Folge 92: Bestseller-Autor Ewald Arenz über Dorfleben, Lebensfragen und späten Erfolg
Shownotes
Homepage von Ewald Arenz: https://ewald-arenz.de
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00:00:00: Das hat mir Tee so viel zu tun wie keine Ahnung, wie Instant Café mit einem ordentlichen Bier.
00:00:07: Das ist ein lebenslanges Lernen, also Deutsch lerne ich immer noch.
00:00:11: Ich möchte eigentlich, dass sie wie Andreas Royce ist.
00:00:16: Oh, das ist aber ganz schwierig.
00:00:19: Mit Menschen.
00:00:21: Ein Podcast des Verlags Nürnberger Presse.
00:00:23: Mit Menschen, die verändern, bewegen, unterhalten.
00:00:28: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Mitmenschen, heute mit einem besonderen literarischen Gast und zwar Iwald Ahrens, in Nürnberg geboren, später dann in Fürth aufgewachsen.
00:00:42: Eigentlich Gymnasialehrer für Englisch und Geschichte, aber nebenbei auch Schriftsteller und das sehr erfolgreich.
00:00:50: und Viele kennen wahrscheinlich, das Buch Altesorten, das dann auf der Spiegelbesszellerliste gelandet ist und dort auch jahrelang präsent war.
00:01:00: Aber auch danach folgten viele bekannte Werke, der große Sommer, die Liebe an miesen Tagen, zwei Leben und jetzt sein neuestes Werk, Katzentage.
00:01:10: Da werden wir natürlich auch drüber sprechen.
00:01:13: Und kürzlich hat er auch den fränkischen Wolfram Eschenbach-Preis erhalten.
00:01:18: Ich freue mich sehr, dass Sie da sind, Herr Ahrens.
00:01:20: Willkommen.
00:01:21: Hallo Frau Mangas, freue mich auch.
00:01:24: Ich habe es gerade schon aufgezählt, die ganzen Erfolge, die jetzt dazugekommen sind.
00:01:30: Wie sehr ist Ihr Leben ein Fiebertraum seit diesen ganzen großen Erfolgen?
00:01:36: Ich würde, wenn es ein Fiebertraum wäre, dann wäre das ja ein unangenehmer Traum.
00:01:40: Also meine Fieberträume sind immer so, dass ich entweder zählen muss oder so, das habe ich nicht so gerne.
00:01:45: Aber insofern ist es tatsächlich ein bisschen traumhaft, in dem Sinne, dass ich überhaupt nicht damit gerechnet hatte, noch so bekannt zu werden.
00:01:58: Denn ich schreibe ja jetzt schon seit dreißig Jahren und die eigentlich nicht erfolglos.
00:02:04: Ich war ja bei Aswie Wendey, beim Kattelsburger, beim fränkischen Verlag auch.
00:02:08: Und es lief auch ganz gut.
00:02:09: Aber je länger ich dort war, desto mehr wurde mir auch klar, wie selten literarischer Erfolg eigentlich ist.
00:02:18: Und dann gehst du auf die Frankfurter Buchmesse und stellst fest, wow.
00:02:21: Sechzigtausend Neuerscheinungen im Jahr.
00:02:24: Wer hat auf dich gewartet?
00:02:25: Das glaubst du.
00:02:27: Und insofern ist dann ein, so ein Durchbruch, auch wenn er so spät kommt, ist natürlich dann etwas, was traumhaft erscheint.
00:02:36: Klar.
00:02:38: Wie war damals der Moment, als Sie erfahren haben, es ist die Spiegel-Bestseller-Liste?
00:02:47: Sabine Kramer, die Verlegerin.
00:02:49: Die kommt ja auch aus Franken.
00:02:50: Und die war witzigerweise, das ist ein Zufall eigentlich, sie war damals bei uns wie wenn die meine erste Lektorin und ich je erste Autor.
00:02:59: Also wir standen mehr oder weniger beide zwar am Anfang.
00:03:02: Und dann haben sich unsere Wege so getrennt und sind dann später, zwanzig Jahre später, bei Dumon wieder zusammen gelaufen, weil sie da die Verlagschefin ist mittlerweile, also die Verlegerin und ich dann als Autor dazu kam mit alten Sorten.
00:03:18: Und es ist vielleicht so ein bisschen typisch auch dafür, dass es wirklich so traumhaft war, dass sie mich ... Es war ein Sommerferien und sie schrieb mir herzlichen Glückwunsch, du bist auf der Liste.
00:03:29: Und ich wusste nicht, auf welcher Liste.
00:03:32: Ach so!
00:03:33: Ich dachte mir, weil das wirklich das ist, wovon du nicht mehr glaubst, dass das passiert.
00:03:40: Das sind diese zehn ... Autorinnen oder Autoren, die auf dieser Liste sind, das sind die meist gelesenen, zumindest in der Zeit, die meist gelesenen in Deutschland.
00:03:49: Und dass das mal passieren würde, das habe ich nie geglaubt.
00:03:52: Und dann habe ich einen Augenblick gebraucht, um das zu kapieren.
00:03:55: Und dann habe ich eine Flasche Sekt aufgemacht.
00:03:58: Ja, dann muss man feiern.
00:04:00: Aber auch toll, dieser Moment, das dann zu realisieren.
00:04:03: Das war
00:04:03: unglaublich, natürlich.
00:04:05: Absolut.
00:04:07: Und wie fühlt sich... Das jetzt rückblickend an dieser große Durchbruch, ist es so die absolute Erfüllung oder auch so ein bisschen die Sorge, wie vergänglich das sein kann, wie es weitergeht?
00:04:22: Ach, aber das ist ja wirklich so, dass ich denke, nichts ist für ewig.
00:04:29: Das Schöne ist, glaube ich, dadurch, dass es vergleichsweise spät kam dieser Erfolg, ist mir klar, wie die mühende Ebene sind.
00:04:39: Ja, ich hatte aber auch nie das Gefühl, dass das schlecht ist.
00:04:42: Ich hatte bei Asfi Wendy, ich hatte gute Zeiten.
00:04:45: Ich dachte mir, du wurdest verkauft, du hast Lesungen gehabt und so.
00:04:50: Es war neben keine Bestseller, aber trotzdem war es ein literarisches Leben.
00:04:54: Und ich bin eigentlich nicht unglücklich darüber, dass es so spät gekommen ist, weil ich glaube, dass ich mit ... Ich wäre völlig abgehoben.
00:05:03: Und dann ist der Druck natürlich ungeheuer.
00:05:06: Du hast ... Vielleicht ein Erfolg mit dem ersten Buch.
00:05:10: Und dann fragst du dich ja, wie soll ich das jetzt halten?
00:05:13: Ja, genau.
00:05:14: Das ist jetzt schon auch noch ein bisschen so.
00:05:16: Aber ich denke, selbst wenn es dann irgendwann wieder weniger wird oder so, dann weiß ich, das hab ich gehabt.
00:05:24: So eine gewisse Gelassenheit hat man dann vielleicht doch durch die Lebenserfahrung auch, oder?
00:05:29: Ich glaube schon, dass ein bisschen, das ist das Positive.
00:05:32: Vielleicht rede ich mir das ja auch bloß schön.
00:05:34: Vielleicht hätte ich den Erfolg ja auch.
00:05:36: Klar.
00:05:36: Nein, mein Gott.
00:05:37: Mit fünfzehn, sechzehn, wenn du anfängst zu schreiben, ist es natürlich so, dass du denkst, ich will berühmt werden.
00:05:43: Da geht es ja noch nicht um Geld, wo du davon leben kannst oder was auch immer, sondern du denkst, und auch gar nicht mal so sehr um die literarische Qualität, sondern da geht es dir um dich und du denkst, du möchtest berühmt werden.
00:05:53: Ich beweisen irgendwo auch, ne?
00:05:55: Und dass es dann anders wird, dass es dann auch einfach darum geht, Geschichten zu erzählen.
00:06:01: Und dass sich das ein bisschen abkoppelt von dir selber.
00:06:06: Das kommt dann erst.
00:06:09: Wie würden Sie selbst Ihren Stil beschreiben?
00:06:15: Also, ich bin sicherlich ein konventioneller Erzähler.
00:06:20: Das heißt, ich will Geschichten erzählen und die Sprache soll eigentlich so sein, dass man sie gar nicht mehr mitbekommt, sondern sie soll das tun, was ich will, sie soll die Bilder zu den Näsern transportieren.
00:06:38: Im Prinzip, ich möchte eigentlich, dass sie wie ein Ross Royce ist, ja.
00:06:45: Total leise.
00:06:47: Soll schon elegant sein, aber leise.
00:06:50: Es gab mal so eine schöne Wärmung von Ross Royce, uralt.
00:06:53: Da stand A Silent As A Shadow.
00:06:57: Und so leicht und geräuschlos soll die Sprache eigentlich sein und die Bilder transportieren.
00:07:01: Das heißt, Ich bin nicht derjenige, der große sprachliche Experimente macht, oder für den die Sprache Thema das Buch ist, sondern sie ist ein Vehikel.
00:07:11: Das macht sie natürlich auch, das führt dazu.
00:07:15: Ich würde sagen, wenn man das Genre beschreiben würde, ist es gehobene Unterhaltung.
00:07:21: Aber der Stil fährt mir wirklich schwer, das so richtig zu beschreiben.
00:07:25: Es ist auf jeden Fall keine Sprache, die Jetzt anecken würde.
00:07:33: ich, möchte, dass schöne Bilder entstehen.
00:07:35: Ich möchte, dass es ein Vergnügen ist zu lesen.
00:07:37: Sehr atmosphärisch eigentlich auch.
00:07:39: Also wie Sie es beschreiben, dass was rüber kommt, auch je nachdem zu welcher Zeit das Buch so spielt und das Setting auch.
00:07:47: Und das kommt ja dann bei den Lesern auch an und offensichtlich sehr gut.
00:07:53: Welche Rückmeldungen von Leserinnen und Lesern bekommen Sie denn auch, die vielleicht besonders herzerwärmend sind?
00:08:01: was mich zum Beispiel gestern Abend sehr gefreut hat, war, da kam eine junge Frau so um die zwanzig, zwanzig, die kam mit alten Sorten und sagte, dass dieses Buch ihr geholfen hat in einer Zeit, in der es in einer ähnlichen Situation war, wie meine Sally.
00:08:22: Und wenn ihr sowas begegnet, dass du weißt, da gibt es, da hat Literatur in einer schweren Zeit ein bisschen geholfen.
00:08:31: Das ist sehr bewegend.
00:08:33: Es gibt viel, dass die Leute sagen, ach, das war schön, oder das hat mir total gefallen, aber wenn es solche Augenblicke gibt, in denen Literatur tatsächlich in ein Leben mit eingreift und vielleicht helfen kann, etwas zu überbinden, eine schwierige Zeit, dann fühle ich mich, ich kann nicht sagen geschmeichelt, dann macht mich das glücklich, weil das ... etwas ist, was Literatur selten tut, aber wenn es gelingt, ist es was Tolles.
00:09:06: Absolut.
00:09:08: Welche Autorinnen und Autoren haben Sie denn inspiriert?
00:09:12: Oh,
00:09:13: Hunderte und Tausende.
00:09:14: Also ich würde aber auf jeden Fall Hunderte.
00:09:16: Das geht los mit meinen Kinderbüchern, es geht los mit Erich Kästner, mit dann... eigentlich Querbeet alles gelesen.
00:09:26: Das sind die großen Autorinnen und Autoren dabei.
00:09:29: Da ist Luise Rinser genauso mit dabei wie auch Thomas Mann oder Musil Tucholsky.
00:09:37: Ist ein großes Vorbild gewesen.
00:09:40: Später dann, als ich schon ein bisschen älter war, dann klar war bei den Kinderbüchern zum Beispiel Michael Ende und so.
00:09:47: Aber auch von den amerikanischen Schriftstellerinnen, Schriftstellerinnen.
00:09:52: Ich habe mir Zeit lang Total Science Fiction geliebt.
00:09:55: Und da ist Philipp K. Dick, Alfred Bester, das sind dann wieder die amerikanischen Schriftsteller gewesen.
00:10:03: Aber auch da, ich muss sagen, wirklich auch die Klassiker, Hemingway zum Beispiel.
00:10:10: Und Thornton Wilder, das sind... Ich habe sehr, sehr viel gelesen und ich stehe, glaube ich, auch mit dem, was ich schreibe, auf den Schultern von vielen anderen.
00:10:20: Aber manche Bücher lese ich auch immer wieder.
00:10:25: Manche der Erzählungen von Thomas Mann finde ich zum Beispiel immer noch begeisternd.
00:10:30: Manche Bücher kann ich allerdings heute nicht mehr lesen von ihm.
00:10:32: Das ist auch so.
00:10:33: Aber dann gibt es so viel.
00:10:35: Aber von den Neueren, dann würde ich auch sagen, Mariana Leke, dass man von hier aus sehen kann.
00:10:40: Das ist so ein Buch, das packt dich, das begeistert dich.
00:10:44: Und da muss man dann immer aufpassen, dass man da nicht in seinem eigenen Schreiben zu sehr beeinflusst wird.
00:10:52: die gute Idee mitnehmen kann, immer.
00:10:55: Wir wollen noch ein bisschen mehr über sie persönlich erfahren und deshalb haben wir uns entweder Oder-Fragen überlegt und sind mal ganz gespannt, in welche Richtung es dann jeweils gehen wird
00:11:08: und
00:11:09: was dazu sie noch erzählen können.
00:11:11: Kaffee oder Tee?
00:11:13: Tee.
00:11:14: Sie trinken auch Tee beim Schreiben, also so.
00:11:17: Ja, auf jeden Fall.
00:11:18: Ich bin so... Ich bin wirklich passionierter Tee-Trinker, ich liebe Tee.
00:11:22: Deswegen trinke ich im Café nie Tee, weil du da immer, du kriegst lauwarmes bis einigermaßen brühwarmes Wasser und daneben ein Teebeutel.
00:11:32: Das hat mit Tee so viel zu tun wie keine Ahnung, wie Instant Café mit einem ordentlichen Bier.
00:11:40: Wenn dann richtigen Tee und dann richtig genießen.
00:11:44: Hunde oder Katzen?
00:11:46: Katzen.
00:11:47: Sie haben selber Katzen?
00:11:48: Ja.
00:11:49: Also ich jetzt gerade nicht, meine Katze ist gestorben vor zwei Jahren und ich konnte, weil ich jetzt immerum nicht sehr, sehr viel unterwegs bin und auch die Kinder ausgezogen sind, das ist niemand mehr da, der sich um die Katzen kümmern könnte, habe ich ein bisschen dieses Problem.
00:12:04: Aber wenn meine Tochter jetzt dann zurück nach Viertziel aus Berlin endlich zurückkommt, dann werden wir wieder eine Katze
00:12:11: haben.
00:12:12: Dann wird wieder eine einziehen.
00:12:13: Aber ich bin mit... mit Hunden und Katzen aufgewachsen.
00:12:17: Meine Mutter liebte beide.
00:12:19: Wir hatten immer irische Setter, wir hatten Schäferhunde und so, aber immer auch sie haben Katzen daneben, die zusammen da gelebt haben.
00:12:28: Aber ich glaube, letztlich bin ich doch ... Naja, auch weil ich zu lange in der Stadt gewohnt habe und ich fand es nicht schön, in der Stadt einen Hund zu haben.
00:12:36: Weil das ... Wohin ging eine Katze ... Einigermaßen frei sich bewegen konnte und es war okay.
00:12:43: Ja, das stimmt nicht.
00:12:44: Aber schön, ein großes Miteinander-Hund-Katze.
00:12:47: Ja,
00:12:47: ja.
00:12:48: Sehr schön.
00:12:49: Bier oder Wein?
00:12:51: Ich glaube, als echter Franke, also als echter Bierfranke, Mittelfranke bin ich doch eher der Bierliebhaber.
00:12:57: Da bleibt man hängen.
00:12:58: Ich trinke auch immer mal gerne ein Wein, aber ... Nee, ganz ehrlich ist es Bier.
00:13:03: Okay, ist eindeutig.
00:13:05: Strukturierte Tuduliste oder kreatives Chaos?
00:13:09: Strukturiert.
00:13:10: Okay.
00:13:11: Naja, ich habe so überlegt, müssen Sie wahrscheinlich auch sein, wenn es so der Schulalltag, was es da alles zu organisieren gibt, die Lesungen, das Schreiben, also es muss ja auch alles irgendwie
00:13:22: funktionieren.
00:13:22: Also ich glaube, das ist so ein bisschen wie Goethe mal gesagt hat oder wie es, ja.
00:13:28: Wie sogar, wie es in der Bibel steht, dass du sagst, viele sind berufen, aber wenige sind außerwählter.
00:13:32: Das hat damit zu tun.
00:13:34: Der Lent hatten auch von meinen Schukkameraden ganz viele.
00:13:37: Ich fand, viele haben auch schön geschrieben, sind dann auch in den Journalismus gegangen oder so.
00:13:44: Aber diese, man kann sagen, diese bisschen stupide Disziplin, dass man einfach immer weiter macht, die macht letztlich, glaube ich, den Erfolg aus.
00:13:55: Und dass du einfach sagst, Ja, egal, schütze ich hin und mach.
00:14:00: Also, das braucht man.
00:14:03: Ich werde selten von der Muse geküsst.
00:14:04: Die kommt immer erst dann, wenn ich dann schon am Schreibtisch sitze.
00:14:08: Okay.
00:14:09: Fliege oder Krawatte?
00:14:13: Oh, das war ganz schwierig.
00:14:19: Ich mag echt beides so.
00:14:21: Also, es gibt dann so Zeiten, wo ich mehr fliegen trage und dann ...
00:14:25: Also es ist nicht nach Anlass, sondern mehr so Phasenweise.
00:14:28: Ja,
00:14:29: ja, total.
00:14:29: Also es ist auch mal, mag ich lieber Fliege tragen?
00:14:34: Mal lieber, ich kann mich nicht
00:14:36: entscheiden.
00:14:36: Na gut, einen Joker dürfen Sie haben.
00:14:38: Sorry, ich kann mich nicht entscheiden.
00:14:40: Da bleibt es unentschieden.
00:14:41: Okay.
00:14:42: Na gut, jetzt wird es spannend, weil Tweethose oder Jeans?
00:14:46: Ah, Tweethose.
00:14:47: Ich besitze gar keine Jeans.
00:14:49: Doch, nein, das ist nicht wahr.
00:14:51: Ich bin vor ... Vor fünfzehn Jahren musste ich mir Jeans anschaffen, weil ich hatte mit meinem Leistungskostgeschichte gewettet oder vielmehr so ein Ding am Laufen gehabt hat, dass sie, wenn sie einen bestimmten Schnitt erreichen würden insgesamt, dann würde ich in Jeans kommen müssen zum Abi-Feier.
00:15:09: Oh, Wettschulden.
00:15:10: Und Wettschulden sind ehrenschulden.
00:15:12: Es gibt noch ein Foto davon.
00:15:14: Ich hatte Jeans und ein Iron-Made-T-Shirt.
00:15:16: Okay, das ist aber auch ein seltener Schatz dieses
00:15:19: Foto, weil sie
00:15:21: sonst nie in Jeans unterwegs sind.
00:15:22: Ja,
00:15:23: genau.
00:15:23: Okay.
00:15:24: Lebkuchen oder Stollen?
00:15:27: Oh, schon wieder so eine fiese Frage, weil ich
00:15:29: frage beides.
00:15:30: Die sind allen gemeint.
00:15:30: Stollen, ja, Stollen, den ich... Lieber auch den zu backen, nach dem Rezept meiner Großmutter, eigentlich schon Urgroßmutter, also Stollen, aber von Lebkuchen ganz knapp gefolgt.
00:15:49: Okay,
00:15:49: ganz knappe Entscheidung.
00:15:52: Jetzt kommen wir natürlich auch auf ihr neues Buch zu sprechen, Katzentage.
00:15:57: das jetzt ganz neu erschienen ist.
00:16:01: Für die Leserinnen und Leser oder Hörerinnen und Hörer, die es noch nicht kennen, wollen Sie einmal kurz erzählen, was die Geschichte
00:16:10: ist?
00:16:12: Es gibt einen tatsächlichen Ausgangspunkt.
00:16:16: Ich bin in Würzburg-Maligen geblieben, als ich auf dem Weg zur Frankfurter Buchmeister war.
00:16:22: Da hat es einen Sturm gegeben mit mir, ganz viele andere.
00:16:26: Verlagsleute, die alles München kamen.
00:16:28: Wir alle kamen nicht weiter nach Frankfurt.
00:16:30: Es hat den Sturm gegeben.
00:16:31: Wahrscheinlich hat es ein paar Blätter auf die Gleise gewählt.
00:16:34: Jeden fast fuhr in die Züge nicht mehr.
00:16:36: Und das war so der Nukleus für diese kleine Geschichte, die hier von Peter und Paula handelt.
00:16:43: Die beide schon so mittleren Alters sind.
00:16:46: Sie ist Ärztin.
00:16:47: Er ist Juristin im Krankenhaus.
00:16:51: Und die kommen von einer Fortbildung.
00:16:54: und bleiben auch in Würzburg-Lingenmessen-Bahnstreit gibt und haben unvermittelt drei Tage, die sie für sich einfach nutzen können.
00:17:03: Katzentage eben, in denen nichts anderes zu tun ist.
00:17:07: Und die beiden haben auf dieser Fortbildung, wie das manchmal so ist, ja, ein bisschen viel Alkohol und so, die haben eine Nacht miteinander verbracht.
00:17:17: Und jetzt wird sich zeigen, ob das, was da zwischen den Beinen entstanden ist.
00:17:22: ob das trägt oder nicht.
00:17:24: Und in diesen drei ganz leichten Herbsttagen kommen sie sich auch näher und stellen fest, sind sie was für einander oder nicht.
00:17:32: Und das ist in einem, es sind drei Tage wie im Spiel, aber es geht auch immer mal wieder so ein bisschen in die Tiefe, aber letztlich ist es eine kleine leichte Erzählung.
00:17:43: Drei-Tage-Bewährungsprobe oder auch so ein bisschen ein Ringen, wie es weitergehen könnte, einen Schauen, was passiert und wie sie sich annähern.
00:17:55: Eine Katze spielt ja auch eine Rolle, die zwei Streifen durch die Stadt an viele verschiedene Orte.
00:18:03: Ist es alles rückblickend aus Ihrer Erinnerung, als Sie selber dort sozusagen gestrandet sind?
00:18:09: oder waren Sie in der Vorbereitung noch mal dort im Herbst, weil es ja auch so schön in Würzburg im Herbst spielt?
00:18:16: Natürlich.
00:18:16: Und haben die Orte noch mal neu erkundet?
00:18:19: Tatsächlich, ich bin noch mal mit dem Fahrrad ganz ähnlich wie die beiden inzwischen durch Würzburg und die Umgegen zu abgefahren.
00:18:30: Das ist einfach schön.
00:18:33: Ich komme auf diesen Lesereisen jetzt durch so viele deutsche Städte.
00:18:37: Ich habe wirklich sehr, sehr viele Bundesländer.
00:18:40: Ich glaube, ich habe keins ausgelassen, bereist.
00:18:43: Und je mehr ich das jetzt getan habe in den letzten vier, fünf Jahren, auch sehe ich, komme ich so gerne zurück nach Franken, weil ich denke, wir haben so viele schöne Orte.
00:18:55: Und deswegen, vielleicht auch deswegen habe ich dieses kleine Büchlein geschrieben, weil mir die Würzburger gegen Würzburg selber ist ja ... womöglich gar nicht so schöner ist.
00:19:02: Er ist ja so viel im Krieg zerstört worden, dass man aber vielleicht diese Perlen außen rum noch mal leuchtender sieht.
00:19:10: Und ich bin dann noch mal rumgefahren, habe recherchiert und habe das sehr genossen, das dann letztlich in so eine kleine Geschichte gießen zu können.
00:19:23: Und hat bei Ihnen damals auch eine Katze eine Rolle gespielt?
00:19:26: Nein,
00:19:26: da nicht.
00:19:29: Allerdings ... Und das ist tatsächlich so diese Katze, die die beiden oben beim Castell, der sie begegnet, der Katze bin ich auch begegnet.
00:19:42: Bloß ist sie mir natürlich nicht gefolgt, wie sie den
00:19:45: beiden folgten.
00:19:46: Das ist dann literarisch dazu gegangen.
00:19:48: Ja
00:19:48: und sie sah aber aus wie meine, die jetzt schon gestorben ist, die meckonigel hieß, meine Tochter hat sie so genannt damals.
00:19:55: Und die sah hier so ähnlich und deswegen war ich dann auch so ein bisschen verliebt in diese Katze.
00:20:00: Ja,
00:20:00: natürlich.
00:20:02: Jetzt ist eine Besonderheit in dem Buch sind auch die wirklich schönen Illustrationen im ganzen Buch.
00:20:09: Wie ist da die Idee entstanden?
00:20:12: Also ich hatte mir schon gedacht, dass diese kleine Erzählung illustriert sein sollte.
00:20:19: Das habe ich noch nie gehabt.
00:20:21: Und da hatte ich mit der Verlegerin gesprochen und die hat gesagt, ja, das kann sie sich auch sehr gut vorstellen, gerade weil es eben keine sehr umfangreiche Erzählung ist.
00:20:31: Und deswegen habe ich auch schon mit bisschen mit Blick auf mögliche Illustrationen so geschrieben, dass ein Illustrator oder eine Illustrator in unserem Fall ist Florian Bayer, dass der, der schon immer einen Samenkorn findet auf auf dem man aufbauen kann.
00:20:51: Und Illustrationen erzählen ja im besten Falle noch weiter über den Text hinaus.
00:20:56: Und das finde ich ist hier auch so ein bisschen gelungen.
00:21:00: Und ich liebe diese Illustrationen wirklich.
00:21:02: Aber Florian Bayer ist auch gebürtiger Würzburger.
00:21:06: Ach, schön.
00:21:06: Ja, da schließt sich
00:21:07: der Scheiß.
00:21:07: Ja, und er hat es dann auch genossen zurückzugehen.
00:21:10: Das hatte dann in einem, ich glaube auch in einem kleinen Post, in einem Reel bei Instagram mal gezeigt, er ist auch zurück.
00:21:18: und hat sich all diese Sachen angeschaut.
00:21:21: Und dann sind so nach und nach diese Bilder entstanden.
00:21:24: Ich fand es eine kondigeniale Zusammenarbeit.
00:21:27: Jetzt sind diese Katzentage, die die zwei erleben, ja, so ein spannendes Herandtasten auch.
00:21:38: Und dann ist natürlich die Frage, wie es dann weitergeht.
00:21:40: Und gleichzeitig habe ich zwischendrin auch immer wieder gedacht, es ist auch dieses im Moment sein.
00:21:48: Jetzt sind in dem Fall die drei Tage unerwartet geschenkt, sozusagen, dass die zwei die miteinander erleben.
00:21:56: Ist das auch ein Thema, was vielleicht die Gesellschaft, aber auch sie persönlich umtreibt, so dieses gelingt es uns noch oft genug, so wirklich im Moment zu sein?
00:22:08: Das ist schon ein Thema, das mich sehr bewegt, weil ... Na ja, sehen Sie, ich bin in den Sechzigzig geboren, ich war in dieses Jahr Sechzig, und ich weiß, Gute drei Viertel sind gelebt.
00:22:21: Und du fragst dich, wenn es gut läuft.
00:22:24: Kann auch sein, dass es nicht mehr ... Was weiß ich?
00:22:28: Man weiß es nie.
00:22:31: Aber Tatsache ist, du schaust schon auf dein Leben zurück bis zum gewissen Grad und sagst, was macht denn das gelungene Leben aus?
00:22:42: Welche Momente sind es?
00:22:44: Und ich stelle im Rückblick schon fest, dass es oft diese Augenblicke sind, die im Moment waren, in denen man im Moment gelebt hat, in denen man nicht darüber nachdenken musste, was kommt, was war, sondern in denen man genossen hat und in denen man gespielt hat eigentlich, in denen dieses Gefühl einer gewissen Freiheit da war.
00:23:12: und diese Augenblicke immer noch erleben zu können, Das ist schon etwas, was uns, glaube ich, manchmal fehlt, weil wir immer schon an morgen oder an gestern denken, weil es, weil wir selten so frei sind, das jetzt genießen zu können.
00:23:32: Und deswegen ist das tatsächlich ein großes Thema.
00:23:36: Natürlich gehört es in einem gelungenen Leben auch, ich habe ja Kinder und dann denkst du dir, ja, es muss auch so sein, du bist auch glücklich darüber, ja.
00:23:47: Aber es sind eben auch mit den Kindern, das sind diese Augenblicke von ihnen und du denkst, wo du so unbeschwert warst.
00:23:53: Und nicht da, wo du halt dann wieder gedacht hast, oh Gott, jetzt müssen wir wieder zusammen lernen.
00:24:01: Insofern ist das schon ein Lebensthema, was viele meiner Bücher so durchzieht, dass man sagt, ich muss das jetzt gelingen lassen und nicht Darüber nachdenken, vielleicht kann ich das morgen oder so und auch nicht verschieben.
00:24:20: Also schon ein Thema.
00:24:22: Man sollte Katzentage haben.
00:24:24: Unbedingt.
00:24:25: Mehr Katzentage.
00:24:26: Das ist ein Vorsatz fürs neue Jahr.
00:24:29: Haben Sie denn, na ja, immer schon geschrieben oder ab wann ging es so richtig los, dass Sie gemerkt haben, ich werde weiterschreiben?
00:24:39: Ich würde immer sagen, geschrieben habe ich immer.
00:24:41: Also schon mit vierzehn, fünfzehn.
00:24:44: Wir beiden schon die Klicke von Ja, wir kamen uns sehr intellektuell, sehr künstlerisch vor und hatten noch überhaupt keine Ahnung.
00:24:52: Aber doch, geschrieben habe ich immer und ich wollte auch Schriftsteller werden, aber das war eigentlich noch so, so ein Plan mit fünfzehn, sechzehn, siebzehn, es hätte auch Filmemacher sein können oder Journalist.
00:25:08: Das war alles ein bisschen auf meinem Schirm.
00:25:12: Oder Schauspieler, ich wusste es nicht.
00:25:14: Was letztlich?
00:25:16: Letztlich war es dann so, dass ich, ich war vierundzwanzig, glaube ich.
00:25:19: Und dann war ich schon unvermutet Vater geworden und dachte mir und studierte so rum und dachte mir, okay, jetzt musst du dir immer mal überlegen, was du wirklich machen möchtest.
00:25:28: Und dann war doch die Entscheidung ganz klar, ich schreibe.
00:25:33: Und ab da habe ich dann auch geschrieben und habe dann auch schon, ich glaube mit achtundzwanzig, ist dann mein erstes Buch erschienen.
00:25:42: Noch in einem sehr, sehr kleinen Vernag.
00:25:45: Und?
00:25:46: Sie sind aber auch Lehrer und wie haben Sie da Ihren Weg gefunden?
00:25:51: Also wussten Sie, okay, Lehrer wird vielleicht so die solide Basis und die Zeit, die Sie noch in Ihrer Freizeit entbeeren können, die wird dann fürs Schreiben hergenommen?
00:26:03: Also, ich war ein sehr schlechter Schüler, sehr aufsässig auch und, glaube ich, schwierig und vor allem schlecht, ich hab fünfzehn Jahre für die Schule gebraucht.
00:26:15: Ich bin zweimal durchgefallen.
00:26:17: Und als ich die Schule verlassen habe mit dem Abitur, endlich dachte ich mir, diese Institution sieht mich nie wieder.
00:26:28: Also Lehrer werden war weit weg von mir.
00:26:31: Ich wusste, dass ich schreiben würde, aber mein Studium war dementsprechend auch Literatur, Englisch Geschichte, aber nichts, was mit dem Lehrer sein zu tun hatte.
00:26:43: Erst als ich dann schon ... Das alte mein erstes studien praktisch abgeschlossen hatte mit dem magister.
00:26:51: Wo mir dann auf die arbeitsamt gesagt wurde magister von ihnen haben wir wirklich schon viele umgeschult.
00:26:56: War mir.
00:26:56: dann habe ich gearbeitet als packer und in verschiedenen jobs.
00:27:01: Aber bei gemerkt.
00:27:03: Das kannst du damit schon das geld verdienen aber du hast keine zeit mehr zum schreiben.
00:27:07: Ich bin einfach.
00:27:08: ... abends müde nach Hause gekommen und es waren einfach alles ungelehrte Jobs.
00:27:12: Eben als Packer oder ... ... ich habe ausgerufen bei einem Restaurateur oder habe in der Kneipe gearbeitet.
00:27:18: Und ... ... um dann richtig schreiben zu können, war es dann wirklich so, dass meine ... ... spätere Frau dann gesagt hat, nee ... ... pass auf, du ... ... du musst was machen, wo du ein bisschen mehr Zeit hast, ein bisschen mehr Geld verdienst.
00:27:29: Und das war ... ... dann hat sie gesagt, wer hat Lehrer?
00:27:32: Und ich habe gesagt, ja, wer hat Lehrer?
00:27:34: Ich hab nie gedacht, dass ich das so lange machen würde.
00:27:36: Mit den Erinnerungen hast du noch mal überlegt, ob man wirklich in die Schule noch mal will.
00:27:41: Ja, und ich hab mir gedacht, na ja, dann mach ich das ein paar Jahre.
00:27:46: Aber tatsächlich macht es mir heute noch Spaß.
00:27:49: Also es ist... Ihr müsst jetzt nicht mehr hingehen, was ein totes Gefühl ist.
00:27:54: Aber es macht mir immer noch Freude, hinzugehen.
00:27:59: Das ist doch auch richtig schön, weil... dass auch nicht allen Lehrern vielleicht so geht.
00:28:04: Und trotzdem auch, Sie es ja geschafft haben, beide Standbeine.
00:28:09: So gesehen bin ich wirklich privilegiert, weil ich meine, mittlerweile ist eigentlich mein Schriftsteller-Beruf nehmt deutlich mehr Zeit in Anspruch.
00:28:18: Also das sind wirklich, ich würde mal sagen, zwei Drittel und ich habe noch eine halbe Stelle als Lehrer.
00:28:23: Aber die ... Aber das ... führt eben auch dazu, dass ich sagen kann, ich kann so viel gelassen auch reingehen.
00:28:32: Wenn du in den Job gehst und sagst, ich muss das hier nicht machen, sondern du gehst dahin, weil du das möchtest.
00:28:39: Und weil ich gerne mit jungen Leuten arbeite eben, dann gibt einem das auch so ein völlig anderes Grundgefühl.
00:28:47: Und ich glaube, das kann ich auch weitergeben.
00:28:50: Und dann ist es auch so, ich arbeite wirklich nur eine halbe Stelle.
00:28:54: Ich glaube, dass ich mit Mit einer vollen Stelle wäre es problematisch, das würde ich die Termine des Schreiben so nicht hinkriegen.
00:29:02: Und wie haben Sie es über die Jahre immer geschafft?
00:29:06: oder wie war so Ihr Schaffensprozess abends dann, wenn die Schul-Sachen erledigt waren?
00:29:12: oder wie kann man sich das vorstellen?
00:29:16: Also ich bin überhaupt kein Abendsarbeiter.
00:29:19: Am Anfang war das schon so, als die Kinder noch klein waren.
00:29:23: und war Schule und dann die Kinder eben, dann habe ich mich natürlich abends geschrieben, aber das war nie meine Lieblingszeit.
00:29:32: Sondern ich bin tatsächlich ein guter Morgenarbeiter und ich habe eigentlich immer, an den Wochenenden, an den freien Tagen und vor allem in den Ferien geschrieben, das heißt sehr viel, sind wenig verreist.
00:29:46: Also es ist schon ein bisschen auf Kosten der Familie auch gegangen, muss man sagen.
00:29:51: Wir sind... nie länger als in einem Jahr mal zehn Tage weg gewesen.
00:29:56: Und das heißt, das beantwortet vielleicht auch die Freunde die Frage wegen der Struktur und Disziplin ein bisschen so.
00:30:05: Es sind einfach diese Tage gewesen, die ich auch brauchte zum Schreiben.
00:30:09: Und ich hatte ein bisschen reduziert, dann habe ich einen freien Tag gehabt, an dem habe ich dann auch immer geschrieben und an den Wochenenden die Lesungen oder eben schreiben.
00:30:20: Und das ist auch heute noch so.
00:30:22: Ich habe jetzt natürlich sowieso einen freien Tag, aber die Ferien, die Wochenenden sind eigentlich vollgepackt.
00:30:30: Ich war jetzt am Freitag in Baden-Baden und gestern dann in Lauf.
00:30:40: So sind die Wochenenden.
00:30:42: Aber auch schön, wenn jetzt der Leseherbst sozusagen gerade so neues Buch und dann auch der Kontakt zu den Leserinnen und Lesern.
00:30:52: Wie haben denn ihre Schüler auf ihren Erfolg reagiert?
00:30:58: Das ist so ein bisschen schwer zu sagen.
00:31:00: Also, manche finden das natürlich spannend, dass sie so in deren Haaren zu haben, in Wikipedia Eintrag und Ich glaube, das Jahr in den letzten vier, fünf Jahren ist schon so gewesen, dass auch vielen denen bewusst ist.
00:31:23: Aber ehrlich gesagt ist es eigentlich so im Schulalltag ist es schnell, so wie mit der Familie.
00:31:29: Da hat es keine Bedeutung mehr.
00:31:32: Ich komme da zwei oder drei Mal in der Woche rein, dann geht es um so wie vorhin einfach darum, dass eine Arbeit zurückgegeben wird, mit der nicht alle glücklich sind.
00:31:40: und dann geht die Diskussion darüber.
00:31:43: über die nächste Schulaufgabe, es geht um Schuldinge und ... außer vor Weihnachten, wenn dann Geschenke gebraucht werden und sie dann ankommen und sagen, signieren Sie uns das?
00:31:54: Ah ja.
00:31:55: Dann ist es eigentlich so, dass ... es gar keine so große Rolle spielt.
00:32:02: Was Ihnen denn schon gefällt, ist, dass ... dass Sie so das Gefühl haben, ja, wir kennen Sie, das ist ... Wenn dann manchmal gehen Schülerinnen auch auf eine Lesung.
00:32:15: Und die kommen dann zurück und sagen dann im Unterricht, Ahrens, auf Lesung sind sie viel freundlicher als hier.
00:32:20: Und dann muss ich auch lachen.
00:32:24: Das wissen die dann auch.
00:32:26: Die sehen den Unterschied.
00:32:27: Und manchmal genießen sie es, glaube ich auch ein bisschen, dass sie denken, da ist einer, der ist auch ab und zu im Fernsehen.
00:32:34: ist aber trotzdem unser
00:32:36: Lehrer.
00:32:36: Ja, Sie kennt das.
00:32:37: Das ist dann dieses persönliche Schüler, dass Sie sagen, wir kennen Sie
00:32:41: quasi.
00:32:41: Ja.
00:32:42: Genau.
00:32:44: Jetzt schreiben Sie schon ganz lange.
00:32:48: Haben Sie irgendwann Ihren Schreibstil und auch den Kleidungsstil so gefunden?
00:32:54: Weil es ist ja schon auch so was Besonderes.
00:32:59: Also, die Kleidung war vorher da.
00:33:00: Lange, lange, vergeben war voll.
00:33:02: Es gibt Bilder von mir, wo ich ... Ich glaube, ich bin nicht sechzehn oder siebzehn, da fanden wir Anzüge schon toll.
00:33:09: Ja, es war so ein bisschen...
00:33:10: So lang zurück geht es schon.
00:33:12: Ja, das war so ein bisschen wie die französischen Existenzialisten.
00:33:19: Also wir trugen so, manchmal vielleicht auch diese Rollkrankenpolo war, aber Anzüge und Baskenmützen und so.
00:33:29: Also das war lange vorher da, das ist kein... Ich würde sagen, es ist nichts, es mag ein Markenzeichen sein, aber es ist eigentlich nicht geplant gewesen so.
00:33:42: Und ich habe immer, immer, immer gerne Anzüge getragen.
00:33:47: Ich fand es immer bequem.
00:33:49: Aber gut, was den Schreibstil angeht, natürlich verändert sich der.
00:33:55: Das ist ja, hoffentlich ist es so, wenn es nicht, das ist ein lebenslanges Lernen, also Deutsch lerne ich immer noch.
00:34:04: Wenn ich da sitze und über etwas schreiben will, von dem ich mir denke, es muss aber genau so klingen, es muss genau dieses Bild sein, dann brauche ich womöglich auch länger als früher für den Satz.
00:34:18: Es soll sich verändern, soll besser werden.
00:34:21: Und witzigerweise geht es eher in eine vereinfachende Richtung.
00:34:25: Früher, also am Anfang, wenn du schreibst, dann berauschst du dich noch an den eigenen, an den eigenen... Wortungetüme an einem Setzen, die fünf oder sechs Zeilen lang sind.
00:34:39: Du merkst dann aber immer mehr, dass die Kunst darin besteht, Dinge wegzulassen.
00:34:44: Und es mit einfachen Worten so sagen zu können, dass trotzdem genau dieses Bild entsteht.
00:34:51: Und daran arbeite ich eher.
00:34:53: Die fränkische Heimat ist auch ein, also nicht ein Thema in den Büchern, aber sie kommt ja mit vor und auch jetzt Würzburg oder eben in zwei Leben.
00:35:07: Wie war es, als Pfarrersohn im fränkischen Dorf aufzuwachsen?
00:35:14: Ich würde sagen, es war ein sehr kleines Dorf, was ich da mit zwei Jahren hinkam.
00:35:23: Da wurde gerade die Hauptstraße getehrt.
00:35:26: Und ich hab das durchaus noch so miterlebt, dass die Bauern ins Fachhaus gekommen sind, um zu telefonieren, weil man sich jetzt kein eigenes Telefon angeschafft hat für die paar Telefonate, die man hatte.
00:35:39: Es war vergleichsweise wirklich sehr archaisch noch.
00:35:42: Es gab tatsächlich den einen oder anderen Bauern, die haben noch angespannt.
00:35:47: Das war im Landkreis Weißenburg-Gunstenhaus,
00:35:50: ne?
00:35:50: Ja, das Dorf ... Das Dörfchen hieß Heist, Buxalach.
00:35:55: Und wir haben da in einem Steinen ein Pfarrhaus gewohnt, das über dreihundert Jahre alt ist.
00:36:02: Es war sehr kalt und sehr schön.
00:36:05: Dann ist es aber auch so, du bist rausgehoben.
00:36:09: Als Pfarraskind hattest du eine eigene Stellung.
00:36:14: Das war vielleicht schon auch so, dass einem dann gesagt wurde, ja, als Pfarraskind kannst du das nicht machen.
00:36:21: Dann hatte ich aber zwei Schwestern, die adoptiert sind, eine aus Indien und eine aus Vietnam.
00:36:25: Und wir waren dann zu viert.
00:36:28: Sehr bunte Familie eigentlich.
00:36:31: Und insofern hast du eine Sonderstellung gehabt, aber auf der anderen Seite war diese kleine und damals noch nicht enge Welt, aber diese kleine vertraute Welt, das Dorf, es war großartig für ein Kind.
00:36:45: Ich bin ja damit dreizehn etwa, mein Vater ist nach Viert versetzt worden, dann bin ich da hingezogen.
00:36:52: Vielleicht gerade rechtzeitig, weil die Enge des Dorfs dann für einen Heranwachs, für einen Pubertieren, den Jungen wirklich nicht so schön ist, aber bis dahin war es ein Aufgehobensein.
00:37:04: Du kanntest jeden, man hätte in jedes Haus zum Essen gehen können.
00:37:09: Ist man auch manchmal.
00:37:10: Und das ist eine Dorfgemeinschaft, die es so heute vielleicht gar nicht mehr gibt, die aber meine Kindheit sehr stark geprägt hat und damit auch ein bisschen mein literarisches Schreiben vor allem.
00:37:21: weil ich in den letzten Jahren dann doch mehr in die Heimat zurückgekehrt bin.
00:37:25: Literarisch.
00:37:27: In ihrer Familie schreiben so mehrere...
00:37:31: Was ich eine Unverschämtheit finde.
00:37:33: Aber es kein Wettbewerb, oder?
00:37:36: Im guten Sinne.
00:37:37: Also wir legen uns auch unsere Manuskripte vor.
00:37:41: Wir lesen auch gegenseitig, was wir machen.
00:37:43: Wir arbeiten ja auch zusammen.
00:37:44: Wir haben jetzt gerade erst ein Weihnachtsbuch zusammengeschrieben.
00:37:47: Es ist im guten Sinne ein Wettbewerb, weil man natürlich auch die Geschwister nicht enttäuschen will.
00:37:55: Ja, und wenn die sagen, na ja, da geh noch mal ran, dann weiß man, da muss man noch mal ran gehen.
00:38:00: Ja, das ehrliches Feedback auf jeden
00:38:03: Fall.
00:38:03: Ja, und wo sonst als in der Familie?
00:38:07: Und sie hatten auch eine Kolumne in den Nürnberger Nachrichten mit ihren Geschwistern.
00:38:12: Die habe ich geliebt, ja.
00:38:13: Und die ist auch als Neuauflage erhältlich.
00:38:16: unsere kleine Welt.
00:38:18: Achtundvierzig Kurzgeschichten.
00:38:20: Da beschreiben sie voller Situationskomik, die Freuden und Leiden des Familienlebens.
00:38:27: Ist das auch was, was sie aus ihrer Kindheit mitgenommen haben, so als große Familie?
00:38:34: Ja, aber nicht nur aus der Kindheit.
00:38:35: Das war in der Kindheit schon auch so.
00:38:37: Aber wir sind ja insgesamt, waren wir sieben.
00:38:39: Ich bin der älteste.
00:38:41: Und die Spanne ist riesengroß natürlich.
00:38:42: Mein jüngster Bruder ist über fünfzehn Jahre jünger als ich.
00:38:48: Es ist aber so, dass wir vor allem auch, das hat nie aufgehört.
00:38:52: Unsere, wir haben, also in unserer Geschwistergruppe, wir sprechen eigentlich täglich.
00:38:59: Wir sehen uns möglichst, ja.
00:39:02: ... mindestens einmal in die Woche oder ... ... das klappt nicht immer, aber ... ... aber doch ... ... also wenn zwei Wochen rum sind, ... ... wenn man sich gar nicht gesehen hat ... ... und findet man es auch komisch.
00:39:11: Also ... ... unsere ... ... dieser Zusammenhalt ... ... ist immer noch da.
00:39:17: Und ... ... das wirkt sich natürlich aus.
00:39:20: Also da ... ... da geschieht dann eben auch, ... ... was vorüber du dann schreiben kannst.
00:39:24: Also da hat man eben auch diese Erlebnisse.
00:39:27: Hilft der Zusammenhalt auch in ... ... schwierigen Momenten, wenn ihr jetzt so ... ein Buch fertig ist und man dann vielleicht erst mal gar nicht weiß wohin
00:39:37: mit sich?
00:39:38: Ja, auf jeden Fall.
00:39:39: Ich denke, also ich finde es sehr schön, wenn wir Erfolge teilen und uns aber auch aufrichten, wenn es mal nicht so gut läuft.
00:39:52: Also wenn du merkst, hier bei dem Theaterstück zum Beispiel oder so, das ist nicht so toll gelaufen, dann kriegst du natürlich auch was du auch gestützt.
00:40:04: Und ich glaube, dass wir nehmen Anteil an den Erfolgen der anderen auch.
00:40:12: Wir mögen das.
00:40:14: Und ich glaube, jeder von uns kann auch gönnen.
00:40:16: Natürlich ist es manchmal so drin, dass du dir denkst, oh, wieso ist es jetzt?
00:40:20: Das läuft so gut und warum läuft es bei mir jetzt gerade nicht so.
00:40:23: Aber das ist, glaube ich, das ist vielleicht ein Anflug.
00:40:27: Und immer hat man dieses Gefühl, wir als Familie profitieren auch voneinander.
00:40:34: Ich sag ganz vielen Dank für das Gespräch.
00:40:37: Vielen Dank, dass Sie da waren.
00:40:38: Sehr gerne.
00:40:39: Es war mein großes Fügnen von meinem Gast.
00:40:41: Mir auch.
00:40:41: Danke schön.
00:40:42: Danke.
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