Folge 106: FCN-Meisterspieler Heini Müller - vom Sandplatz in Peru zur nahbaren Club-Legende
Shownotes
Heini Müller, Jahrgang 1934, ist mit 92 Jahren der älteste noch lebende Meisterspieler des 1. FC Nürnberg – und eine der nahbarsten Legenden, die der fränkische Fußball zu bieten hat. In Mit.Menschen erzählt er aus einem Leben, das kaum ein Drehbuchautor besser erfinden könnte.
Aufgewachsen in Nürnberg, verbrachte Heini Müller als Kind vier Jahre in Lima, Peru, wo sein Vater für die MAN Omnibusse betreute. Auf Sandflächen und Hausdächern lernte er den Ball zu spüren - eine technische Schule, die ihn beim FCN später auszeichnen sollte. Zurück in Deutschland, aus der Nürnberger Gabelsbergerstraße ausgebombt, landete die Familie in Roth. Beim TSV Roth begann seine Karriere, ehe Scouts des 1. FC Nürnberg auf ihn aufmerksam wurden.
Für 80 D-Mark im Monat unterschrieb Müller seinen ersten Vertrag beim Club. Was folgte, war eine Karriere, die ihn an die Seite von Max Morlock brachte - jenem Weltmeister von 1954, der die FCN-Mannschaft der späten 50er und frühen 60er Jahre zusammenhielt wie kein Zweiter. Gemeinsam gewannen sie dreimal die süddeutsche Meisterschaft, ehe 1961 in Hannover der große Moment kam: das Deutsche Meisterschaftsendspiel gegen Borussia Dortmund vor über 82.000 Zuschauern. Müller traf und legte das 3:0 auf. Bis heute eines der ikonischsten Spiele der FCN-Geschichte.
Dazwischen: ein Debüt gegen Uruguay, Europapokal-Abende gegen Fenerbahçe und Benfica Lissabon, Begegnungen mit Pelé beim Gastspiel des FC Santos im Nürnberger Stadion und ein Freundschaftsspiel gegen Bobby Moore. Und nach der Karriere: Amateurtrainer beim Club, Sichtungsleiter für den Bayerischen Fußballverband und bis heute aktives Mitglied beim TSV Roth, 77 Jahre lang ohne Unterbrechung.
Heini Müller ist kein Museumsexponat, sondern ein Mann, der dreimal die Woche zum Stammtisch geht, mit dem Fahrrad zum Sportplatz fährt und ganz genau weiß, was er sich vom 1. FC Nürnberg noch wünscht.
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