich irgendwie outen zu müssen oder irgendwie sagen zu müssen, ich bin jetzt mit einem Mann zusammen oder so.
00:03:16: Und diese Selbstverständlichkeit zieht sich bis heute durch mein Leben.
00:03:19: Und das finde ich ganz, ganz, ganz schön.
00:03:21: Und deswegen ist Daniel für mich viel, viel mehr als einfach nur ein Mensch, der mich irgendwie ein bestimmtes Kapitel in meinem Leben begleitet hat, sondern wirklich ein Wegweißer, der mich mein ganzes Leben begleiten wird.
00:03:33: Ihr habt euch aus den Kärnen kennengelernt.
00:03:37: Kannst du euch noch daran erinnern, unter welchen Umständen ... Wie und wo ihr euch kennengelernt habt?
00:03:43: Ja, wir haben uns auf einer Hochzeit kennengelernt, tatsächlich.
00:03:50: War ganz unkonventionell.
00:03:53: Er war dort, ich war dort Gast.
00:03:57: Und so hat dann das eine zum anderen geführt, sozusagen.
00:04:01: Also eigentlich ganz, so wie man es sich eigentlich gerne vorstellen würde.
00:04:05: Also es war jetzt leider nicht der Supermarkt.
00:04:08: Aber ich finde, auf einer Hochzeit sich kennenzulernen ist auch ganz schön.
00:04:12: Das geht heute leider so ein bisschen verloren, sich im echten Leben kennenzulernen.
00:04:16: Vielleicht gerade auch noch mal.
00:04:17: in der queeren Community ist es ja auch noch mal ein Stück erschwert, sich außerhalb einer Dating-Plattform kennenzulernen, oder?
00:04:24: Ja.
00:04:27: Und ich bin gar nicht der Mensch für Dating-Plattformen, weil mir das irgendwie ganz, ganz schnell auf den Sack geht.
00:04:37: Allgemein schwierig ist einfach Männer kennenzulernen, die einste Absichten haben, gerade in dieser queeren Community.
00:04:46: Da hat man schneller ein ganz Körperfoto von jemandem als ein Hallo, wie geht's?
00:04:52: Das man vielleicht gar nicht unbedingt will, gell?
00:04:54: Genau, dass
00:04:55: man gar nicht möchte.
00:04:59: War für dich von Anfang an klar, als jetzt, wenn wir noch mal bei der Hochzeit bleiben, ist ja eigentlich auch irgendwie ein schönes, schöne Location, schönes Surrounding, sich auf so einer romantischen Veranstaltung dann irgendwie kennen zu lernen.
00:05:10: War dir damals schon klar, wer Daniel ist, also eine Person, die in der Öffentlichkeit stand viele Jahre und zu dem Zeitpunkt ja immer noch?
00:05:19: Naja, im ersten Moment gar nicht so direkt.
00:05:22: Also ich... Da schenken wir, kommt mir bekannt vor.
00:05:25: Ich konnte es aber nicht direkt zuordnen, irgendwann konnte ich es dann aber zuordnen.
00:05:29: Da mache ich natürlich gar keinen Held raus.
00:05:33: Aber es hat für mich gar nicht so eine bedeutungsvolle Rolle gespielt irgendwie.
00:05:38: Ich habe auch Dani immer gesagt, da weiss ich noch, da musste er auch ein bisschen lachen oder schmunzeln.
00:05:44: Da habe ich gesagt, selbst wenn du unter einer Brücke wohnen würdest, würde ich nicht trotzdem lieben.
00:05:50: Das ist immer so ein Satz, den ich so immer so in Gedanken halte oder ein Gespräch.
00:05:55: Wenn mir das immer schon ganz am Anfang ganz ganz wichtig war, das zu betonen, dass es also, dass er für mich einfach nur ein Mensch ist und nicht irgendwie eine Rolle, die er irgendwie einnimmt oder die er in der Öffentlichkeit präsentiert, sondern dass es mir um ihn als Mensch geht.
00:06:12: Ist auch durchaus ganz unterschiedlich, wie eine Person in der Öffentlichkeit wirkt oder in der Öffentlichkeit dargestellt wird, als sie dann ... persönlich ist in den eigenen privaten Vierräumen.
00:06:23: Kannst du dich denn noch daran erinnern, was dich ... ... an Daniel so fasziniert hat, weil du hast ja vorhin auch noch mal beschrieben, ... ... er war für dich ... ... ein wichtiger Punkt in deinem Leben, der dich geprägt hat auch.
00:06:40: Fasziniert als Mensch?
00:06:44: Viele Dinge haben mich an ihm fasziniert.
00:06:47: Ich muss auch mehr daran denken, dass ich sehr jung war, als wir uns kennengelernt haben.
00:06:51: Ich war ja siebzehn, als wir uns kennengelernt haben.
00:06:53: Ich bin gerade achtzehn geworden.
00:06:57: Aber fasziniert als Mensch hat mich vor allem seine Art an für sich dieses, so wir können Pferde miteinander stehlen.
00:07:12: Komm, wir machen was.
00:07:13: So diese Unternehmenslust.
00:07:15: Komm, wir machen jetzt was.
00:07:16: Komm, wir gehen dahin.
00:07:17: Komm, wir machen das.
00:07:17: Komm, wir machen hier.
00:07:20: Das hat mich sehr, sehr fasziniert, weil ich so, das gar nicht so kannte von Männern an für sich, die so unternehmenslustig sind.
00:07:29: Und er hatte irgendwie immer Lust, irgendwas zu unternehmen, irgendwas zu machen.
00:07:32: Und ich wusste auch immer, dass wir ein Virus gemeinsam machen, dass es schön wird, dass wir Spaß haben.
00:07:35: Wir konnten unheimlich viel, viel Spaß gemeinsam haben.
00:07:39: Und diese Lust am Leben.
00:07:41: hat mich immer so an ihm fasziniert auch.
00:07:46: Er hat es nicht nötig gehabt, irgendwelche Sachen für Geld zu machen.
00:07:52: Wenn ihm das nicht gepasst hat, wenn er keine Lust darauf hatte, dann hat er gesagt, nee, okay, habe ich keine Lust drauf.
00:07:56: Das ist mein Ding.
00:07:58: Er hat es irgendwie nicht nötig gehabt, irgendwie für Geld irgendwelche Sachen zu machen.
00:08:01: Und das hat mich immer sehr fasziniert, dass er immer genau das gemacht hat, worauf er in dem Moment in seinem Leben an genau dieser Stelle Lust gehabt hat.
00:08:09: Also, du meinst zum Beispiel, wenn jetzt Angebote gekommen sind ...
00:08:12: Genau.
00:08:12: ...
00:08:14: für diverse Dinge, dann hat er überlegt, passt das zu mir?
00:08:18: Ist das jetzt gerade der richtige Zeitpunkt?
00:08:20: Genau.
00:08:20: Genau.
00:08:20: Dann gesagt er wieder, ja oder nein.
00:08:22: Ja, ja
00:08:22: oder nein.
00:08:23: Ich hab nichts ... Ich hab keine Lust darauf.
00:08:25: Zwischen gab's für ihn nix.
00:08:27: Und das find ich immer sehr, sehr schön.
00:08:30: Ich hab in der Vorbereitung für unser Gespräch auch noch mal auf das Instagram-Profil geguckt von Daniel.
00:08:35: Ähm, und bin ganz ... zurückgegangen zu einen der ersten postings von vor elf jahren und da ist mir eines aufgefallen und das beschreibt nämlich das was du jetzt gerade gesagt hast ganz gut.
00:08:48: Er hat ein selfie gepostet und dann darunter geschrieben in spanisch des fruta kada momento was so viel heißt wie genieße jeden moment also diese lebensfreude auch schon damals sehr stark betont.
00:08:59: Das hat sich aber irgendwie auch bei euch ja in der beziehung dass es gerade erwähnt auch durchgezogen.
00:09:03: also er war irgendwie von einer art lebensfreude richtig getrieben.
00:09:07: Genau.
00:09:08: Und ich auch.
00:09:11: Und es war genau so, genau das, was ich als ... Nonplus-Ultra an der Beziehung sehe.
00:09:20: Dieses Gemeinsamen, das Leben wirklich zu genießen.
00:09:23: Und das haben wir gemacht.
00:09:25: Wir haben jeden Moment genossen, den wir gemeinsam hatten und gemeinsam erlebt haben.
00:09:29: Du hast auch gesagt in einem Interview, und das fand ich ... ein sehr zentralen Satz.
00:09:35: Du hast ihn in diesem Sinne bedingungslos ... ... geliebt.
00:09:39: Kannst du das erklären, ... ... was für dich bedingungslose Liebe bedeutet ... ... im Bezug auf eure Beziehung, die er hat?
00:09:46: Also vorweg möchte ich sagen, ... ... dass Liebe immer eine Bedingung hat.
00:09:51: Im Außen vor allem, im Innern nicht, ... ... aber im Außen finde ich, ... ... ja, Liebe immer irgendwie eine Bedingung, ... ... heißt keine Ahnung, ich möchte nicht, ... ... dass mein ... ... Freund irgendwie ... ... keine Ahnung ... ... drogensüchtig ist oder sowas.
00:10:05: Deswegen, es gibt immer also ... Liebe ist immer in dem Sinne bedingt, sage ich jetzt mal.
00:10:11: Aber im Inneren gibt es doch gewisse Werte oder gewisse Gefühle, die einfach, wo man ja, wo man Menschen so hinnimmt, wie man wie einfach ist und genau dafür liebt, auch mit seinen Schwächen oder mit seinen Ecken und Kanten.
00:10:25: Schwächen finde ich immer so irgendwie so, gerade das bedingungslose Liebe angeht, ein schwieriger Begriff, aber mit Ecken, mit seinen Ecken und Kanten.
00:10:33: Und das hatte ich halt zum Beispiel In Beziehungen nach Daniel nicht mehr.
00:10:39: Dass ich wirklich so dachte, ich lieb wirklich alles zu hundert Prozent in diesem Menschen.
00:10:47: Das hatte ich so nicht mehr erlebt.
00:10:51: Diese drei Jahre, wir kommen später noch mal drauf zu sprechen.
00:10:55: Eurer Beziehung war dann auch ein Teil Fernbeziehung dabei.
00:10:59: Aber in den Jahren vor dieser Fernbeziehung, wie kann man sich das vorstellen?
00:11:03: Habt ihr zusammen gewohnt oder wie oft habt ihr euch gesehen?
00:11:06: Das wirkt ja doch alles, wie du das beschreibst, als eine sehr innige Beziehung und Zuneigung.
00:11:11: Genau, also wir haben ja fast drei Jahre keine Fan-Beziehung geführt.
00:11:17: Also wir haben zusammen gewohnt, wir haben in Berlin gewohnt.
00:11:20: Daniel hatte noch eine Wohnung in Spanien.
00:11:24: Dort waren wir natürlich auch ab und zu.
00:11:27: Aber hauptsächlich eben halt in Berlin, wo wir auch zusammen gelebt haben.
00:11:33: Da haben wir eben halt keine feine Beziehung geführt, sondern haben wirklich auch unser Leben gemeinsam geführt.
00:11:39: Und ich finde, auch wenn ich das jetzt mit Beziehungen, die ich danach geführt habe, vergleiche, ist es nochmal ein Unterschied, ob man einfach nur zusammen lebt oder wirklich sein Leben miteinander auch teilt, ob man irgendwie gemeinsam das Leben sich schön macht.
00:11:55: oder ob jeder einfach sein Ding macht und man trotzdem irgendwie gemeinsam wohnt.
00:11:59: Und
00:11:59: man trifft sich dann irgendwo mal zwischendrin im Wohnzimmer oder?
00:12:02: Ja, ja, genau.
00:12:02: So eine Date-Night.
00:12:03: Genau, so habe ich das irgendwie danach erlebt, dass man irgendwie so Date-Nights ausmachen musste und sagt, ja, komm, heute bestellen wir Essen und gucken einen Film und das ist dann ein volles Highlight, wo ich so denke, so, naja.
00:12:17: Es gibt schon Unterschiede, wie man als Paar im Alltag lebt.
00:12:23: Da geht es um Themen wie wer macht den Abwasch, wer bringt den Müll raus, wer kümmert sich um den Einkauf.
00:12:28: Das sind andere Ebenen von einer Beziehung, wie man sich neu kennenlernt.
00:12:32: Ja, voll.
00:12:33: Und bei uns war das irgendwie nie ein Thema.
00:12:35: Also, wenn ich so zurückdenke, der, also, wir haben Nieder, also wir haben Nieder rüber irgendwie gestritten oder diskutiert, wer jetzt den Abwasch macht oder so.
00:12:43: Und in anderen Beziehungen war das voll Streit hier, wo ich so dachte, wo bin ich hier?
00:12:46: Nach
00:12:47: Plan, so nach dem Motor-Motor, doch du, Dienstagisch.
00:12:49: So, ja, du hast gekauft, ich mach jetzt das und ich denke so, nein, ich will das gar nicht.
00:12:55: Ja.
00:12:55: Also es ist dann quasi, hat sich dann eher so aus der Intuition einfach aus dem Zusammenleben ergeben, dass man musste nicht groß diskutieren, sondern das war halt einfach immer so.
00:13:01: ein gemeinsames Werk auch anscheinend.
00:13:03: Genau.
00:13:04: Ein gemeinsames Lebenswerk, irgendwie, was man sich, oder ein geiles gemeinsames Leben, was man sich irgendwie geschaffen hat.
00:13:10: Und intuitiv macht einfach jeder das auf, was er Lust hat.
00:13:12: Und das hat sich dann so gut, wie sagt man, integriert.
00:13:18: Ja.
00:13:19: Ja.
00:13:20: Ich hab's ja vorhin schon mal angesprochen, dass natürlich das eine Bild, das viele Millionen Menschen von Daniel haben, nicht unbedingt das Bild ist, wie er wirklich war, wenn du vielleicht auf beides blickst, also diese nahe Erfahrung, die du mit Daniel hattest und andererseits noch mal auf das Bild, dass viele von ihm in der Öffentlichkeit haben, wie viel Übereinstimmung gibst du denn da oder wie viel Unterschied gibst du zwischen der zwischen Daniel als in der Öffentlichkeit und Daniel privat als Mensch?
00:13:49: Das ist eine super Frage.
00:13:55: Weil es da gerade gar nicht so viel Abweichungen gab.
00:13:58: Daniel war wie er war.
00:14:00: Und ob das in der Öffentlichkeit war oder ob das nicht in der Öffentlichkeit war, das war eben eigentlich egal.
00:14:06: Natürlich glaube ich, dass jeder Künstler oder jede Künstlerin nach außen hin oder in der Öffentlichkeit sich nochmal ein anderes Image hat.
00:14:15: Das ist oft so.
00:14:16: Aber Daniel war das natürlich irgendwie so, dass dieses Image von den Medien nach außen hin schon so geprägt war.
00:14:23: Und man quasi schon zu dieser... Na ja, man hat schon irgendwie so gedacht, okay, der muss jetzt so... Das hat man ja oft bei Künstlern.
00:14:32: Okay, der muss jetzt in der Öffentlichkeit, der muss jetzt so und so und so sein.
00:14:35: Wenn ich den jetzt treffe, dann ist der hundert Prozent so und so und so.
00:14:40: Und oftmals ist das gar nicht so.
00:14:42: Und weil Daniel war es aber irgendwie so.
00:14:43: Nur der war einfach so... Da gab es gar keine großen Abweichungen.
00:14:48: Wir waren auch in Paris und da sind auch Leute auf eine zugegangen zum Beispiel.
00:14:53: Das war eine sehr witzige Situation, weil wir da im Monoruch waren und da sind wir da irgendwie raus und dann kamen da auch Leute auf hinzu und so und das war einfach wie immer.
00:15:01: Wir waren da zwar im Urlaub, aber es war er war wie immer.
00:15:04: Er hat sich da nicht, auch wenn Leute ihn erkannt haben oder ein Foto gehabt haben wollten, dann war das nie irgendwie eine große Sache, sondern also er hat sich dann nie gedacht so, jetzt macht es Klick und er ist jetzt ein anderer Mensch, sondern er war da einfach immer er selbst.
00:15:21: Deswegen gibt es da gar nicht so eine große Abweichung.
00:15:25: Also er war eigentlich dann, so wie du es beschreibst, authentisch.
00:15:28: Er war super, also super authentisch.
00:15:30: Also auch in die Öffentlichkeit hinein hat er keine Rolle gespielt.
00:15:33: Ja, ich denke, es können auch sehr, sehr viele Fans, denke ich, von ihm wiederum bestätigen.
00:15:43: Weil er auch seinen Fankreis so sehr, sehr eng und sehr, sehr close gehalten hat.
00:15:51: Und seine Fans, die ihn auch sehr auf Privat auch erlebt haben.
00:15:56: Also diese Fan, das fand ich auch sehr, sehr bewundernswert.
00:16:00: Diese Fangemeinschaft, die er da hatte, die war so eng und so privat irgendwie.
00:16:05: Das war richtig schön.
00:16:07: Kannst du es beschreiben, in wiefern, dass er das so privat an gepflegt hat, diese Fangemeinschaft?
00:16:12: Es war einfach sehr, sehr herzlich.
00:16:13: Also seine Fans waren nicht einfach nur irgendwelche Fans, sondern... Das waren wirklich Leute, die er mit Namen gekannt hat, so die Ängsten und die, ich möchte nicht sagen die größten Fans, aber so die Fans, die ihn am meisten verfolgt haben, diese ganze Fangemeinde, erkannte die mit Namen und hat sich mit denen unterhalten, hat sich vor dem Konzert, nach dem Konzerten oder wo auch immer er die getroffen hat, mit denen wirklich sich unterhalten und das gepflegt, einfach wie eine Freundschaft.
00:16:43: Und das fand ich immer sehr, sehr bewundernswert, weil doch viele Künstler und Künstlerinnen doch das immer sehr auf Distanz waren.
00:16:56: Lass uns doch mal kurz zum Thema Medien kommen und dann kommen wir auch nochmal auf das Thema mit vielleicht die Bedeutung, die Daniel für den Menschen hatte zu sprechen.
00:17:06: Wir beide haben uns ja kennengelernt, was heißt kennengelernt, kontaktiert habe ich dich, nachdem die ARD im Sommer nicht Dokumentation veröffentlicht hat, eine Dreiteilige, die hieß, die Kübelböck-Story, eure Lana Kaiser.
00:17:20: Die wurde im Sommer veröffentlicht, im Sommer in dem Daniel Lana Kaiser, vierzig Jahre alt geworden, wäre.
00:17:28: Man hatte auch dich interviewt und du warst da zu sehen und hast ein bisschen was von der Beziehung geschildert.
00:17:33: Was war dir denn wichtig, in dieser Dokumentation den Menschen zu erzählen?
00:17:41: Was wird für dich wichtig, was sollten die Menschen von Daniel erfahren?
00:17:46: Ja, also an der Stelle möchte ich noch mal auch sagen, dass diese Doku wirklich ganz, ganz toll gemacht ist.
00:17:53: Kann ich nur zustimmen, die habe ich, wenn ich ganz kurz da rein greifen darf, die habe ich wirklich, ich habe die ersten drei, vier Minuten angeguckt und dachte mir, wow, da muss ich dranbleiben.
00:18:00: Das war, ist wirklich empfehlenswert, was die Kollegen da gezaubert haben.
00:18:04: Voll,
00:18:04: voll.
00:18:04: Und auch der Regisseur, der Tristan Milewski.
00:18:10: mit dem ich wirklich in diesen Drehtagen wirklich so eng aneinander gewachsen bin, dass wirklich mittlerweile auch eine Freundschaft daraus entstanden ist und ich da unendlich dankbar bin, so einen tollen Menschen wie ihn kennengelernt haben zu dürfen.
00:18:23: Der hat es so toll gemacht und wirklich auch so inszeniert, dass es eben quasi alles sich selbst erzählt, aber dennoch die Story dahinter ist und auch eine Message dabei ist, eben und das nochmal ganz genau gezeigt hat.
00:18:40: Ja, wie dieses mediale Interesse oder die Medien überhaupt der Einfluss genommen haben auf ihn.
00:18:45: Und mir war es eben wichtig, nochmal die Geschichte von Lana nochmal aus einer anderen Perspektive zu erzählen.
00:18:51: Ja, nochmal irgendwie zu zeigen, wer war Lana eigentlich und was hat Lana eigentlich hinterlassen für uns?
00:18:58: Weil ich denke, das ist genau das, was immer so ein bisschen außer Acht gelassen wird.
00:19:05: Oder woran man gar nicht so jetzt denkt, wenn man jetzt an Daniel Kübelberg denkt, denkt man, ah ja, Okay, irgendwie so ein flippiger Typ, der irgendwie für die Zeit irgendwie ein bisschen too much war und einfach irgendwie da bei DSD erst mal war.
00:19:20: Aber diese ARD-Dokumentation zeigt nochmal ganz genau, was eigentlich Lana für ein Vermächtnis hinterlassen hat, was Lana für die queere Community überhaupt erschaffen hat.
00:19:37: Und genau so, wie Olivia Chance es auch gesagt hat, wenn es eine Quereikone gibt, dann war das Lana.
00:19:45: Lass uns vielleicht mal von hinten die Sache angehen.
00:19:49: Du hast jetzt ja auch nochmal erwähnt, ein Thema in dieser Dokumentation war auch, oder was für dich auch ein wichtiges Thema war, zu erwähnen, wie die Medien damals mit Daniel umgegangen sind.
00:20:03: Und ich kann mich noch dran erinnern.
00:20:05: Ich war einer der Zuschauer von die SDS.
00:20:08: Einer der siebzehn Millionen bei der ersten Staffel.
00:20:11: Und hab das eben auch mitverfolgt.
00:20:13: Daniel kam dann bis in die dritte Motto-Show, glaube ich.
00:20:17: Genau, wurde drittplatzierter.
00:20:20: War damals siebzehn.
00:20:21: Ich war damals treizehn.
00:20:23: Und
00:20:24: ... Ich war damals Sex.
00:20:26: Aber
00:20:27: ich hab's auch geschaut.
00:20:28: Ja, natürlich.
00:20:29: Auf die erste Staffel schon.
00:20:31: Ja,
00:20:31: witzig.
00:20:31: Wenn meine Mama das geschaut hat, ich war großer Daniel-Fan als kleines Kind.
00:20:35: Ich war mit Sex vor meiner Musikbox und hab diese CDs gehört.
00:20:39: Witzig, dann autig mich jetzt auch schon mal.
00:20:41: Ich war nämlich auch Daniel-Fan.
00:20:42: Ich hab ihm sogar mal einen Fanbrief, einen Autogramm Brief geschrieben.
00:20:47: Es kam dann auch was zurück tatsächlich.
00:20:48: Hey, was kam denn zurück?
00:20:50: Das war halt so ein standardisierter Brief, glaube ich, letztlich.
00:20:54: Aber mit Unterschriftteil, ne?
00:20:56: Ja, goldig.
00:20:57: War ganz nett.
00:20:58: Hab dann auch später dann verstanden, jetzt auch mit dem Blick mit der DOKO, warum ich wahrscheinlich auch ihn so als Idol damals hatte, als Dreizehnjährige oder warum ich ein Fan dann war.
00:21:09: Aber lass uns noch mal ganz kurz zurückgehen zum Thema Medienöffentlichkeit.
00:21:13: Das war nämlich etwas, was mich wirklich ... so im Rückblick schockiert hat.
00:21:18: Ich mein, glücklicherweise, es sind jetzt da seit den zwanzig Jahre vergangen und glücklicherweise hat sich in den zwanzig Jahren doch einiges auch verändert in der Medienlandschaft.
00:21:27: Ich glaube und hoffe, dass die Medien so nicht mehr mit Menschen umgehen würden.
00:21:34: Du hast es auch vorhin schon erwähnt, Daniel, da wurde immer so ein bisschen auch gezeigt, als der jetzt in positiven Gesprächen durchgeknallte Typ, der Paradiesvogel, da war natürlich auch irgendwie so eine Art Figur in Anführungsstrichen, die bewusst vielleicht auch geformt worden ist.
00:21:50: Für die Quote oder whatever.
00:21:54: Und schon auch durch den Kakao gezogen worden ist.
00:21:57: Habt ihr euch denn damals in eurer Beziehung, als ihr euch kennengelernt habt oder generell über dieses Thema mal ausgetauscht, welche Erfahrungen er damals dazu gemacht hat?
00:22:06: Nee, das war nie, wie gesagt, das war nie ein Thema.
00:22:09: Also wir haben nie irgendwie über ihn als... Also Figur, ich finde diesen Begriff so furchtbar, da habe ich auch mal ein Posting auf meinem Instagram-Pofi gemacht, weil ich den Begriff Figur an für sich schlimm finde, weil eine Figur immer irgendwas ist, was inszeniert ist.
00:22:26: Also eine Figur ist nie irgendwie authentisch.
00:22:32: Und wir haben uns darüber nie aufgetauscht, weil wie gesagt, Daniel war für mich Daniel und alles andere hatten mich auch gar nicht so großartig interessiert.
00:22:43: Und er hat, glaube ich, darüber auch gar nicht so gerne gesprochen, ehrlich gesagt, weil das natürlich auch eine Zeit war, die für ihn belastend war.
00:22:50: Also es gibt ja sozusagen auch diesen legendären Ausschnitt bei der Tagesschau, als dieser Umfeld passiert ist mit dem Gurkenlaster.
00:22:57: Und das ist, glaube ich, auch sozusagen in der Mediengeschichte in der Jünger, dann ja auch etwas sehr Besonderes, weil spätestens ab diesem Zeitpunkt hat man auch gemerkt, irgendwie, da hat sich jetzt dann was auch in Bereich der Medien verändert, dass das überhaupt so eine Meldung in die Tagesschau schafft, war zum damaligen Zeitpunkt und ist das auch heute noch doch eher ungewöhnlich, kurios, aber das hängt natürlich alles sozusagen mit der, würde ich jetzt behaupten, mit der Inszenierung von Daniel zusammen, die die Medien vorgenommen haben.
00:23:24: Und dementsprechend war dann auch so eine Meldung dann eben
00:23:26: ... Ja, auch.
00:23:27: Ja, mich hat das also, muss ich auch dazu sagen, mich hat es auch, also in der Doku hab ich das erste Mal gesehen.
00:23:35: Auch wie das damals mit diesem Unfall inszeniert wurde.
00:23:39: Und ... Ja, was soll man dazu sagen?
00:23:41: Also ich hab das gesehen und dachte, naja, schon damals war Thomas Gottschalk irgendwie ein Problem, irgendwie problematisch.
00:23:47: Ach,
00:23:47: stimmt, da gab es noch diesen Ausschnitt als Thomas Gottschalk
00:23:51: zum Krankenhausbesuch.
00:23:52: Ja, und ich denke,
00:23:53: wie kommt
00:23:54: jetzt hier Thomas Gottschalk rein?
00:23:55: Was machst du hier?
00:23:57: Genau, dann in Kübelbeck lag im Krankenhaus vielleicht so als Erklärung nach dem Unfall.
00:24:00: Und dann gab's irgendwie ein Fernseh-Format oder Fernseh-Sender, der dann mit Thomas Gottschalk zum Krankenhaus besucht zu Daniel ging, gell?
00:24:09: Ja,
00:24:10: höchstproblematisch.
00:24:12: Der steht da neben diesem Krankenbett.
00:24:16: Ja.
00:24:17: Das ist irgendwie, weiß ich nicht.
00:24:20: Oder ich finde, diese Szene hat mir auch irgendwie noch mal so voll gezeigt, wie glaub ich, also ... Irgendwie, es hat auch alles irgendwie so gewirkt, als wäre das, als hätte Daniel das gar nicht so wirklich gewollt.
00:24:32: Also irgendwie alles so gezwungen, alles so medial.
00:24:35: Ganz, ganz, ganz komisch.
00:24:37: Mir hat dieses Szenen ein ganz, ganz komisches Gefühl gegeben.
00:24:39: Ich hab auch Gänsehaut bekommen, da ich so dachte, oh Gott.
00:24:42: Irgendwie.
00:24:43: Also es wirkt ja auch aus meiner Perspektive so ein bisschen auch vorgeführt.
00:24:46: Voll.
00:24:46: Vor der Öffentlichkeit.
00:24:49: Voll.
00:24:50: Voll.
00:24:54: was ich so besonders fand und deswegen hab ich auch gefragt, ob ich euch darüber ausgetauscht hab, über seine Erfahrungen.
00:25:00: Er war ja, wie gesagt, damals siebzehn, wurde dann achtzehn, als er noch sehr, sehr stark in Öffentlichkeitsstand eben wegen DSDS.
00:25:08: Und er war ja in unglaublich vielen Talkshows zu der damaligen Zeit.
00:25:12: Johannes B. Kerner, was es da eben alles gab, Rauf und Runter, teilweise alleine, teilweise mit seinem Vater auch, der Indian Stück weit dann auch begleitet hatte, während der DSDS-Zeit stark und danach dann als Manager, glaube ich sogar.
00:25:25: Was ich sehr bewundernswert fand, jetzt im Rückblick habe ich es erkannt, dieser Kerl, der ist siebzehn, gerade mal achtzehn Jahre alt, der wird so durch einen Kakao gezogen, teilweise.
00:25:40: von den Medien, von bestimmten.
00:25:43: Und sitzt so selbstbewusst mit den jungen Jahren in einer Sendung und verteidigt sich quasi auch auf gewisse Vorwürfe und spricht ganz offen eigentlich wie jemand, der viel viel älter und viel viel mehr Erfahrung hat, die er aber zu den Zeitpunkten noch noch gar nicht gehabt hat.
00:26:03: Also das fand ich so bewundernswert.
00:26:05: Diese Stärke, die er dadurch für mich symbolisiert hat und nach außen getragen.
00:26:09: Ich glaube, er musste ganz, ganz schnell erwachsen werden.
00:26:11: Ja.
00:26:12: Also, da war nicht viel Zeit für Jugend, für Jugendzünden irgendwie in dem Sinne, wie man, wie sie jeder andere hat vielleicht, der nicht in der Öffentlichkeit steht, sondern er musste ganz, ganz schnell erwachsen werden.
00:26:24: Und das hat ihn aber auch, glaube ich, ja, lange geprägt.
00:26:30: Und vielleicht, so könnte ich mir das eventuell erklären, vielleicht kommt auch dadurch so ein bisschen diese Lebenslust zustande.
00:26:36: Weil er vielleicht in seiner Jugend nicht ganz viel so Dinge so ausleben konnte, die er vielleicht gerne hätte machen wollen.
00:26:42: Und sich dann dachte so, naja, komm, jetzt habe ich irgendwie voll viel erreicht.
00:26:46: Und jetzt kann ich irgendwie mal Dinge machen, auf die ich Lust habe.
00:26:49: Und jetzt habe ich einfach Lust auf diese Dinge.
00:26:51: Und die möchte ich irgendwie gerne erleben.
00:26:55: Vielleicht für alle, die den Namen Daniel Kübelböck... ... zwar kennen, aber vielleicht nicht die ganze Geschichte, hat ja auch eine Autobiografie veröffentlicht.
00:27:03: Ich liebe meine Töne, die steht auch bei mir zu Hause, schon seit sehr vielen Jahren.
00:27:07: Wie gesagt, ich war ja auch mal Fan.
00:27:11: Und in dieser ... Biografie hat er ja auch viel geschildert, weil du das jetzt auch grad beschrieben hast.
00:27:17: Aus seiner Jugendzeit.
00:27:18: Und die war halt nicht immer besonders gut.
00:27:21: Auch Elternhaus war schwierig.
00:27:22: Wir müssen das jetzt an dieser Stelle auch gar nicht vertiefen.
00:27:24: Aber einfach nur, glaub ich, gehört es auch zur Erklärung mit dazu, was vielleicht eben dann auch der Grund ist, warum er so eine Lebensfreude dann hatte.
00:27:32: Und in der Doku gab es dann auch noch mal Aufnahmen, die ihn zeigen, als er ... während und nach DSDS zurückgeht, nach Eckenfelden, da wo er herkommt, ist ein kleines Nest.
00:27:45: Ich glaube, die weiß gar nicht, ein paar Tausend Einwohner nur, eben in Bayern, eine kleine Stadt.
00:27:50: Und da ist der Marktplatz komplett voller Fans, die, würde ich sagen, schon wirklich außer Rand und Band sind, weil jetzt Daniel dort eben kommt.
00:27:58: Also er hat ja vielen Menschen etwas gegeben und gibt es immer noch.
00:28:06: Also ergibt ihnen immer noch etwas.
00:28:08: Das habe ich jetzt auch verfolgt auf Instagram teilweise.
00:28:10: Auch das Profil mit Lana Kaiser.
00:28:15: Die Menschen kommentieren ja heute noch am Geburtstag, am Tag des Verschwindens, wenn sich das jährt.
00:28:22: Also Daniel hat für diese, für sehr viele Menschen eine besondere Bedeutung.
00:28:26: War das für ihn irgendwie auch eine Belastung?
00:28:31: Oder wie ist er damit umgegangen?
00:28:32: Also war er sich dessen bewusst?
00:28:35: Ich denke nicht.
00:28:38: Weil wie gesagt, er war sehr authentisch in seinem ganzen Sein und auch mit seiner Fangemeinde.
00:28:44: Das war irgendwie so sehr familiär alles.
00:28:48: Und das finde ich, ich finde es so so so schön, weil ich das noch bei keinem anderen Künstler oder einer anderen Künstlerin irgendwie erlebt habe, dass das so so eng und so klein ist.
00:28:59: Also klein ist auch nicht, aber eben halt so
00:29:02: ein kleines
00:29:03: Kreis.
00:29:03: Genau, genau wie so ein kleines Team.
00:29:06: auf die er sich irgendwie verlassen konnte und auch noch verlassen kann.
00:29:11: Die Leute stehen immer noch nach wie vor hinter ihm.
00:29:14: Ja, ich habe jetzt auch nach dieser ARD-Doku wirklich so, so, so viele schöne Nachrichten bekommen.
00:29:23: Ja, von Fans von ihm.
00:29:26: Oder von Fans von Lana.
00:29:29: Und da habe ich mich so, mich mehr haben so viele verschiedene Menschen geschrieben.
00:29:37: Auch ganz persönliche Geschichten, was Lana quasi für deren Leben bedeutet hat.
00:29:48: Und es ist ganz schön, so viele Eindrücke von so vielen Menschen zu bekommen.
00:29:52: Aber vielleicht auf dem Punkt Lana Kaiser als auch ein bisschen zu sprechen, weil du das jetzt auch schon erwähnt hast.
00:29:59: Daniel hat sich in den Jahren nach DSDS und während eurer Beziehung und nach eurer Beziehung ... auch noch mal verändert, vielleicht ein Stück weit auch neu erfunden.
00:30:10: Er hat Musik studiert ... ... und hat dann beschlossen ... ... auch Schauspiel zu studieren in Berlin.
00:30:18: Also da hat sich ein gewisser Wandel vollzogen.
00:30:20: Hast du den Wandel damals wahrgenommen ... ... in eurer Beziehung?
00:30:27: Naja, also er ... ... war schon immer ein Mensch, der ... ... ja, gerne neue Dinge ausprobiert hat.
00:30:35: Ja, der hat irgendwie ... Er hat immer Lust, sich weiterzuentwickeln und das sieht man ja auch.
00:30:40: Er hat ja im Endeffekt auch in seine eigene Karriere investiert.
00:30:45: Er hat eine Gesangsausbildung gemacht.
00:30:46: Er hat sich weiterentwickelt.
00:30:50: Er hat immer in sich selber auch investiert, auch mit dieser Schauspielkarriere zum Schluss.
00:31:02: Als er dann in Berlin war bei der Schauspielschule, Da lebtest du zu dem Zeitpunkt in Baden-Baden?
00:31:08: Genau, ich hab da meine Ausbildung gemacht.
00:31:11: Und ... deswegen in der Zeit, also ich hab das gar nicht, also ... so einen richtigen Wandel gab, das hab ich persönlich, konnte das nicht erleben.
00:31:25: Hab ich nicht mitbekommen.
00:31:27: Was hat sich denn durch die ... das Tanz, also durch die Fernbeziehung bei euch verändert, weil letztlich war das ja, das kann man schon mal vorwegnehmen, das hast du auch in der Doku erwähnt.
00:31:40: Ein Grund oder der Grund für die Trennung?
00:31:46: Genau, weil es einfach so weit weg war und wir uns zu wenig gesehen haben.
00:31:49: Das war natürlich komplette Kontrastprogramm von vorher.
00:31:53: Wir haben uns jeden Tag gesehen, wir sind zusammen ins Bett gegangen, sind zusammen aufgewacht.
00:31:59: Und auf einmal sieht man sich so zwei Wochen gar nicht.
00:32:04: Und das ist aber ein Dauerzustand.
00:32:05: Und das ist natürlich nochmal was, was die Beziehung auch verändert, die Dynamik in der Beziehung verändert.
00:32:12: Und wir hatten damals beschlossen, dass wir eben einfach diese Beziehung jetzt mal auf Eis legen müssen, weil es uns beiden zu Servit tut einfach und wir dann schauen müssen nach der und nach unseren Ausbildungen, wie wir wieder zusammenkommen sozusagen und das jetzt mal ganz sachlich zu formulieren.
00:32:34: Ja, das hat schon Servit getan.
00:32:42: Während der Zeit an der Schauspielschule hat sich Daniel dahingehend auch nochmal verändert, dass er sich in seiner Identität noch mal neu bewusst geworden ist.
00:32:56: Ich weiß nicht, wie ich das richtig ausdrücken kann oder soll.
00:33:00: Aber er wurde quasi zu Lana Kaiser, so wie wir ihn dann jetzt zuletzt eben kennen gelernt haben, wie er auch dann in die Öffentlichkeit damit gegangen ist.
00:33:12: Und stand dann da wieder stark in der Öffentlichkeit.
00:33:17: Und auch da kam es dann wieder zu Helmi und Spott, jetzt nicht unbedingt.
00:33:22: in der Medienöffentlichkeit, aber wir hatten schon mal im Vorgespräch auch drüber gesprochen, vor allem auch in Social Media.
00:33:28: Das war sicherlich nicht einfach.
00:33:34: Lass uns doch da mal drüber reden über das Thema ... mit ... den Drückmeldungen, mit denen Lana Kaiser letztlich ja auch fertig werden musste.
00:33:44: Bleibt dir da noch irgendwas in Erinnerung, wo du sagst, oder ... das war ... gab schlimme Momente oder schwierige Momente, dass es schwierige Reaktionen gab aus der Öffentlichkeit?
00:33:56: Darauf findest er, dass sie sich als Frau identifiziert?
00:33:59: Genau.
00:34:01: Das kann ich, also ich glaub, also ich hab das eher so wahrgenommen, dass das erst so in die Öffentlichkeit getreten ist, als eben, ja, dieser Vorfall schon geschehen ist.
00:34:14: Und ich find's aber, also, ja, also es gibt natürlich sehr, sehr viele, gerade auch, wenn man jetzt über Social Media spricht, finde ich, ist es auch nochmal so, ... muss man so ein bisschen differenzieren in Blattformen ... ... habe ich jetzt so in Vorbereitung auf diesen Podcast ... ... auch so ein bisschen ... ... gemerkt, weil ich mich natürlich auch ... ... ja, es ist eben einfach auch wichtig, wie ... ... wie diese ARD-Doku überhaupt ... ... wie die Doku ankam, wie überhaupt ... ... das Meinungsbild ist, wie überhaupt auch ... ... Queer und Transfeindlichkeit in Deutschland ... ... überhaupt noch ... ... überhaupt ein Thema sind ... ... und auf Instagram dachte ich so, naja ... ... mein Gott, das ist ja alles super, das ist wirklich schön, also ... Scheint ja gar kein Thema, wirklich zu sein.
00:34:55: Und dann schaut man auf Facebook und dann denkt man sich direkt so, naja, voll Deifel.
00:35:03: Das ist wirklich also ganz ganz anders.
00:35:06: Also ich bin wirklich erschrocken.
00:35:09: Ich bin kein Mensch, der sich irgendwie solche Sachen sehr zu Herzen nimmt, Gott sei Dank.
00:35:16: Als ich auch irgendwo Lana zu verdanken habe, weil ich... irgendwie auch da gelernt hat, dass man einfach Sachen, die in der Öffentlichkeit sind, einfach auch einfach so hinnehmen muss und sich das nicht zu Herzen nehmen soll, weil sie das auch nicht gemacht hat.
00:35:30: Aber wenn man dann doch so Kommentare irgendwo liest und dann irgendjemanden schreibt, naja, dann springt doch hinterher, wenn du ihn so geliebt hast oder naja, Gott sei Dank, ein krassbar weniger oder sowas, dann muss man doch mal kurz schlucken, ich frag mich dann immer, wo nehmen die Menschen das her?
00:35:51: Warum haben die Leute so einen großen Hass?
00:35:55: Und das ist eine Frage, die ich einfach nicht beantworten kann.
00:35:59: Warum die Leute so einen Mitteilungsbedürfnis dieses Hasses haben?
00:36:03: Wahrscheinlich haben die Leute selbst diesen Hass nach außen ausstrahlen.
00:36:08: Wenn man sich fragen würde, auch keine Antwort, warum sie das eigentlich machen, vielleicht müssten sie sich... Sollten sie sich ja natürlich damit beschäftigen, warum sie... Die Leute würden das,
00:36:16: glaube ich, auf der Straße niemals sagen, wenn man die fragen würde.
00:36:19: Die würden einem das niemals ins Gesicht sagen.
00:36:21: Niemals.
00:36:23: Und... Was aber auch zu beobachten ist, dass das dann doch diese ältere Generation ist, weil ich hab mir natürlich dann auch die Mühe gemacht und bin dann natürlich auf die Profile gegangen, guckt, welche Menschen sind das denn überhaupt, die solche Sachen irgendwie drunterschreiben.
00:36:38: Und es sind meistens... Hier muss ich auch wissen, was ich sage.
00:36:45: Meistens alte weiße
00:36:47: Männer.
00:36:47: Alte
00:36:47: weiße Männer, ja.
00:36:48: Es sind meistens alte weiße Männer, die irgendwie noch einen AfD-Abgeordneten irgendwo geliked haben oder folgen.
00:36:55: Und das Problem, wie in ganz vielen anderen Bereichen ist, es sind Männer, das sind das Problem gerade auch dort.
00:37:03: Und diese Hass kommt ganz oft auch von rechts.
00:37:06: Natürlich gibt es vereinzelt auch Frauen oder weiblich gelesene Personen, die das schreiben, aber... Ganz oft kommt dieser Hass von rechts.
00:37:13: Man stellt sich, finde ich, tatsächlich die Frage, warum Menschen ein Problem damit haben, wenn ein anderer Mensch so lebt, wie er lebt.
00:37:24: Genau.
00:37:26: Das ist so eine grundsätzliche Frage, die ich mir immer wieder stelle.
00:37:30: Wir bekommen das ja auch mit als Medienhaus, wenn wir Artikel ... Recherchen veröffentlichen und dann kommen die Reaktionen über Instagram und über Facebook dann zurück.
00:37:41: Und das ist dann doch manchmal schon erschreckend.
00:37:43: Die einzige Hoffnung, die ich immer hab, ist das ist natürlich nicht die breite Masse, sondern ist natürlich auch immer so eine Art Bubble vielleicht auch, die sich dann da bildet und sich gegenseitig dann im negativen befeuert.
00:37:54: Aber es bleibt irgendwie unverständlich.
00:37:57: Was ich auch ganz schlimm finde, ist, dass sich auch irgendwie so abzeichnet, dass Leute irgendwie ... seine Identität an für sich überdenken hinterfragen.
00:38:10: und ich denke mir immer so was gibt es denn dazu hinterfragen?
00:38:14: warum muss ich mir die frage die überhaupt die frage stellen ja kann das überhaupt sein warum?
00:38:20: ich habe die klappe zu halten und es so hinzunehmen es da gibt es gar nichts zu hinterfragen oder nachzufragen oder so?
00:38:26: ja warum ist denn das so?
00:38:28: kann es überhaupt sein?
00:38:29: vielleicht hat es sich auch einfach oder eher eine psychose.
00:38:32: oder denke ich mir selbst wenn Lana eine Psychose hatte, dann ist es trotzdem doch ihre Realität.
00:38:40: Dann kann es ihr doch trotzdem nicht abgesprochen werden, nur weil sie eine Psychose hatte.
00:38:45: Selbst wenn das so wäre, doch ihre eigene Realität, in der sie lebt und in der sie als Frau wahrgenommen werden möchte und in der sie als Frau lebt und ganz wichtig sich nicht leben will, sondern sie ist so.
00:39:02: Das finde ich auch immer eine ganz, ganz wichtige Differenzierung oder die auch ganz oft auch gar nicht gemacht wird, weil viele sagen ja auch gut, naja, sie wollte ja als, oder er wollte als Frau leben.
00:39:11: Er wollte als Frau leben.
00:39:13: Aber das ist ja gar nicht genau, das ist ja überhaupt gar nicht das Ding, sondern man...
00:39:19: Es geht nochmal eine Stufe tiefer.
00:39:20: Es geht nochmal eine Stufe tiefer, genau.
00:39:22: Man muss sich diese Frage eine Stufe tiefer stellen.
00:39:26: Wie geht es ja eher darum, dass jemand als Frau dann lebt?
00:39:32: Punkt, also im Aktiv und gar nicht im Passiv, das so formuliert wird.
00:39:37: Niemand will unbedingt, sondern es ist ja dann einfach so.
00:39:42: Keiner hat sich das ausgesucht.
00:39:44: Und genau das ist auch das, was ich immer wichtig finde, gerade auch so.
00:39:51: Leute aus dem rechten Kreis oder der Gesellschaft nehmen das so wahr, als würde man sich das aussuchen, als würde man sagen, naja, Na ja, gut, ich lebe das als Frau, ich möchte das jetzt so.
00:40:00: Ich
00:40:00: bin heute Morgen aufgestanden und hab das Gefühl gehabt, jetzt will ich als Frau
00:40:04: sein.
00:40:06: Aber das ist ja so hier ein Rissich.
00:40:09: Diesen Weg, den man da gehen muss, das tut sich doch keiner freiwillig an.
00:40:14: Man sieht ja auch, dass ich das niemand ... Also, man sieht ja auch an den Reaktionen, dass ich das jetzt niemand freiwillig antun würde, sich so in einem teilweise eben auch Hass auszusetzen.
00:40:24: Da steckt ja dann auch mehr dahinter.
00:40:26: Und zweitens sind es ja auch
00:40:27: ganz viele
00:40:27: Leute, die ... Ich hab viele Freunde in meinem Freundeskreis.
00:40:29: Ich hab viele Transmännchen in meinem Freundeskreis.
00:40:30: Ich hab viele Transmännchen in meinem Freundeskreis.
00:40:32: Ich hab viele Transmännchen in meinem Freundeskreis.
00:40:35: Ich hab viele Transmännchen in meinem Freundeskreis.
00:40:37: Ich hab viele Transmännchen in meinem Freundeskreis.
00:40:40: Ich hab viele Transmännchen in meinem Freundeskreis.
00:40:42: Ich hab viele Transmännchen in meinem Freundeskreis.
00:40:44: Ich hab viele Transmännchen in meinem Freundeskreis.
00:40:47: Ich hab viele Transmännchen in meinem Freundeskreis.
00:40:51: Ich hab viele Transmännchen in meinem Freundeskreis.
00:40:54: Und da habe ich wirklich auch schon viel mitbekommen.
00:40:56: Auch Leute, die sich gar nicht in die Öffentlichkeit trauen.
00:40:59: Das heißt, die bekommen diesen Hass gar nicht so wirklich mit.
00:41:02: Und es sind dann meistens die Leute, die eben so im Stillen einfach leiden.
00:41:07: Und deswegen ist es ganz wichtig, dass wir heute auch darüber sprechen oder dass wir heute hier auch sind und den Leuten, die im Stillen einfach leiden, auch irgendwie eine Stimme geben.
00:41:17: Das finde ich ganz wichtig, auch auf ganz viele verschiedene Minderheiten auch bezogen.
00:41:23: Ob das jetzt Spule, Lesben, Transmenschen sind oder Leute mit Migrationshintergrund, Leute, die einfach auch gar nicht die Kraft haben, sich stark zu machen, laut zu sein, denen einfach auch eine Stimme zu geben.
00:41:39: Weil es leiden viel mehr Menschen, als man denkt, im Stillen und leise für sich, die einfach nicht präsent sind, sozusagen.
00:41:50: Das ist definitiv so.
00:41:52: Das Kuriose an dem Ganzen ist, man spricht in der Gesellschaft darüber, weil's den Bedarf gibt.
00:41:58: Und dann gibt's offensichtlich, wenn man eben sich diesen Hass eben anguckt.
00:42:02: Es gibt ja auch Übergriffe, Überfälle.
00:42:06: Oftmals kommt er dann von der gleichen Gruppe, die in Richtung Hass oder geht auch dann da vorwürfen, ihr sprecht ja ständig darüber.
00:42:17: Warum müsst ihr ständig darüber sprechen?
00:42:18: Wegen euch.
00:42:19: Weil ihr immer noch ein Problem habt.
00:42:21: Weil eure Worte und
00:42:23: eure Taten eine
00:42:24: Auswirkung haben für viele Menschen.
00:42:26: Deswegen müssen wir drüber sprechen.
00:42:27: Also, drüber sprechen kommt ja nicht von ungefähr.
00:42:31: Nee,
00:42:32: genau nicht.
00:42:32: Man muss nicht immer betroffen sein, um darüber zu sprechen.
00:42:35: Das hab ich auch als Lehrer gemerkt, dass Worte so ausschlaggebend sind.
00:42:42: Das hab ich wirklich in meinem Lehrberuf so oft gemerkt, wo ich mich selbst reflektiert hab und überlegt hab.
00:42:50: Wie kann ich jetzt das und das sagen, ohne dass ich potenziell jemanden verletzen könnte?
00:42:54: Und es ist so wichtig und es ist eigentlich schade, dass man... Ich habe es auch für mich schade gefunden, dass ich das erst durch den Lehrberuf irgendwie finden musste oder merken musste, dass ich mit bestimmten Borden viele Leute einfach auch verletzen kann.
00:43:09: Aber deswegen ist es ganz wichtig, dass man auch mal sich selber ein bisschen hinterfragt und überlegt, wie formuliere ich das jetzt vielleicht?
00:43:17: Ich befürchte das auch.
00:43:19: vielleicht dieser Podcast dazu führt, es möge nicht zu sein, diejenigen, die jetzt uns zuschauen und zuhören, dass es möglicherweise auch wieder sehr, sehr kritische, vielleicht auch grenzüberschreitende Kommentare geben sollte und da stelle ich mir dann immer die Frage geben könnte, solche Kommentare und ich stelle mir dann immer die Frage, warum schaffen wir es nicht als gesamte Gesellschaft an einem Ort, an einer Welt zu arbeiten, die einfach schön ist?
00:43:47: Und die ist doch einfach noch schön, wenn jeder so sein kann, wie er ist.
00:43:50: Und solange das niemand, jemand anderen,
00:43:52: sagen,
00:43:53: eine Freiheit nimmt oder jemanden seine Art zu leben nimmt, ist doch alles gut und schön.
00:44:02: Und dann kann man sich doch einfach mal mit Bewertungen und noch Schlimmeren zurückhalten.
00:44:07: Eigentlich ganz einfach.
00:44:09: Ja, voll.
00:44:10: Jeder kann doch so sein, wie er ist.
00:44:11: Das ist so eigentlich irgendwie für mich, ist das in meinem Weltbild, aber ich bin auch so erzogen worden.
00:44:18: Von meiner Mama und da bin ich ganz, ganz, ganz dankbar dafür, dass es okay ist, wie man ist und dass man so sein kann, wie man ist.
00:44:26: Und nicht eben, wie man sein will, sondern eben einfach, dass es okay ist, wie man ist.
00:44:31: Ja.
00:44:31: Und es auch von anderen Menschen annehmen kann.
00:44:35: Du hast ja jetzt auch gerade von Kommentaren gesprochen, die schon deutlich unter der Gürtellinistin, also so in Richtung ... Also, die jetzt an dich gerichtet waren.
00:44:45: Ja.
00:44:47: Werste ihr doch hinterhergesprungen?
00:44:49: Das bezieht sich ja alles auf das Jahr.
00:44:53: Weil da im September.
00:44:55: Lana an Bord eines Kreuzfahrtschiffes ging mit Ziel New York.
00:45:01: Mhm.
00:45:02: Habt ihr euch über diese Reise unterhalten?
00:45:06: Nee.
00:45:06: Vorher?
00:45:07: Nein.
00:45:07: Da war da nicht in Kontakt.
00:45:10: Es war ja dann so, vielleicht ist das als Erklärung, falls ihr jetzt nicht alle wissen, damit man das einordnen kann, auch diesen Kommentar.
00:45:17: Das war in der Nacht zum neunten September, als Lana Kaiser auf dem Kreuzfahrtschiff spurlos verschwunden ist.
00:45:24: Und das Schiff war zu dem Zeitpunkt mitten auf dem Atlantik unterwegs, kurz vor dem Ziel New York.
00:45:30: Kannst du dich noch daran erinnern, wie und wann du zum ersten Mal vom Verschwinden erfahren hast?
00:45:37: Tatsächlich wurden mir eigentlich so Schlagzeilen geschickt auf Social Media.
00:45:42: Ich hasse so ein Ehe, das kann irgendwie gar nicht sein und so.
00:45:46: Ja, und dann hat sich das irgendwie ein bisschen bestärkend.
00:45:50: Ich war aber zu der Zeit irgendwie auch von diesen ganzen Schlagzeilen und allem so überrumpelt, dass ich, ich war wirklich delusional zu der Zeit, ich habe das nicht geglaubt, ich wollte das nicht glauben, monatelang.
00:46:04: Habe ich gesagt, ne, das kann ich sein und der ist auch runterge... Also jetzt im Nachhinein betrachtet, das möchte ich vielleicht auch die Gelegenheit hier nochmal nutzen, um das nochmal irgendwie einzuräumen.
00:46:14: dass ich mir dessen völlig bewusst bin.
00:46:15: Und ich habe das auch öfters in Interviews damals gesagt, dass es ein Wunschdenken ist und ich mir dessen auch bewusst bin.
00:46:23: Aber ich natürlich damit auch die Presse befeuert habe.
00:46:28: Das bin ich mir jetzt im Nachhinein irgendwie klar.
00:46:30: Ich war damals sehr, sehr unerfahren, was das angeht.
00:46:34: Und das weiß ich auch und habe da auf jeden Fall auch nicht immer richtig gehandelt.
00:46:38: Ich habe mich eingemischt, als ich gemerkt habe, dass irgendein Futsi von einem Münchner Hotel stand und gesagt hat naja ich habe da ja richtig gut gekannt und er wollte sich da schon mal runter stürzen.
00:46:51: Ich so wer bist du?
00:46:53: Wer zum Teufel bist du?
00:46:55: Und da wurde ich ein bisschen sauer und dann habe ich mich natürlich auch medial eingemischt.
00:46:59: Ich habe noch nie von mir aus gesagt ich möchte jetzt unbedingt in der Öffentlichkeit oder so jemand nicht anderer, der sich daran ergötzt hat.
00:47:07: Ich möchte hier keine Namen nennen, aber die Leute die ich meine die wissen auf jeden Fall Bescheid.
00:47:15: Weil, also wirklich, ich hab echt das in Leute zu Wort gekommen oder auch jetzt im Nachhinein immer noch Leute zu Wort kommen, wo ich mir denke, Poet Deiffel, wer bist du?
00:47:23: Also ich hab dich in drei Jahren Beziehung, hab ich dich kein einziges Mal erwähnt gehört.
00:47:28: So, ich kenn dich nicht.
00:47:29: Und wenn ich drei Jahre mit jemandem zusammen bin, dann müsste ich dich doch eigentlich kennen, wenn du doch so gut mit Lana warst.
00:47:37: Also, und da hab ich dann irgendwann gemerkt, okay, ich muss mich irgendwie einmischen, weil das irgendwie einfach... ausufert und irgendwie auch unter die Gürtellinie gehen.
00:47:45: Ich habe in meiner unerfahrenen Illusion irgendwie gedacht, ich müsste das jetzt irgendwie, ich könnte ja irgendwie die Fähigkeit, das irgendwie gerade zu biegen und Lana da trotzdem irgendwie nicht in ein schlechtes Licht rücken zu lassen und ich habe glaube ich teilweise mit meinen Äußerungen manchmal auch ein bisschen das Gegenteil bewirkt.
00:48:08: und habe diese Gerüchteküche da ein bisschen angekurbelt.
00:48:13: Das würde ich jetzt vielleicht heute so auch nicht mehr machen.
00:48:18: Aber ich war damals eigentlich in dieser Illusion und ich war irgendwie von diesen ganzen Schlagzeilen und von diesem ganzen Umstand überhaupt so überwältigt, dass ich das auch irgendwie, ich habe glaube ich so ein bisschen mit meiner eigene Welt so ein bisschen zusammengesponnen und mir meine eigene Wahrheit so ein bisschen beschönigt.
00:48:40: einfach damit ich daran, glaube ich, nicht zugrunde gehe.
00:48:44: Ich habe immer wieder gesagt, na ja, ich glaube nicht, dass er gesprungen ist, sondern ich glaube, dass er irgendwie da mit einem Boot oder so weggefahren ist und so.
00:48:52: Da muss ich jetzt selber schon ein bisschen schmunzeln, wenn ich das so sage, weil ich merke, wie fernab der Realität ich da auch gedacht habe, wie wir meine Gedankengänge da waren und das zeigen wir aber auch, wie sehr mich das doch mitgenommen hat.
00:49:10: und auch immer noch mitnimmt, aber wie man sich selbst manchmal einfach was vormacht, um sich selbst zu schützen.
00:49:18: Das würde ich an der Stelle auf jeden Fall nochmal einräumen, dass ich auf jeden Fall damals vielleicht nicht alles richtig gemacht habe und einfach überfordert war auch.
00:49:27: Ja, ich glaube, da kann man dir auch gar keinen Vorwurf machen.
00:49:29: Das ist ja auch eine unglaublich emotional belastende Situation gewesen, ganz ohne Zweifel.
00:49:37: Ich habe mich da auch niemals eingemischt oder niemals irgendwie.
00:49:41: das erste, was ich bekommen habe, sie natürlich anfragen, die ich aber auch einfach gar nicht beantwortet habe.
00:49:46: Aber als ich halt eben gemerkt habe, dass da irgendwelche Leute zu Wort kommen, die ich in drei Jahren beziehung kein einziges mal irgendwie von denen erzählt bekommen habe, gehört habe, dachte ich, okay, bevor jetzt irgendwie jeder trottel irgendwas dazu sagt, ... und sich das irgendwie für Klicks, irgendwie klickbaitmäßig ... ... sich zu nutzen macht und Geld daran verdient, ... ... muss ich mich irgendwie einmischen.
00:50:12: Weil das einfach irgendwie mittlerweile ... ... also irgendwie unter die Gürtellinie auch bliehen.
00:50:18: Ja, ich verstehe, was du meinst.
00:50:19: Es war ja auch der Grund, ... ... warum ich mich so freue, dass du heute da bist ... ... und warum ich dich eingeladen habe.
00:50:25: Weil ... ... ich auch davon ausgehe, dass du jemand bist, ... ... der Daniel, der Lana, am besten ... ... beschreiben und einschätzen kann, was uns halt eben jetzt noch möglich ist, ... ... nach dem Ableben, ... ... weil ihr eben eine sehr intensive Zeit mir dann erlebt hattet, ... ... und ich glaube, da bist du dann auch ein guter Ansprechpartner.
00:50:45: Von dem her kann ich es auch nachempfinden, ... ... dass du dann damals sicherlich gesagt hast, ... ... ja jetzt will ich auch was dazu sagen, ... ... bevor jeder, ... ... sag ich mal, daher gelaufene, ... ... sich irgendwie äußert, ... ... der ihn eigentlich, ... ... der sie eigentlich gar nicht kannte.
00:50:56: Vor
00:50:56: allem für mich ist es ja auch so, ich bin keine Person, die in der Öffentlichkeit steht.
00:50:59: Ja, ich bin Lehrer, also ich hab von PR oder so, ich hab überhaupt nichts.
00:51:05: Ja, ich hab jetzt also, ich werde Gott sei Dank oder meine Bezahlung hängt jetzt nicht von PR ab.
00:51:10: Ja.
00:51:10: Und tut auch meinem Beruf nichts bei.
00:51:16: Und ich bin da, glaube ich, relativ neutral.
00:51:18: Also ich hab auch gar nichts davon, jetzt hier zu sitzen.
00:51:20: finanziell, ne?
00:51:21: Hab ich überhaupt, überhaupt gar nichts davon auch.
00:51:24: Leute, die dann irgendwie, das hab ich auch, ist aber auch Facebook, die dann irgendwie unten drunter geschrieben, der Ex hat wieder Geld gebraucht oder so, ich hab für diese Doku überhaupt keinen Send bekommen.
00:51:33: Und bekommst du die hier?
00:51:34: Das kann
00:51:34: ich auch für Städte wenig.
00:51:35: Genau.
00:51:37: Und es ist mir auch immer wieder wichtig zu sagen, weil ich einfach mir das eher zur Aufgabe gemacht hab, darüber aufzuklären und Lanas Vermächtnis einfach leben zu lassen und sie in Ehren zu halten und das auch in zwanzig Jahren noch.
00:51:54: jeder weiß, warum ihr Vermechnen ist so wichtig ist für uns als Gesellschaft.
00:52:01: Vielleicht kann man an der Stelle ein bisschen hinter die Kulissen blicken lassen, an die Zuschauer und Zuhörer, wie vielleicht auch so ein Podcast vorbereitet wird.
00:52:11: Also es war ja auch nicht so, dass du auf uns zugekommen bist und ich will jetzt darüber sprechen, sondern wir sind da auf dich zugekommen.
00:52:18: Und bevor so ein Gespräch dann wie jetzt hier stattfindet, ... haben wir ja sehr viele Gespräche vorhergeführt.
00:52:26: Also man hat sich auch wirklich sehr viele Gedanken gemacht, ... ... über was werden wir sprechen, ... ... was wollen wir sprechen.
00:52:32: Also das ist ja nichts, was man ... ... so schnell mal, wie soll ich sagen, ... ... so schnell mal einfach nur so macht, ... ... dass man es gemacht hat, ... ... um sich irgendwie darzustellen, ... ... weil es ja diese Vorwürfe eben auch gibt.
00:52:45: Da steckt schon mehr ... ... und Seriosität dahinter, ... ... als vielleicht an so einem Manch heran.
00:52:49: ... sich dann denkt oder ausmalt in seiner Fantasie.
00:52:53: Aber
00:52:53: man muss auch dazu sagen, wenn es um irgendwas vom öffentlichen, rechtlichen geht, muss man auch nur einmal ganz kurz googeln, wenn es um die Dokumentation geht, dann weiß man, dass es dafür keine Garschen gibt, an für sich nicht.
00:53:03: Richtig,
00:53:04: richtig.
00:53:04: Genau, genau.
00:53:06: Dass das damals für dich das Verschwinden von Lana eine Belastung war, kann ich sehr gut nachvollziehen, auch deshalb, weil ich fand das ein unglaublich starkes Zitat.
00:53:15: Ich hab's nur noch mal rausgezogen, was du gesagt hast.
00:53:17: Ich hab nie wieder jemanden so lieben können, wie ich Daniel geliebt habe.
00:53:22: Und du hast ja auch, so hab ich's zumindest bei deinem Instagram-Account auch gesehen, zu jedem Jahrestag, ob Geburtstag oder eben auch verschwinden, immer wieder was gepostet.
00:53:37: Du hast dich ja ganz am Anfang des Gesprächs auch erwähnt, er war und er wird immer ein besonderer Mensch für dich bleiben.
00:53:46: Ja, ich glaube, dazu will ich gar keine Frage stellen, sondern es einfach nur mal so festhalten, wie es war und wollte es einfach noch mal als Erklärung auch mitgeben.
00:53:52: Ich habe nicht immer zu jedem Jahrestag und zu jedem Geburtstag schon was gepostet.
00:54:00: Nicht immer.
00:54:02: Manchmal habe ich es auch einfach nur für mich, also gerade zu dem Tag des Verschwinden.
00:54:07: Da bin ich oft auch einfach für mich.
00:54:12: Wobei ich auch dazu sagen muss, dass ich dann ja sowieso oder Lana sowieso jeden Tag im Kopf habe.
00:54:19: Deswegen ist es für mich kein besonderer Anlass, was zu posten oder zu sagen, heute denke ich daran.
00:54:25: Sondern weil mich das sowieso jeden Tag begleitet.
00:54:29: Genau.
00:54:32: Bevor wir gleich noch mal zurückkommen zum Thema Kreuzfahrtschef, also das Verschwinden von Lana.
00:54:41: Bei Mitmenschen ist es so, dass wir dem Gast bitten, einen besonderen Gegenstand mitzubringen.
00:54:48: Du hast ja auch was heute dabei.
00:54:50: Was hast du heute mitgebracht für uns?
00:54:52: Es war gar nicht so einfach.
00:54:55: Beziehungsweise ich dachte erst, es wäre nicht so einfach.
00:54:58: Da dachte ich, was möchte ich denn in der Öffentlichkeit überhaupt zeigen?
00:55:03: Weil es gibt da immer für mich ganz bestimmte Grenzen, die gewahrt werden müssen.
00:55:09: Und ich würde z.B.
00:55:10: niemals so was wie eine Sprachnachricht oder so in der Öffentlichkeit zeigen.
00:55:13: Never, ever.
00:55:14: Oder z.B.
00:55:15: Fotos, die nur für uns gedacht waren.
00:55:17: irgendwelche privaten Selfies, die wir zusammen gemacht haben und die Öffentlichkeit nicht gesehen hat.
00:55:22: Mir ist es ganz, ganz wichtig, dass man trotzdem auch, naja, in einer Perspektive danach, nach dem Leben eines Menschen, trotzdem immer noch reflektiert genug ist, um einschätzen zu können, was hätte diese Person gewollt und was nicht.
00:55:42: Was hat diese Person selber preisgegeben von sich und was nicht.
00:55:46: Und wenn eine Person etwas nicht von sich selber Preis gegeben hat sein Sprachnachrichten, Fotos, Videos oder sonstige irgendwelche Beziehungen, irgendwelche Fakten.
00:55:59: Dann hab ich die als Person auch nicht preiszugeben.
00:56:02: Dann hab ich das irgendwie, dann finde ich das grenzüberschreitend, wenn ich einfach entscheide so,
00:56:06: ach
00:56:07: ich zeig das jetzt einfach.
00:56:08: Das finde ich nicht in Ordnung.
00:56:09: Und dann ist es eigentlich mir ganz schnell irgendwie eingefallen, dass es gar nicht so schwer ist, weil ich hab Daniel immer oder Lana.
00:56:19: immer auf meinen, wenn ich irgendwie unterwegs bin für solche Sachen.
00:56:23: Wenn ich jetzt einen Dreh habe, zum Beispiel mit der AID-Doku oder so, dann habe ich ihn immer als Hintergrundfoto.
00:56:29: Sieht man das gerade mit der Rische?
00:56:31: Ja, das sieht man noch.
00:56:32: Habe ich ihn immer auf meinem Handy als Hintergrund, wenn ich in solchen Sachen unterwegs bin, weil ich dann bei mir immer ganz wichtig ist, zu überlegen an solchen Sachen, wo ich über Lana spreche.
00:56:45: Was hätte Lana gewollt?
00:56:47: Was wäre Lana in dem Moment wichtig gewesen?
00:56:49: Das erinnert mich immer so ein bisschen daran.
00:56:53: Auf dem iPhone kann man das ja immer so einstellen, welche Kindergrunddinge man hat.
00:56:57: Und wenn ich jetzt, wie zum Beispiel auch bei der ARD Tugu, habe ich das auch genauso eingestellt gehabt.
00:57:04: Weil bevor ich irgendwas sage oder bevor ich mich zu irgendwas äußere, ist es mir doch wichtig, einfach zu überlegen, was, was wäre Lana wichtig gewesen, in dem Moment zu sagen oder was zu erwähnen oder... Wie hätte sich Lana gefühlt mit dem, was ich jetzt sage?
00:57:21: Das war für jetzt
00:57:23: kein gewisser Gegenstand.
00:57:25: Nicht irgendwie eine Anhänger oder eine Kette oder sowas.
00:57:29: Aber es ist doch irgendwas, was mich gerade an solchen Tagen sehr an Lana einfach erinnert und ich das einfach mit meinem Mindset im Kinderkopf behalten möchte.
00:57:45: Darf ich dich fragen, wie schwer ist dir heute noch fällt mit dieser Trauer umzugehen, wie stark die heute noch ist, wie sie sich bemerkbar macht?
00:57:58: Ich denke jeder, der einen Menschen verloren hat, egal in welcher Konstellation, kann das irgendwie nachvollziehen, dass man irgendwie das gar nicht so wirklich verarbeiten kann, sondern dass man einfach nur lernt, damit im Alltag umzugehen und damit zu leben.
00:58:13: Und genauso ist es auch bei mir.
00:58:19: Ich habe einfach Menschen verloren, ... der mir unglaublich viel bedeutet hat.
00:58:25: Auch ... ... wenn wir nicht mehr zusammen gewesen wären ... ... wäre Lana immer ein Teil von mir gewesen ... ... und wir wären mit sicherlich ... ... sicher, mit sicher ...
00:58:34: Sicherheit, ja.
00:58:35: Sicherheit,
00:58:35: genau.
00:58:38: Gute Freunde gewesen ... ... und ich hätte sie in allem unterstützt, was sie gebraucht hätte ... ... auf ihrem Weg, auf ihrem Lebensweg so zu sein, wie sie ist ... ... und wäre für sie da gewesen.
00:58:55: Es gibt immer noch viele, viele Tage, an denen ich weine.
00:58:59: Ich kann das ganz gut, Gott sei Dank, in solchen Kontexten wie hier ganz gut verschleiern, möchte ich mal sagen.
00:59:09: Ich kann da auch stundenlang darüber sprechen, ohne dass ich weinen muss, aber es ist dann für mich dann doch, wenn ich alleine bin oder wenn ich bestimmte Erinnerungen habe oder sowas, dann... Ja mir fällt es auch gerade jetzt zum Beispiel fällt es mir auch voll schwer dann irgendwie darüber so zu sprechen weil es mir immer noch ja wir tut einfach und Man sich trotzdem viele Gedanken machten.
00:59:33: das sind einfach.
00:59:34: also es sind oft so ganz kleine Erinnerungen die mich dann zum traurig machen oder zum mein bringen einfach nur so Wenn ich dran denke okay stimmt da und da haben wir dessen das zum Beispiel zusammen gekocht oder so.
00:59:49: solche Kleinigkeiten sind gar nicht solche, wo man vielleicht denkt, so irgendwelche Sachen, die wir, so krasse Sachen, die wir erlebt haben, wie z.B.
00:59:57: Dance-Zeiten, so, oh ja, da waren wir da und hatten da dieses Endungen.
01:00:03: Solche Sachen sind das gar nicht.
01:00:04: Sondern es sind irgendwie so kleine, private, intime Sachen irgendwie.
01:00:08: Ja.
01:00:10: Ich kann mir vorstellen, dass das auch so, so Momente sind, die man auch nicht bewusst steuern kann.
01:00:15: Also ... Das sind Erinnerungen, die plötzlich aufploppen aus dem Nichts, weil man vielleicht, wie du schon sagst, man ist vielleicht vom Kochtopf und riecht irgendwas.
01:00:24: Genau.
01:00:24: Das Gewürz
01:00:26: gericht.
01:00:27: Und dann denkt man dann, ach stimmt, ich kann mich noch daran erinnern.
01:00:29: Wir hatten damals, keine Ahnung, das Curry gemeinsam gemacht und hatten einen schönen Abend.
01:00:33: So was in die Richtung.
01:00:34: Genau.
01:00:34: Mir ist was immer passiert, zum Beispiel, oder ein Erlebnis, zum Beispiel im Hardrock-Café.
01:00:38: Wir waren ganz oft im Hardrock-Café und haben Spare Ribs gegessen.
01:00:42: Mittlerweile lebe ich vegan.
01:00:45: Aber damals sind wir, egal wo wir waren, egal in welcher Stadt, wir sind immer ins Hard Rock Café gegangen, haben Sparibs gegessen.
01:00:52: Und ich war dann auch mal wieder im Hard Rock Café und da hat jemand am Nachbetisch nebendran, Sparibs sich bestellt.
01:01:00: Und es sind dann natürlich solche Gerüche oder solche Umstände, die man wahrnimmt und dann traurig wird, obwohl das eigentlich fast, das sind schöne Erinnerungen, die dann irgendwie so traurig wird, aber ich versuch dann trotzdem immer noch... Also ich freue mich dann auch wieder darüber, dass ich so denke, naja, ist trotzdem jetzt eine Wahrnehmung, die man vielleicht traurig macht, aber die mich trotzdem an so ein ganz kleines Stück erinnert, dass eigentlich mal was ganz ganz Schönes war.
01:01:29: Ein Glück
01:01:30: erinnert.
01:01:30: Genau.
01:01:31: Das ist so ein bisschen wie das Gefühl von Liebeskummer.
01:01:34: Liebeskummer ist ja irgendwie so für mich zumindest.
01:01:37: was, wo ich so denke, so Liebeskummer, ich weiß nicht, man kennt das dieses dieses Drücken im Bauch, weil man irgendwie an etwas denkt, was früher mal irgendwie gefühlt war von Liebe, von Nähe.
01:01:49: und diese Nähe ist auf einmal weg, die ist auf einmal leer.
01:01:52: und das ist so für mich das Gefühl von Liebeskummer und das sind ganz oft auch genau das gleiche Gefühl, das das manchmal bei diesen Dingen aus, so dass das also ein Gefühl von Nähe, das auf einmal leer war oder leer ist, weil man ist da so eine Lehre da, obwohl man sich eigentlich an diese Nähe erinnern möchte, die aber jetzt gefühlt ist von Lehre.
01:02:13: sozusagen.
01:02:16: Was vermisst du denn an Daniel am meisten?
01:02:23: Das ist schwierig jetzt eine bestimmte Sache irgendwie zu sagen, aber ich denke jetzt gerade in dem Moment denke ich zum Beispiel daran, wie wir in Spanien in seiner Wohnung irgendwie saßen und irgendwie gekocht haben.
01:02:39: Er hatte so eine offene Küche.
01:02:40: Er saß dann meistens irgendwie, weil ich koche super, super gerne.
01:02:45: Lana hat nicht so gerne gekocht.
01:02:48: Und er saß da meistens dann irgendwie am Tisch, am Essstisch und hat irgendwas gearbeitet und ich hab dann gekocht oder wir haben es dann irgendwie dabei unterhalten oder so was, solche Sachen, solche Momente vermisse ich dann doch sehr.
01:02:58: Solche, ja zu dem Zeitpunkt damals bedeutungslose Momente.
01:03:04: Vielleicht die jetzt aber irgendwie mir jetzt aktuell die Welt bedeuten.
01:03:09: Wenn man viele für geben würde, wenn man sie zurückwohlen könnte.
01:03:11: Oder einfach nur noch mal zu fragen, das hatte ich auch in der Doku gesagt, einfach nur noch mal zu fragen, hey, wie war dein Tag?
01:03:17: Erzähl mir von deinem Tag, was hast du erlebt heute?
01:03:21: Ja.
01:03:25: Ja, herzlichen Dank, Robin, für ein sehr spannendes und auch emotionales Gespräch.
01:03:33: Ja.
01:03:34: Und ich hab auch die Hoffnung, dass dieses Gespräch auch noch mal eine andere Perspektive ermöglicht, auf Daniel Kübelböck, auf Lana Kaiser.
01:03:45: Und hoffentlich auch auf das Thema Queersign, Transidentität.
01:03:51: Und vielleicht haben wir da, hast du da heute ein Stück dazu beigetragen.
01:03:55: Und deswegen herzlichen Dank, dass du die Reise auf dich genommen hast, hierher nach Nürnberg, zu uns ins Studio.
01:04:02: Und ich wünsche dir alles Gute.
01:04:05: Und vor allem ganz viel Glück und Spaß am Leben, so wie du das ja auch so geschätzt hast bei Daniel.
01:04:13: Das Frutag, Kada, Momento.
01:04:15: Genieße.
01:04:15: jeden Moment ist, glaube ich, etwas, was er da gesagt hat, was für viele von uns doch gelten sollte.
01:04:20: Ja, ich danke auch für das schöne Gespräch.
01:04:22: Und Margot Friedländer hat gesagt, seit Menschen.
01:04:25: Und ich denke, das kann man auch auf dieses Thema irgendwie beziehen.
01:04:29: Das stimmt, Menschen sagen das mal.
01:04:30: Das ist ganz
01:04:31: wichtig, seit Menschen.
01:04:33: Ein sehr schönes Schlusswort.
01:04:35: Vielen
01:04:35: Dank.
01:04:36: Danke dir.
01:04:38: Mehr von uns gibt's auf nordbayern.de und nn.de.
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